Lufthansa prüft Verkauf von Eurowings

Die Billig-Fluglinie der Lufthansa wächst offenbar organisch nicht schnell genug. Lufthansa sucht daher nach neuen Eigentümern für Eurowings. Am liebsten wäre der Lufthansa die Zusammenlegung mit einem Konkurrenten.

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Die Lufthansa könnte ihre Billigmarke Eurowings nach Aussagen von Konzernchef Carsten Spohr mit einer anderen Fluggesellschaft zusammenlegen. Es gebe einige Möglichkeiten, um Eurowings möglichst schnell auf eine kritische Größe zu bringen, sagte Spohr am Montag. „Eine Variante ist, dass wir Eurowings nicht mehr zu 100 Prozent besitzen, sondern mit einer anderen Airline zusammenbringen und dann konsolidieren.“ Es gebe zu viele Billig-Fluglinien in Europa. Gleichzeitig bekräftigte der Vorstandschef die Jahresprognose eines Betriebsgewinns von leicht mehr als 1,8 Milliarden Euro. Analysten hatten im Schnitt weniger erwartet. Die Lufthansa-Aktie setzte sich daraufhin mit einem Plus von knapp vier Prozent an die Dax-Spitze.

Eurowings ist Kernpunkt der von Spohr nach seinem Amtsantritt vor zwei Jahren vorgestellten Unternehmensstrategie. Der 49-jährige geht davon aus, dass das alte Geschäftsmodell der Fluglinie an seine Grenzen stößt. Bisher sammelt die Lufthansa einen Großteil der Passagiere in ganz Europa ein und transportiert sie an die beiden großen Drehkreuze Frankfurt und München, wo die Gäste umsteigen. Vielen Passagieren ist das aber zu umständlich – sie buchen lieber bei Billiganbietern wie Ryanair und Easyjet. „Ein Direktflug ist immer besser als eine Umsteigeverbindung“, sagte Spohr. Zudem dürfte in den nächsten Jahren der Markt für private Reisen schneller wachsen als der für Geschäftsflüge.

Als Antwort schickte Konzernführung des Eurowings an den Start: Die Kosten des Ablegers sollen 40 Prozent unter dem Niveau der Lufthansa selbst liegen. Zudem soll die Flotte Unternehmens-Insidern zufolge von derzeit 90 auf 220 bis 230 Flugzeuge wachsen. Die neue Ausrichtung spiegelt sich auch in Wachstumsplanung für dieses Jahr wider: Die Kapazitäten von Eurowings sollen um ein Fünftel zunehmen, die der Drehkreuz-Linien Lufthansa, Swiss und Austrian insgesamt nur um 2,5 Prozent.

Wichtiger Bestandteil der Strategie sind Übernahmen. Einer der möglichen Kandidaten, mit dem die Lufthansa verhandelt, ist die Urlaubsfluggesellschaft Condor, wie drei Insider im April zu Reuters gesagt hatten. Condor gehört zum britischen Reisekonzern Thomas Cook, dem noch weitere Airlines gehören. Auch diese könnten unter bestimmten Umständen interessant sein, ließ Spohr durchblicken. „Wenn es Gespräche gibt, gibt es keinen Grund, die nur auf Condor zu beschränken.“ Die Thomas-Cook-Fluglinien seien neben Deutschland auch in Skandinavien, Großbritannien und Belgien aktiv. „Das sind Märkte, die für uns interessant sind.“

Die Verhandlungen über einen Kauf des Konkurrenten SAS, über die Reuters ebenfalls im April aus Konzernkreisen berichtet hatte, liegen hingegen aus Eis. Hinter SAS stehen die skandinavischen Länder Norwegen, Schweden und Dänemark. „Die Risiken bei drei Eignern, 30 Gewerkschaften und dem starken Wettbewerber Norwegian wären im Vergleich zu den Vorteilen zu hoch gewesen.“ Doch sind direkte Beteiligungen nicht die einzige Expansionsmöglichkeit für Eurowings. Neue Partner könnten etwa an neue Lufthansa-Tochter angedockt werden, etwa mit einem Marketing-Abkommen.

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