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Dobrindt will autonomes Fahren bald in Städten testen

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt will das Thema „Autonomes Fahren“ mit weiteren Testfeldern vorantreiben. Nach Strecken auf der Autobahn, soll es nun in die Städte gehen. Die Premiere soll in Ingolstadt stattfinden.

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Das autonome Fahren soll künftig außer auf der Autobahn auch in Städten getestet werden. „Wir sind gerade dabei, mit der Stadt Ingolstadt eine Vereinbarung zu treffen“, sagte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt vor kurzem in München. Auch mit weiteren Städten werden demnach Möglichkeiten ausgelotet.

Versuche zum autonomen Fahren, bei dem die Technik den Wagen alleine steuert, finden derzeit vor allem auf der Autobahn statt, weil dort der Verkehr im Vergleich weniger komplex angelegt ist: kein Gegenverkehr, keine Kreuzungen, keine Fahrradfahrer oder Fußgänger, so Reuters. Das autonome Fahren gilt als eine der Schlüsseltechnologien für die Zukunft der Mobilität. Autobauer wie Daimler, BMW und Audi stecken Milliarden in Forschung und Erprobung – in der Hoffnung, irgendwann eine Führungsrolle einzunehmen.

Dobrindts Ministerium hat im September 2015 auf der A9 zwischen München und Nürnberg ein „digitales Testfeld Autobahn“ eingerichtet, um gemeinsam mit Fahrzeugherstellern, Zulieferern, Telekommunikationsunternehmen und Wissenschaft Technologien zu erproben. Daran beteiligen sich jetzt auch Infineon und die Siemens-Sparte Mobility: Sie stellen Radartechnologie zur Verfügung, um Echtzeit-Daten zu Verkehrsfluss und -dichte, Geschwindigkeit und Fahrverhalten der Autos zu gewinnen. Die Anlagen – derzeit sind circa zehn Radarmasten geplant – sollen 2017 in Betrieb gehen. Der Verkehrsminister sagte, die anonymen, nicht-individualisierten Datensätze seien dann auf einer offenen Plattform seines Hauses für „Menschen mit Ideen“ zugänglich, die daraus konkrete Anwendungen entwickeln wollten.

Nach der Autobahn A9 in Bayern soll es auch auf der A7 und der A2 Versuchsstrecken für selbstfahrende Autos geben. Niedersachsen will auf den Autobahnen 2 und 7 im Raum zwischen Hannover, Braunschweig und Salzgitter einen Testring für autonomes Fahren aufbauen, wie in der vergangenen Woche bekannt wurde. Die Strecken sollen bis 2018 schrittweise mit der erforderlichen Technik ausgerüstet werden

In den USA geht man unterdessen andere Wege. Hier wird autonomes Fahren unter realistischen Bedingungen getestet. Um Alltagssituationen so echt wie möglich nachstellen und auswerten zu können, wurde eine eigene Hightech-Stadt errichtet.

Nahe der Stadt Ann Arbor im Norden der USA steht seit einem Jahr eine Theater-Stadt, in der führerlose Fahrzeuge ihre Runden drehen. MCity, wie die menschenleere Ortschaft getauft wurde, dient als Testgelände für Hersteller selbstfahrender Autos. Hier sollen die Gefährte möglichst viele Verkehrssituation durchproben, bevor sie vielleicht eines Tages auf belebte Straßen gelassen werden.

 


Deutsche Bank beruhigt: Brauchen keine Staatshilfe
Deutsche Bank beruhigt: Brauchen keine Staatshilfe
Die Deutsche Bank geht in die Offensive und schließt eine staatliche Rettung aus. Eine solche sei nicht notwendig. Eine Kapitalerhöhung sei ebenfalls nicht nötig.
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Der Chef der Deutschen Bank, John Cryan. (Foto: dpa)

Der Chef der Deutschen Bank, John Cryan. (Foto: dpa)

Die Deutsche Bank versucht, ihre Investoren und die Öffentlichkeit zu beruhigen. Der Unternehmenssprecher der Deutschen Bank, Jörg Eigendorf, sagte den Deutschen Wirtschafts Nachrichten: „John Cryan hat zu keinem Zeitpunkt die Bundeskanzlerin darum gebeten, dass die Regierung im Hypothekenverfahren mit dem amerikanischen Justizministerium interveniert.“

Zur möglichen Staatshilfe sagte Eigendorf: „Die Deutsche Bank ist fest entschlossen, ihre Herausforderungen alleine zu lösen.“

Hinsichtlich einer möglichen Kapitalerhöhung sagte er: „Die Frage nach einer Kapitalerhöhung stellt sich derzeit nicht, wir erfüllen alle regulatorischen Kapitalvorgaben.“

Deutsche Bank-Chef Cryan und Bundeskanzlerin Merkel trafen sich Berichten zufolge im Sommer, um die Auswirkungen des Austritts Großbritanniens aus der EU zu besprechen. Das Thema der ausstehenden Strafen wurde damals offenbar nicht besprochen.

