Fokus auf Wachstum: Oetker setzt Shoppingtour fort

Der familiengeführte Mischkonzern Oetker wächst kräftig durch Zukäufe. Die Oetker-Gruppe konnte den Umsatz um knapp zwölf Prozent steigern. Jüngster Zukauf könnte der spanische Sekt-Hersteller Freixenet werden.

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Der Bielefelder Mischkonzern Oetker will sein Wachstum unvermindert durch Zukäufe vorantreiben. In allen Bereichen der Gruppe – auch in der Schifffahrt – halte Oetker Ausschau nach möglichen Übernahmezielen, sagte Finanzvorstand Albert Christmann am Dienstag in Bielefeld.

„Bei einer Bilanzsumme von 8,6 Milliarden Euro und einer Nettoverschuldung von 300 Millionen Euro haben wird genügend Spielraum“, zitiert Reuters den Manager. So verhandle Oetker derzeit etwa mit dem spanischen Sekt-Hersteller Freixenet. „Wir sind in Gesprächen, aber es ist noch nicht die Zeit für eine Wasserstandsmeldung.“

Im vergangenen Jahr wuchs die familiengeführte Gruppe allein dank Zukäufen und Währungseffekten kräftig. Die Erlöse legten um 11,8 Prozent auf 12,2 Milliarden Euro zu. Zum Ergebnis macht Oetker allerdings traditionell keine Angaben. „Bezogen auf den Umsatz war 2015 ein gutes Jahr, im Ergebnis ein noch auskömmliches Jahr“, sagte Christmann lediglich.

Mit 6,05 (Vorjahr: 5,2) Milliarden Euro erwirtschaftete Oetker knapp die Hälfte der Erlöse mit der Schifffahrt, die seit Jahren wegen weltweiter Überkapazitäten im Containergeschäft unter Druck steht. „Das wird auch noch einige Zeit anhalten“, versicherte Christmann. 2015 erwarb die zu Oetker gehörende Reederei Hamburg Süd den chilenischen Wettbewerber CCNI, der der Sparte auf die Sprünge half. Für weiteren Rückenwind sorgte im Bereich Nahrungsmittel – mit 2,9 (2,6) Milliarden Umsatz zweitstärkstes Geschäft – die Übernahme des Tiefkühltorten-Bäckers Coppenrath & Wiese. „2015 war das Jahr mit dem höchsten für Akquisitionen investierten Betrag in der Geschichte der Oetker-Gruppe“, hieß es.

Der Traditionskonzern ist breit aufgestellt. Er produziert Nahrungsmittel wie Backwaren, Tiefkühlpizzen oder Müsli, braut Bier, keltert Sekt, betreibt die Reederei Hamburg Süd, Luxus-Hotels und das Bankhaus Lampe. Bis zum Jahresende wird die Gruppe noch von Richard Oetker geführt. Dann wird er altersbedingt den Chefposten frei machen. Medienberichten zufolge gilt Finanzvorstand Christmann als möglicher Thronfolger. Auf der Pressekonferenz konnte er bereits für den Ernstfall üben. Der Familienpatriarch habe sich kurz vor der Veranstaltung bei einem Sturz verletzt, so dass er nun die Pressekonferenz leite, sagte Christmann.

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