Türkei: Regierung verweigert Untersuchung von Flughafen-Anschlag

Alle drei türkischen Oppositionsparteien fordern die Einsetzung einer parlamentarischen Untersuchungskommission, um den Anschlag vom Flughafen Istanbul untersuchen zu lassen. Doch die türkische Regierung lehnt eine Untersuchung ab.

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Nach dem Bombenanschlag am Atatürk Flughafen in Istanbul haben die türkischen Oppositionsparteien CHP, MHP und HDP gesonderte Anträge im Parlament eingereicht. Die Parteien fordern, dass eine parlamentarische Untersuchungskommission eingesetzt wird, um den Anschlag und das Netzwerk der Terror-Miliz ISIS in der Türkei zu durchleuchten. Doch die AKP-Regierung lehnte alle drei Anträge ab, berichtet die Zeitung Borsa Gündem.

Im Zusammenhang mit den Terroranschlägen in der Türkei, die teilweise ISIS und teilweise der PKK zugeordnet wurden, reichten die Oppositionsparteien in den vergangenen sieben Monaten insgesamt 22 Anträge ein, um all diese Fälle parlamentarisch untersuchen zu lassen, berichtet Aktifhaber. Die CHP reichte 13, die HDP sieben und die MHP zwei Anträge ein. Ausnahmslos alle Anträge wurden von der türkischen Regierung abgelehnt.

Beim letzten Anschlag am Atatürk-Flughafen sind 42 Menschen getötet und 238 weitere Personen verletzt worden, berichtet Haberturk.

Die Zeitung Birgün hat die Anschläge der vergangenen zwölf Monate aufgelistet:

– Am 8. Juni kam es in der türkischen Stadt Midyat zu einem Autobombenanschlag. Dabei starben sechs Menschen. Zu der Tat bekannte sich die PKK.

– Einen Tag zuvor fand in Istanbul ein Anschlag statt, bei dem sieben Polizisten und vier Zivilisten starben. Den Anschlag soll die Terror-Organisation TAK, auch Freiheitsfalken Kurdistans genannt, verübt haben.

– Am 12. Mai fand in Diyarbakir ein Lkw-Bomben-Anschlag statt. Dabei starben 16 Menschen.

– Am 27. April wurden in Bursa bei einem Anschlag der TAK 13 Personen verletzt.

– Am 19. März wurde in Istanbul ein Anschlag verübt. Dabei starben vier Touristen.

– Am 13. März kamen bei einem Anschlag in Ankara 35 Personen ums Leben. Zur Tat bekannte sich die TAK.

– Am 17. Februar führte die TAK einen Anschlag auf ein Militärfahrzeug in Ankara durch. 28 Personen starben bei dem Anschlag.

– Am 14. Januar griff die PKK ein Gebäude der türkischen Polizei in Diyarbakir an. Bei dem Angriff kamen sechs Polizisten ums Leben.

– Am 12. Januar kam es auf dem Sultan Ahmet-Platz in Istanbul zu einem Selbstmordanschlag. Es starben elf deutsche Touristen. Der Attentäter soll im Auftrag von ISIS gehandelt haben.

– Am 10. Oktober 2015 verübten zwei Selbstmordattentäter in Ankara zeitgleiche Anschläge auf eine Kundgebung der HDP. Es wurden 101 Menschen getötet.

– Am 20. Juli 2015 wurde ein Selbstmordattentat in der Stadt Urfa verübt. Bei dem Anschlag starben 33 Menschen.

– Am 5. Juni 2015 kam es auf einer Kundgebung der HDP zu zwei zeitgleichen Explosionen. Es starben fünf Menschen. Der Urheber der Explosionen soll ISIS gewesen sein.

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