Jörg Eigendorf sagte zudem dem Fernsehsender CNBC, dass die Liquiditäts-Position der Bank sehr komfortabel und das Kreditportfolio sehr stark sei. Hinsichtlich des Aktienkurses, welcher am Montag erneut stark unter Druck geriet, sagte Eigendorf: „Der Aktienkurs ist tief aber das besorgt uns nicht und es ist nichts, worauf wir besonders achten. Was uns wirklich wichtig ist, ist unsere Kreditlage, welche sehr stark ist, fundamental stark.“

Zuletzt soll sich Bundeskanzlerin Merkel eher distanziert gegenüber den größten Deutschen Bank gezeigt hat. Die SPD überlegt dagegen, wie sich die Lage entwickeln könnte.

Die Deutsche Bank ist die einzige europäische Bank, die noch mit den US-Investmentbanken mithalten kann. Entsprechend groß ist das Interesse der Mitbewerber, der Deutschen Bank am Zeug zu flicken.

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Schlacht um Aleppo: Syrien und Russland verstärken Angriffe gegen Söldner
Schlacht um Aleppo: Syrien und Russland verstärken Angriffe gegen Söldner
Die syrische Armee hat mit russischer Unterstützung die Angriff auf Stellungen von islamistischen und internationale Söldner verstärkt, um die Stadt Aleppo von den Söldner-Milizen zu befreien. Die Westmächte werfen Russland im UN-Sicherheitsrat vor, Kriegsverbrechen zu begehen.
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Der russische UN-Botschafter Vitali Tschurkin. (Foto: dpa)

Der russische UN-Botschafter Vitali Tschurkin. (Foto: dpa)

Die syrische Armee meldet bei ihrem Kampf gegen die internationalen und islamitischen Söldner, die die syrische Metropole Aleppo überfallen hatten, Erfolge bei der Rückeroberung der Stadt. Unterstützt von der eigenen Luftwaffe und russischen Kampfjets eroberten syrische Bodentruppen zunächst die Palästinenser-Siedlung Handarat im Norden der Stadt. In der Nacht zum Sonntag drängten die Söldner die Soldaten jedoch wieder aus dem strategisch wichtigen Ort zurück. Am Sonntag meldete die Armee, die Siedlung eingenommen zu haben, berichtet die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA.

Auch im Osten Aleppos flog die syrische Armee laut Reuters massive Angriffe auf die Stellungen der Söldner in Aleppo. Die Russen bombardierten Stellungen der Söldner im Norden Aleppos, berichtet Al Masdar News.

Das syrische Militär hatte die Offensive zur Befreiung der der einstmals größten Stadt des Landes von den Söldnern am Donnerstag angekündigt. Ein regierungstreuer Kommandeur einer irakischen Miliz sagte der Nachrichtenagentur Reuters am Samstag, Ziel sei es, ganz Aleppo innerhalb einer Woche zu befreien. Im Süden soll demnach die Hisbollah auf Aleppo vorgestoßen sein.

Handarat ist in diesem Zusammenhang strategisch bedeutsam, weil es auf einer Anhöhe liegt, von der aus wichtige Zufahrtsstraßen nach Aleppo überwacht werden können. Das Lager befand sich seit Jahren in der Hand der Söldner.

Probleme haben die Syrer allerdings weiterhin in Deir Ez Zoor. Dort hatten Briten, Dänen und Amerikaner vor einigen Tagen nach eigenen Angaben „irrtümlich“ die syrische Armee bombardiert und ihr schwere Verluste zugefügt. Die Syrer waren in Deir Ez Zoor nicht in Kampfhandlungen verwickelt, sondern hielten vor allem den strategisch wichtigen Flughafen. Der IS nutzte laut Angaben des russischen Verteidigungsministeriums den Fehler der Luftwaffe der US-Koalition, um einen Angriff auf Deir Ez Zoor vorzutragen. Es gelang der syrischen Armee bisher nicht, den Vorstoß zu kontern, berichten das Militärportal South Front und Al Masdar News.

