Frankreich: Börsenzocker Kerviel wehrt sich gegen Milliardenforderung

Der spektakuläre Fall des Ex-Börsenhändlers Jérôme Kerviel beschäftigt erneut die französische Justiz. Am Mittwoch begann in Versailles ein neuer Prozess um die Frage, ob Kerviel seinem einstigen Arbeitgeber Société Générale tatsächlich 4,9 Milliarden Euro Schadenersatz zahlen muss. Frankreichs Oberster Gerichtshof hatte diesen Teil von Kerviels Verurteilung gekippt, weshalb nun erneut verhandelt wird.

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Kerviel soll der Bank mit hochriskanten Finanzspekulationen einen Verlust von 4,9 Milliarden Euro eingebrockt haben. Die Société Générale entließ ihn deswegen Anfang 2008. Er wurde später unter anderem wegen Vertrauensmissbrauchs und Fälschung zu drei Jahren Haft und 4,9 Milliarden Euro Schadenersatz verurteilt.

Frankreichs Oberster Gerichtshof kippte in der Folge aber den Schadenersatz mit dem Argument, offenbar hätten Kontrollmechanismen bei der Bank versagt, so die AFP. Sie könne daher nicht die komplette mutmaßliche Schadenssumme von Kerviel ersetzt bekommen. Der einstige Börsenhändler argumentierte stets, seine Vorgesetzten hätten von seinen Geschäften gewusst, was die Bank bestreitet.

Kerviels Verteidiger David Koubbi sagte am Mittwoch, es gehe in Versailles nun darum die „Fehler der Société Générale“ zu untersuchen. „Wir werden der Sache auf den Grund gehen, indem wir in unserem Besitz befindliche Informationen vorlegen.“

Zuletzt hatte Kerviel im Streit mit seinem ehemaligen Arbeitgeber einen Erfolg verbuchen können: Das Pariser Arbeitsgericht sprach dem 39-Jährigen am Dienstag wegen unrechtmäßiger Kündigung durch die Großbank mehr als 450.000 Euro zu.

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