Dax beginnt leichter nach schwachen Vorgaben aus Asien

Der Dax ist mit leichten Verlusten in den Handelstag gestartet. Die Vorgaben aus Asien fielen durchwachsen aus, der japanische Nikkei-Index verlor jedoch deutlich. Insgesamt herrscht eine latente Unsicherheit am Markt, die von einer Vielzahl von Faktoren bestimmt wird.

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Angesichts von fallenden Kursen in Tokio ist der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag mit einem leichten Minus in den Handel gestartet. Der Dax fiel in den ersten Handelsminuten um rund 0,2 Prozent auf 10.185 Punkte, wie Reuters berichtet. Dabei belastete auch der Anstieg des Euro die Kurse. Die Gemeinschaftswährung notierte im frühen Handel bei rund 1,12 Dollar und lag damit über dem EZB-Referenzwert vom Mittwoch. Damit verteuern sich europäische Waren auf dem Weltmarkt, was die Aktienmärkte häufig belastet.

Im Fokus steht am Donnerstag die EZB, deren Rat sich in Wien zu einer turnusmäßigen Sitzung trifft. Neue Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft wurden nicht erwartet. Kurz vor Beginn der Pressekonferenz von EZB-Chef Mario Draghi werden in den USA die Daten des privaten Arbeitsvermittlers ADP veröffentlicht. Sie gelten als wichtiger Indikator für den amtlichen Arbeitsmarktbericht am Freitag. Von Reuters befragte Analysten rechnen für die Privatwirtschaft mit einem Stellenplus von 175.000.

Im Dax machten E.ON und RWE nur einen kleinen Teil der dreiprozentigen Vortagesverluste wett und legten geringfügig zu. Titel der Deutschen Bank waren nach einem Vortagesminus von 2,6 Prozent ebenfalls kaum verändert.

Anzeichen für eine weltweite Konjunkturabkühlung und der starke Yen hatten zuvor die Aktienmärkte in Asien belastet. Die Einkaufsmanagerindizes vom Vortag seien enttäuschend ausgefallen, sagte Frederic Neumann, bei der Bank HSBC zuständig für Asien. Das bestimmte immer noch die Stimmung am Markt. Zudem steige die Nervosität vor dem bevorstehenden Referendum in Großbritannien über einen Verbleib in der EU und die möglichen Auswirkungen für die Weltwirtschaft, hieß es. Mit Spannung werden weiterhin Anzeichen dazu erwartet, wie es mit der Zinspolitik der US-Notenbank Fed weitergeht. Dabei dürften besonders die Arbeitsmarktdaten im Blick stehen, die am Freitag veröffentlicht werden.

In Japan gaben die Kurse kräftig nach. Der Nikkei-Index schloss 2,32 Prozent tiefer bei 16.562 Punkten, der breiter aufgestellte Topix sank um 2,22 Prozent auf 1331 Zähler. Für Kursverluste sorgte die Entscheidung der Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe, die Mehrwertsteuererhöhung zu verschieben. Die Märkte seien enttäuscht, dass Abe nur die Verschiebung angekündigt habe und keine weiteren Hinweise auf mögliche Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft gegeben habe, sagte Devisenstratege Sean Callow von Westpac. Viele Investoren werteten die Entscheidung als Eingeständnis, dass „Abenomics“, also die Wirtschaftspolitik Abes, weitere zweieinhalb Jahre braucht, um zu wirken. Der Yen legte daraufhin zu, was den Exportfirmen zu schaffen macht. Sie gehörten zu den Verlierern. Toyota -Aktien fielen 1,5 Prozent, Nissan 2,7 Prozent und Mazda sogar mehr als vier Prozent.

Der MSCI-Index für die asiatischen Aktienmärkte ohne Japan notierte leicht schwächer. In China legten die Börse in Schanghai 0,2 Prozent zu, der CSI300 der wichtigsten Kurse in Schanghai und Shenzhen lag leicht im Plus. Sie wurden durch die Erwartung gestützt, dass die chinesischen Börsen Mitte Juni in einen MSCI-Schwellenländer-Index aufgenommen werden.

Der Ölpreis war vor einem Treffen der Opec etwas schwächer. Aus Kreisen der Organisation erdölexportierender Länder soll auch eine neue Obergrenze für die Ölförderung diskutiert werden. Analysten rechnen jedoch nicht mit einer Entscheidung.

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