Am Sonntag soll ein erster UN-Hilfskonvoi mehrere syrische Städte erreicht haben. Der Konvoi soll die Städte nach mehreren Wochen des Wartens erreicht haben.

Vor einer Woche war ein Hilfskonvoi bombardiert worden. Die USA beschuldigen Russland der Täterschaft. Russland weist die Anschuldigungen zurück und verlangt eine unabhängige Untersuchung.

Etwas widersprüchlich sind Angaben der Amerikaner zur militärischen Aufklärung: US-Außenminister John Kerry entschuldigte sich für den Angriff auf die syrische Armee und sprach von einem Versehen. Zuvor hatte das Pentagon angegeben, die Lage bei Deir Ez Zoor mehrere Tage lang beobachtet zu haben. Offenbar hat die Aufklärung hier massiv versagt. Das macht auch Aussagen der Amerikaner zum Angriff auf den Hilfskonvoi fragwürdig: Hier behaupten die Amerikaner, über präzise Aufklärungsdaten zu verfügen, die die Schuld der Russen belegen. Es ist unklar, warum im Fall eines Angriffs auf die syrische Armee die Aufklärung mangelhaft gewesen sein soll, während im Fall des Hilfskonvois klare Hinweise vorliegen. Das Pentagon hat seine Belege für die russische Beteiligung bisher nicht öffentlich gemacht, weshalb eine unabhängige Überprüfung der Fakten nicht möglich ist. Die Nato hat nach dem Angriff vor Spekulationen gewarnt. Der türkische Präsident Erdogan sagte auf dem Rückflug von New York, er habe mit Russlands Präsident Putin über den Angriff auf den Konvoi gesprochen, berichtet die türkische Zeitung Sabah: „Die Beweise deuten darauf hin, dass Syrien für den Angriff verantwortlich ist.“ Erdogan legte die Beweise jedoch nicht vor.

Nach Angaben von Reuters seien bei den Angriffen auf Aleppo viele Gebäude vollständig dem Erdboden gleichgemacht worden. Die syrische Armee gab an, ausschließlich Stellungen der Söldner ins Visier zu nehmen und keine zivilen. In Militärkreisen hieß es laut Reuters, es würden Präzisionswaffen eingesetzt, um Tunnel, Bunker und Kommandozentralen der Rebellen zu zerstören.

Die Söldner nehmen seit Beginn des Kriegs um Syrien immer wieder Zivilisten als menschliche Schutzschilder. Bilder aus Aleppo von Einschlägen sollen laut Reuters Krater zeigen, die mehrere Meter tief waren. „Die meisten Opfer liegen noch unter Trümmern begraben, weil mehr als die Hälfte des Zivilschutzes außer Gefecht gesetzt wurde“, sagte ein Rebellensprecher. Im Ostteil der Stadt sollen sich mehr als 250.000 Menschen aufhalten. Der Chef der sogenannten White Helmets, Ammar al-Selmo, sagte Reuters: „Unsere Teams versuchen zu helfen, aber es sind nicht genug, um auf eine Katastrophe solchen Ausmaßes angemessen zu reagieren.“

Schwierigkeiten hat die syrische Regierung im Norden und im Süden des Landes: Im Süden soll die Terrorgruppe der al-Nusra-Front bei Kuneitra mehrere Hektar von Apfel- und Kirschplantagen in Brand gesetzt haben. Im Norden setzt die Türkei ihre Offensive fort. Präsident Erdogan kündigte am Sonntag an, die türkischen Einheiten wollten mit den Amerikanern gemeinsam die IS-Hochburg Rakka stürmen. Ob es wirklich dazu kommt, ist unklar: Erdogan sagte, die Türkei werde nur an der Seite des Nato-Partners USA kämpfen, wenn die Amerikaner ihre Unterstützung für die kurdische YPG aufgeben.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte die Eskalation. Der UN-Sicherheitsrat ist am Sonntag auf Antrag der Westmächte zusammengetreten. Die amerikanische UN-Botschafterin Samantha Power erhob schwere Vorwürfe gegen Russland und sagte, der UN-Sicherheitsrat müsse die „barbarischen“ und „apokalyptischen“ Aktionen Russlands verurteilen. Der britische UN-Botschafter sprach davon, dass Russland und Syrien Kriegsverbrechen begingen. Er sagte, dass Assad mehr Zivilsten getötet habe als die Terror-Miliz IS. Der russische UN-Botschafter sagte, dass Russland seit Monaten zu einem Waffenstillstand bereit sei, ein solcher allerdings immer von den verschiedenen Söldner-Gruppen boykottiert worden sei. Die Söldner seien zum Krieg nur in der Lage, weil sei mit schwerem Kriegsgerät von ihren „westlichen Sponsoren“ ausgestattet worden seien.

