Lufthansa stellt Flüge nach Venezuela ein

Die Lufthansa wird vom 17. Juni an nicht mehr in die venezolanische Hauptstadt Caracas fliegen. Wie der Konzern mitteilt, seien die kritische Wirtschaftslage Venezuelas und Probleme mit dem Umtausch der Landeswährung ausschlaggebend für die Entscheidung.

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Wie ein Konzernsprecher am Sonntag mitteilte, habe es Schwierigkeiten gegeben, Einnahmen in der lokalen Währung – dem Bolívar – in US-Dollar zu wechseln. Betroffen sind drei Flüge pro Woche, die Entscheidung gilt laut dem Sprecher „bis auf Weiteres“. Wie lange die Verbindung zwischen Frankfurt und Caracas ausgesetzt bleiben soll, war zunächst nicht bekannt. Die Regierung von Venezuela hält nach Aussagen der Lufthansa Einnahmen aus dem Verkauf von Tickets der Airline von über 100 Millionen Dollar zurück. Die Summe liege im unteren dreistelligen Millionen-Dollar-Bereich, sagte ein Lufthansa-Sprecher am Montag. Derzeit könne keine Aussage dazu getroffen werden, ob der Betrag abgeschrieben werde. Internationale Fluggesellschaften haben wegen strikter Devisenkontrollen seit Jahren Probleme, Einnahmen aus dem Land in Dollar einzutauschen.

Die Wirtschaft Venezuelas leidet unter dem gefallenen Ölpreis und einer enormen Inflation, so die dpa. Devisenbeschränkungen wurden eingerichtet, um große Geldabflüsse aus dem sozialistisch regierten Land zu verhindern. Die Nachfrage nach Lufthansa-Flügen nach Venezuela war nach Auskunft der Airline seit 2015 bereits zurückgegangen.

Die Lufthansa und andere Fluggesellschaften hatten bereits 2014 massive Probleme in Venezuela. Millionen-Außenstände stammten vor allem aus Ticketverkäufen in Bolívar, die wegen der Währungskontrollen nicht getauscht werden konnten.

Zuletzt stoppte auch Coca Cola seine Produktion in Venezuela. Als offizielle Begründung wurden zu geringe Zuckerlieferungen genannt, die Coca Cola direkt aus Venezuela bezieht.

Wegen der zunehmenden Spannungen in Venezuela hat der sozialistische Staatschef Nicolás Maduro vor wenigen Tagen die Armee mobilisiert. Zu den Übungen wurden mehr als eine halbe Million Soldaten und Milizionäre erwartet. Das Oberste Gericht des Landes erklärte unterdessen den vom Präsidenten ausgerufenen Ausnahmezustand für „verfassungskonform“.

Die Wirtschaft Venezuelas leidet unter dem gefallenen Ölpreis und einer enormen Inflation. Devisenbeschränkungen wurden eingerichtet, um große Geldabflüsse aus dem Land zu verhindern. Die Nachfrage nach Lufthansa-Flügen in die Region war nach Auskunft der Airline seit 2015 bereits zurückgegangen.

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