Brexit: Fluglinien müssen Prognosen nach unten schrauben

Der Ausstieg der Briten aus der EU wirbelt die Geschäfte von Fluglinien durcheinander. Die zweitgrößte europäische Billig-Airline Easyjet kassierte die Prognose für das laufende Quartal. Wegen des Brexit könnten sich weniger Menschen im Sommer für eine Flugreise entscheiden, teilte die britische Fluggesellschaft am Montag mit

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Mit der derart korrigierten Prognose schickte der Konzern seine Aktien auf Talfahrt, die um ein Fünftel einbrachen, berichtet Reuters. Easyjet ist mit seiner Warnung nicht allein: Ende voriger Woche hatte bereits die British-Airways-Mutter IAG wegen der Marktunsicherheiten nach der Abstimmung den Ausblick für dieses Jahr gesenkt.

Britische Airlines sind vom Brexit-Votum stark in Mitleidenschaft gezogen. Ab sofort dürften auf der Insel wegen des schwächeren Pfunds und der wirtschaftlichen Unsicherheiten Analysten zufolge weniger Leute ins Flugzeug steigen. Zudem müssen sich speziell Fluglinien mit Sitz im Vereinigten Königreich langfristig um den Zugang zum europäischen Markt sorgen. Bislang konnten Easyjet und British Airways etwa dank der EU-Mitgliedschaft des Vereinigten Königreichs alle EU-Märkte anfliegen. Der Vorteil fällt mit dem Austritt weg.

Der Brexit verhagelt nicht nur in Großbritannien ansässigen Fluglinien die Geschäfte. Da die europäische Wirtschaft langsamer wachsen werde, dürfte auch die Nachfrage nach Flugreisen auf dem gesamten Kontinent leiden, sagte Luftfahrt-Analystin Alexia Dogani von der Bank Goldman Sachs. In der Folge dürfte die Zahl der Passagiere in Europa bis 2018 jährlich nur noch um drei Prozent zunehmen anstatt der bislang erwarteten Wachstumsrate von 4,5 Prozent pro Jahr. Die Aussagen verpassten den Aktien von Airlines einen Dämpfer: Die Titel des europäischen Marktführers Lufthansa verloren mehr als 7,5 Prozent, die Papiere von Air France-KLM notierten sechs Prozent im Minus.

Europas größter Tourismuskonzern TUI hofft, die Auswirkungen des Austritts Großbritanniens aus der EU auf sein Geschäft begrenzen zu können. „Auch wenn Großbritannien ein wichtiger Markt für uns ist, so sind wir ein global tätiges Unternehmen“, sagte TUI-Finanzchef Horst Baier der Börsen-Zeitung (Samstagausgabe). Die Firma aus Hannover erwirtschaftet im Vereinigten Königreich ein Drittel des jährlichen Umsatzes von 20 Milliarden Euro. Die Wachstumsaussichten für den weltweiten Tourismus seien sehr positiv. „Insofern sind wir zuversichtlich, dass wir die Auswirkungen gering halten können.“ Zwar würde ein nachhaltiger Wertverlust des Pfund die Kaufkraft der Briten beeinträchtigen. „Ob sich dadurch aber die Briten ihre sehr ausgeprägte Reiselust nehmen lassen, darf bezweifelt werden“, sagte Baier. Anleger teilten den Optimismus nicht: Die Titel brachen um knapp sieben Prozent ein.

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