VW: Abgasaffäre in USA kostet über 15 Milliarden Dollar

Seine Softwaremanipulationen kommen den VW-Konzern offenbar teurer zu stehen, als bislang erwartet. Statt zehn soll allein die Einigung mit den US-Klägern 15 Milliarden Dollar kosten. Die juristische Aufarbeitung des Skandals ist damit aber noch nicht abgeschlossen.

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Volkswagen muss zur Beilegung des US-Abgasskandals nach Reuters-Informationen tiefer in die Tasche greifen als zunächst gedacht. Der Autobauer solle eine Entschädigungssumme von insgesamt mehr als 15 Milliarden Dollar zahlen, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Montag. Davon seien zehn Milliarden Dollar für das Angebot des Wolfsburger Pkw-Herstellers zum Rückkauf von fast einer halben Million manipulierter Dieselautos mit 2,0-Liter-Motoren vorgesehen.

Die Einigung von der auch die Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg und die Financial Times berichten, solle am Dienstag bekanntgegeben werden. Am selben Tag solle zudem über eine separate Einigung mit fast allen US-Bundesstaaten im Zusammenhang mit Dieselemissionen informiert werden, sagte ein zweiter Insider. Hier gehe es um 500 Millionen Dollar. Damit steige die Gesamtsumme auf über 15 Milliarden Dollar. In der vergangenen Woche war von etwa zehn Milliarden Dollar zur Beilegung des Skandals die Rede.

Weder die US-Umweltschutzbehörde noch der Konzern wollten dies kommentieren. Am 28. Juni läuft die Frist für einen finalen Kompromiss in den USA aus.

Besitzer von Autos mit 2,0-Liter-Dieselmotoren aus den Jahren 2009 bis 2015 sollen dem einen Insider zufolge eine Entschädigung von im Schnitt 5000 Dollar erhalten. Auch wer ein Fahrzeug geleast habe, solle entschädigt werden.

Europas größter Autokonzern hatte sich bereits im April nach monatelangen Verhandlungen mit den US-Behörden auf Grundzüge eines Entschädigungsplans geeinigt. Volkswagen hatte im September auf Druck der US-Umweltbehörden zugegeben, Abgaswerte bei 2,0-Liter-Dieselmotoren mit einer speziellen Software manipuliert zu haben. Weltweit sind rund elf Millionen Fahrzeuge davon betroffen.

Die juristische Aufarbeitung des Skandals ist damit aber noch nicht abgeschlossen. Der Konzern ist wegen der Manipulationen mit zahlreichen Schadensersatzklagen von Besitzern von Dieselfahrzeugen, Autohändlern und Investoren konfrontiert. Dieser Streit dürfte VW noch mehrere Jahre beschäftigen, bevor die Kosten auch hier absehbar sind. Zudem laufen noch strafrechtliche Ermittlungen wegen der Abgasmanipulation.

Für Rückrufaktionen und Rechtsstreitigkeiten stellte der Konzern im vergangenen Jahr 16,2 Milliarden Euro zurück, was zum höchsten Jahresverlust in der der Volkswagen-Geschichte von 1,6 Milliarden Euro führte.

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