Starker Dollar bringt Chinas Yuan unter Abwertungs-Druck

Die chinesische Zentralbank hat die Landeswährung Yuan überraschend abgewertet - diese steht wegen des starken Dollars unter Druck. Bedrohlich wird die Situation jedoch erst, wenn Spekulanten auf weitere Abwertungen wetten - woraufhin die Devisenreserven abnehmen und die Kapitalflucht wieder zunehmen dürfte.

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Chinas Zentralbank (PBoC) hat den Dollar-Wechselkurs des Yuan am Montag erneut gesenkt – von 6,5490 auf 6,5794 Yuan. Die chinesische Landeswährung ist nun so günstig wie seit rund fünf Jahren nicht mehr, berichtet Zerohedge.

Der Währungsspezialist des Vermögensverwalters PIMCO stellt gegenüber den Deutschen Wirtschafts Nachrichten die Bedeutung des Dollars für den Kursverlauf des Yuan in den Vordergrund: „Die graduelle Abwertung des Renminbi gegenüber dem USD in den letzten Wochen ist ein unmittelbarer Reflex auf die Stärke des Dollars. China steuert den Wechselkurs des Renminbi nicht gegenüber einer einzelnen Währung – dem Dollar – sondern gegenüber einem Währungskorb. Wertet der Dollar gegenüber den anderen in diesem Korb enthaltenen Währungen auf, so wertet der Renminbi zwangsläufig gegenüber dem Dollar ab. Im Lauf dieses Jahres rechnen wir nicht mit weitreichenden Veränderungen zwischen den wichtigsten Währungen wie Dollar, Euro und Yen sondern vielmehr mit einer Seitwärtsentwicklung innerhalb gewisser Bandbreiten.“

Möglich ist immerhin, dass der Schritt eine weitere Runde im globalen Abwertungswettlauf der Zentralbanken einläuten könnte. Dieser hatte sich nach dem G20-Treffen in Schanghai im Februar beruhigt, wofür ein stillschweigendes Abkommen der anwesenden Notenbank-Chefs verantwortlich gemacht wurde: „Unserer Meinung nach deutet vieles darauf hin, dass es beim G20-Gipfel in Schanghai Ende April zu einem stillschweigenden Übereinkommen kam, wonach zum einen eine zu starke Aufwertung des Dollars nicht wünschenswert ist und zum anderen geld- und währungspolitische Entscheidungen grundsätzlich mit der Stabilität zwischen den wichtigsten Währungen in Einklang stehen sollten. Auch das Verhalten der Zentralbanken seit dem Schanghai-Gipfel legt diese Annahme nahe. Einen bevorstehenden Abwertungswettlauf halten wir daher für sehr unwahrscheinlich“, schreibt PIMCO. Allerdings werde der Yuan gemessen an einem breiteren Währungskorb weiterhin zur Schwäche neigen, so der Vermögensverwalter.

Die Absenkung könnte auch dazu führen, dass der seit Monaten zu beobachtende Kapitalabfluss aus China wieder an Dynamik gewinnt. Internationale Investoren und wohlhabende Chinesen hatten im vergangenen Jahr große Summen außer Landes gebracht, weil sie wegen der unberechenbar erscheinenden Geldpolitik der PBoC weitere Abwertungen des Yuan befürchteten. Zudem zieht der Dollarraum aufgrund weiterer zu erwartender Zinsanhebungen in diesem Jahr vermehrt spekulative Gelder an. Ein erstes Anzeichen, dass chinesische Investoren ihre Yuan-Positionen zurückfahren, ist die überraschend hohe Nachfrage nach Bitcoin. Der Kurs der Digitalwährung ist in den vergangenen Tagen deutlich angestiegen.

Ein von Zerohedge zitierter Analyst rechnet damit, dass Chinas Devisenreserven noch in diesem Jahr unter die Marke von 2 Billionen Dollar fallen könnten. Denn falls Spekulanten die Wetten gegen den Yuan wiederaufnehmen, muss die Zentralbank Fremdwährung verkaufen, um den Kurs zu stützen. Weitere Abwertung seien außerdem nicht zu vermeiden, falls viele der hochverschuldeten oder praktisch insolventen Staatsbetriebe von der Regierung gerettet werden müssen.

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