USA: Ganz schwache Zahlen für den Arbeitsmarkt

Die Zahlen für den US-Arbeitsmarkt sind deutlich schlechter als erwartet. Das ist auch eine Enttäuschung für die Fed. Beobachter rechnen nun nicht mit einer Zinserhöhung im Juni.

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Überraschend schwache US-Arbeitsmarktdaten haben die internationalen Aktienmärkte und den Dollar am Freitag auf Talfahrt geschickt. „Damit dürfte die US-Zinserhöhung im Juni endgültig vom Tisch sein“, sagte Helaba-Analyst Ulrich Wortberg. In der US-Wirtschaft sind im Mai weit weniger Stellen geschaffen worden als erwartet. Es entstanden insgesamt nur 38.000 Jobs, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington bekanntgab. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit 164.000 gerechnet. Die getrennt erhobene Arbeitslosenquote sank auf 4,7 Prozent.

Der Euro verteuerte sich daraufhin binnen Minuten um rund einen US-Cent auf 1,1258 Dollar. Im Gegenzug drehten Dax und EuroStoxx50 ins Minus und büßten jeweils 0,3 Prozent auf 10.183 und 3026 Punkte ein. Einige Anleger nahmen daraufhin Kurs auf „sichere Häfen“. Der Bund-Future stieg um bis zu 67 Ticks auf ein Drei-Monats-Hoch von 165,16 Punkte. Gold gewann zeitweise zwei Prozent auf 1234,35 Dollar je Feinunze.

BRIAN JACOBSEN, CHEF-ANLAGESTRAGEGE BEI WELLS FARGO ASSET MANAGEMENT:

„Das ist eine unerfreuliche Kombination eines nachlassenden Beschäftigungswachstums und steigender Löhne. Dies birgt für die Fed das Dilemma, sich über die steigenden Löhne oder das geringere Jobwachstum Sorgen zu machen.“

MOHAMED EL-ERIAN, CHEFBERATER ALLIANZ:

„Dieser ungewöhnliche Arbeitsmarktbericht bringt die Fed in eine schwierige Position. Die enttäusche Zahl neuer Jobs – einschließlich der negativen Revisionen der Vormonate – spricht dafür, dass die Fed vorerst sehr konjunkturstützend bleiben wird.“

ANTJE PRÄFCKE, COMMERZBANK:

„Der Markt preist einen Zinsschritt im Juni jetzt aus. Es ist aber die Frage, inwieweit die Zahlen durch Streiks verzerrt wurden und ob die Fed darüber hinwegsieht. Sie könnte nun die nächsten Daten abwarten wollen, um zu sehen, ob die Belebung am Jobmarkt wirklich ins Stocken geraten ist.“

THOMAS GITZEL, VP BANK:

„Zwar ist der Arbeitsmarkt durch Streiks nach unten verzerrt, doch die Frage bleibt, ob sich die schwache Zahl nur durch diesen Effekt erklären lässt. Diese Frage wird man sich auch innerhalb der US-Notenbank stellen. Eine Zinserhöhung im Juni ist mit dem heute veröffentlichten Zahlenmaterial voraussichtlich vom Tisch. Die Fed dürfte abwarten wollen, wie stark Sondereffekte am Werke waren. Geht es im Juni mit der Anzahl neu geschaffener Stellen wieder deutlich nach oben, ist eine Zinserhöhung im Juli immer noch möglich.“

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