Die Europäische Union hatte angesichts der Entwicklung zu einer Rückkehr an den Verhandlungstisch aufgerufen. Alle Länder, die Einfluss auf das Regime in Syrien hätten und jene, die im Kontakt mit der bewaffneten Opposition stünden, müssten maximalen Druck auf die Konfliktparteien ausüben, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini und des für humanitäre Hilfe zuständigen EU-Kommissars Christos Stylianides.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte am Samstag im russischen Staatsfernsehen, dass Russland keine einseitige Einstellung der Kämpfe mehr verfügen werde. Bisher seien alle Kampfpausen genutzt worden, um den Söldnern und Milizen die Gelegenheit zu geben, sich mit Nachschub zu versorgen und neu zu gruppieren. Er appellierte erneut an die US-Regierung, eine klare Unterscheidung zwischen Rebellen und islamistischen Söldnern vorzunehmen. Dies sei die wichtigste Voraussetzung, um eine dauerhafte Waffenruhe herbeizuführen. Russland und die Türkei wollen laut Sabah ihre Luftangriffe koordinieren.

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Ökonom: Abschaffung des Bargelds würde illegale Migration stoppen
Ökonom: Abschaffung des Bargelds würde illegale Migration stoppen
Der US-Ökonom Rogoff hat eine ganz neue Begründung für die Abschaffung des Bargeld gefunden: Es würde die illegale Einwanderung beenden, weil dann niemand mehr schwarz bezahlt werden könnte. Im Kampf gegen das Bargeld scheut die Finanzindustrie nicht davor zurück, die…
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Der Kampf gegen das Bargeld soll die illegale Migration stoppen. (Foto: dpa)

Der Kampf gegen das Bargeld. (Foto: dpa)

Der US-amerikanische Ökonom Kenneth Rogoff fordert eine Einschränkung des Gebrauchs von Bargeld. Seiner Meinung nach sollen Dollar-Scheine mit den Nennwerten 100 Dollar, 50 Dollar und 20 Dollar abgeschafft werden. Ihm schwebt mittelfristig eine Gesellschaft vor, in der nur noch wenig Bargeld verwendet wird, wie aus seinem Gastbeitrag im Wall Street Journal hervorgeht.

Bemerkenswert ist Rogoffs Begründung. Demzufolge soll auch die illegale Migration in die Vereinigten Staaten eine Folge des Gebrauchs von Bargeld sein. „Bargeld ist auch der Hauptgrund für die illegale Einwanderung nach Amerika. Wenn US-Arbeitgeber nicht mehr so einfach ihre Angestellten schwarz mit Bargeld bezahlen könnten, würde die Attraktivität der USA abnehmen und der Zufluss illegaler Einwanderer würde drastisch schrumpfen. Die Abschaffung des meisten Bargelds wäre ein weitaus humanerer und sensiblerer Weg, illegale Einwanderung zu verhindern, als der Bau einer gigantischen Mauer zu Mexiko“, schreibt Rogoff im Wall Street Journal.

Rogoff macht Bargeld zudem für eine Reihe weiterer gesellschaftlicher Übel verantwortlich. „In den Sicherheitsbehörden gibt es wenig Zweifel daran, dass Bargeld – insbesondere große Scheine – das Verbrechen erleichtern: Schutzgelderpressung, Wucher, Geldwäsche, Drogen- und Menschenhandel, Korruption und Terrorismus. (…) für viele Arten krimineller Transaktionen ist Bargeld ein Segen.”

Viele Beobachter gehen jedoch davon aus, dass der Kampf gegen das Bargeld – welcher auch in Europa Anhänger findet und bereits zur Abschaffung des 500-Euro-Scheins geführt hat – ganz andere Gründe als die Kriminalprävention hat. Bargeld erlaubt es Sparern nämlich, ihre Guthaben aus dem Geldkreislauf der Banken herauszuziehen. Eine vollumfängliche Anwendung von Negativzinsen durch die Zentralbanken wird dadurch verhindert. Solange die Bürger also über die Möglichkeit verfügen, ihre Ersparnisse in bar von den Konten abzuheben, sind die Möglichkeiten der finanziellen Repression durch die überschuldeten Staaten in Form von Sonderabgaben und Negativzinsen begrenzt.

