Hornbach-Chef: Konzernstruktur schützt vor feindlichen Übernahmen

Die Baumarktkette Hornbach sieht sich trotz millionenschwerer Abschreibungen vor feindlichen Übernahmen geschützt. Grund hierfür sei die besondere Struktur des familiengeführten Unternehmens. Andernfalls wäre Hornbach in der gegenwärtigen Situationsonst durchaus ein Ziel.

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Der milde Herbst hat den Baumarktkonzern Hornbach zu Rabatten auf sein Wintersortiment gezwungen – im abgelaufenen Geschäftsjahr hat der Konzern nun weniger Gewinn gemacht. Das Betriebsergebnis (Ebit) sank im Vergleich zum Jahr davor um knapp 17 Prozent auf 138 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Dienstag in Frankfurt am Main mitteilte. Der Umsatz legte um 5,1 Prozent auf 3,76 Milliarden Euro zu.

Eine Übernahme fürchtet Hornbach aber nicht. Konzernchef Albrecht Hornbach sagte am Dienstag zu Reuters, solche Avancen hätten aufgrund der besonderen Struktur des familiengeführten Unternehmens keine Chance auf Erfolg. Andernfalls wäre das Unternehmen in der gegenwärtigen Situation aber durchaus ein Übernahmeziel. Albrecht Hornbach bat die Anteilseigner um einen Vertrauensvorschuss, weil der Konzern für den Ausbau des Online-Handels Gewinneinbußen hinnehmen will.

Die Aktionäre wurden in der zweiten Jahreshälfte auf die Probe gestellt„, räumte Hornbach bei Vorlage der Jahresbilanz ein. Zunächst habe das Geschäft im dritten Quartal geschwächelt, weil Kunden vor allem in Deutschland bei ungewöhnlich warmen Temperaturen das Wintersortiment verschmäht. Dies habe zu einem Preiskampf in der Branche geführt und das Ergebnis belastet. Weil viele Aktionäre deshalb ausgestiegen waren, musste Hornbach rund 16 Millionen Euro abgeschrieben. Wegen dieser Sonderbelastung fiel der Betriebsgewinn (Ebit) um knapp 17 Prozent auf 138 Millionen Euro, noch unter die bereits gesenkte Ergebnisprognose. Der Umsatz stieg jedoch gleichzeitig um gut fünf Prozent auf 3,8 Milliarden Euro.

Die Kette mit mehr als 150 Filialen in neun Ländern will den Umsatz auch im laufenden Bilanzjahr im mittleren einstelligen Prozentbereich steigern. Dabei soll eine engere Verzahnung von klassischen Filialen und Internet-Handel das Geschäft vorantreiben. Allein 2015/16 seien fast 50 Millionen Euro in die Digitalisierung investiert worden, sagte Hornbach. Dafür würden auch Gewinneinbußen hingenommen. „Uns ist es im Moment wichtiger, das Unternehmen fit für die Zukunft zu machen, als auf Teufel komm raus zu expandieren.“ In Deutschland plant der Konzern nach der Schließung einer von 99 Filialen keine neuen Märkte, peilt aber im Ausland im laufenden Geschäftsjahr drei Neueröffnungen an.

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