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Kenneth Rogoffs neues Buch Der Fluch des Geldes: Warum unser Bargeld verschwinden wird ist soeben im Finanzbuch-Verlag erschienen.

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Maria Furtwängler plant TV-Serie über Verteidigungsministerin
Maria Furtwängler plant TV-Serie über Verteidigungsministerin
Die Schauspielerin Maria Furtwängler plant eine TV-Serie über eine Verteidigungsministerin. Mit der Serie dürfte auch versucht werden, die Bundeswehr noch stärker im öffentlichen Bewusstsein zu verankern. In Hollywood gehören Filme über die Armee schon lange zur geistigen Landesverteidigung.
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Maria Furtwängler mit Richard van Weyden während der Dreharbeiten zum einem "Tatort" auf dem Fliegerhorst Wunstorf vor einer Transall. (Foto: dpa)

Maria Furtwängler mit Richard van Weyden während der Dreharbeiten zum einem „Tatort“ auf dem Fliegerhorst Wunstorf vor einer Transall. (Foto: dpa)

Die Schauspielerin Maria Furtwängler plant laut Bild-Zeitung eine TV-Serie über eine Verteidigungsministerin in Deutschland. Die eng mit Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) befreundete Furtwängler entwickelt dem Bericht zufolge einen Sechsteiler, der eine starke Frau in der Männerdomäne Bundeswehr zum Inhalt hat.

Nach Informationen des Blattes gibt es bereits ein 25-seitiges Drehbuchkonzept. Die Rechte an der Mini-Serie gehören demnach Furtwängler, die auch die Hauptrolle der Ministerin übernehmen soll. Furtwängler hat bereits Dreherfahrung bei der Bundeswehr – sie ermittelte als „Tatort“-Kommissarin bei der Luftwaffe.

In Hollywood werden Armee- und Politikerfilme seit Jahrzehnten eingesetzt, um der Landesverteidigung zu einem positiven Image zu verhelfen. Es gab allerdings zwischendurch auch immer wieder prophetisch-kritische Filme wie „Dr. Strangelove or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb“. Der schwarz-satirische Film von Stanley Kubrick nahm im Jahr 1964 in erstaunlicher Weise vorweg, wie sich Kriegssituationen zuspitzen können. Mit der Idee von Dr. Strangelove, die Welt mithilfe von vernetzten Computern neu zu erfinden, den zahlreichen Verwirrungen durch unsaubere Kriegsführung und einer manischen Vorstellung, dass die Russen alles nur machen, um zu lügen, hat der Film eine erstaunliche Aktualität (die legendäre War-Room-Szene mit dem Kampf zwischen Politik und Militärführung am Anfang des Artikels).

Es ist unklar, ob derart kritische Filme noch in Hollywood heute noch Gefallen finden würden. Immerhin: Aktuell sorgt Oliver Stones Film über Edward Snowden für einiges Aufsehen.

Man kann davon ausgehen, dass Furtwängler einen etwas anderen Ansatz wählen wird.

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US-Armee rüstet massiv in Ansbach auf
US-Armee rüstet massiv in Ansbach auf
Die US-Streitkräfte planen, ihre in Ansbach stationierten Truppen ab 2017 zu verdreifachen. Offenbar soll die Region zum Drehkreuz für Einheiten werden, die nach Osteuropa verlegt werden. Die Linkspartei fürchtet, dass Ansbach zum Zentrum einer russisch-amerikanischen Auseinandersetzung werden könnte.
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US-Militärhubschrauber in Ansbach-Katterbach. (Foto: dpa)

US-Militärhubschrauber in Ansbach-Katterbach. (Foto: dpa)

Die US-Armee will ihre Präsenz in der Region um Ansbach offenbar beträchtlich ausbauen, berichtet die Zeitung Nordbayern. „Rotationseinheiten“ – die für jeweils rund neun Monate in der Grenzregion zu Russland stationiert werden – sollen über Ansbach transportiert werden. Die Zahl der Soldaten an der 12. Heeresflieder-Kampfbrigade soll sich ab 2017 deshalb verdreifachen.

„Es läuft ein Antrag für 2000 Soldaten, die im nächsten Jahr kommen sollen, aber es ist noch nichts entschieden“, wird Captain Jaymon Bell, Sprecher der 12. Heeresflieger-Kampfbrigade, von Nordbayern zitiert. Derzeit sind in Ansbach-Katterbach und im nahegelegenen Illesheim rund 1000 US-Soldaten stationiert.

Eine Bürgerinitiative rechnet mit „massiver Mehrbelastung durch Fluglärm und Abgase“. Ansbach dürfe nicht zum Spielball von Militärinteressen werden. Die Initiative spricht zudem von einer „tradierten Besatzer-Mentalität“ der Amerikaner.

Der Bundestagsabgeordnete der Linken, Harald Weinberg, befürchtet, dass „Ansbach zur zentralen Drehscheibe des auf europäischem Boden ausgetragenen russisch-amerikanischen Konflikts“ werde.

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No-Go-Zonen: Schwedische Polizei verliert Kontrolle
No-Go-Zonen: Schwedische Polizei verliert Kontrolle
Die schwedische Polizei sieht sich mit einem massiven Anstieg der Kriminalität durch Einwanderer konfrontiert. Mittlerweile gebe es im ganzen Land 55 „No-Go-Zonen“. Mit Steinen beworfen zu werden, gehört für die Beamten dort inzwischen zum Alltag. Am Sonntag gab es in…
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Seit Februar sind in Malmö über 70 Autos angezündet worden. (Foto: dpa)

Seit Februar sind in Malmö über 70 Autos angezündet worden. (Foto: dpa)

Unbekannte haben am Sonntag in der südschwedischen Malmö auf ein Auto geschossen und dabei vier Männer verletzt. Eines der Opfer sei in kritischem Zustand, sagte ein Polizeibeamter am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur weiter. Als ein möglicher Hintergrund der Tat galten Auseinandersetzungen zwischen verfeindeten Banden. Berichte über eine Explosion konnte der Polizist nicht bestätigen. Eine Polizeisprecherin sagte: „Es hat Unruhen gegeben. Es gab Personen, die versucht haben, ins Krankenhaus zu gelangen.“ Es soll auch eine Explosion gegeben haben, zu der aber keine näheren Informationen vorliegen.

Die schwedische Polizei registriert seit Monaten einen deutlichen Anstieg der Kriminalität. Insbesondere Diebstähle, Sexualdelikte und Bandenkriminalität würden zunehmend Probleme bereiten, berichtet die schwedische Zeitung NRK in Bezug auf einen aktuellen Bericht der Polizei. Die Situation habe sich seit dem vergangenen Jahr, als zehntausende Immigranten in das Land kamen, noch deutlich verschärft.

Mittlerweile gebe es im ganzen Land 55 sogenannter „No-Go-Zonen“, in denen Gewalt und Kriminalität besonders stark ausgeprägt sind. Mit Steinen beworfen zu werden, gehöre hier zum Alltag der Beamten, heißt es in dem Bericht. Übergriffe auf Beamte häufen sich, zuletzt wurden immer wieder Polizeiautos von maskierten Bandenmitgliedern gestohlen. Besonders gravierend ist offenbar die Situation in der Stadt Malmö. Die Stadt in Südschweden erregte im vergangenen Sommer durch eine Anschlagsserie mit Handgranaten internationale Aufmerksamkeit. Aber auch Stadtteile der Hauptstadt Stockholm und von Göteborg haben sich in den vergangenen Jahren zu Problembezirken entwickelt.

Aus dem Bericht geht auch hervor, dass sich die Stimmung innerhalb der Polizei verschlechtert. Viele Polizisten seien zunehmend verbittert. „80 Prozent der Beamten haben zumindest schon einmal überlegt, ihren Beruf zu wechseln“, zitiert die österreichische Zeitung Krone den Polizeisprecher Peter Larsson. Neben der täglichen Gefahr im Job sei auch die unattraktive Entlohnung ein Thema. „Wir kommen nicht mehr dazu, Verbrechen aufzuklären, weil wir täglich zu so vielen Einsätzen gerufen werden“, sagte Larsson.

Schweden gehört zu den beliebtesten Einwanderungsländern der Welt. Im vergangenen Jahr hatte kein anderer Staat so viele Flüchtlinge und Asylbewerber im Verhältnis zur Einwohnerzahl aufgenommen (Video am Anfang des Artikels).

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