Schwere Ausschreitungen bei linksextremer Demo in Berlin

Bei einer Demonstration linker und linksradikaler Gruppen in Berlin ist es am Samstagabend zu schweren Ausschreitungen gekommen. Mehrfach griffen Randalierer Polizisten mit Steinen und Böllern an.

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Schaufensterscheiben wurden zerstört und Polizeiautos beschädigt. Mehrere Polizisten wurden durch Stein- und Flaschenwürfe verletzt. Demonstranten bluteten.

Die Polizei nahm eine ganze Reihe mutmaßlicher Randalierer fest, wie ein Polizeisprecher sagte. Genaue Zahlen dazu lagen am Abend noch nicht vor. Insgesamt waren 1800 Polizisten in Berlin-Friedrichshain und den Nachbarstadtteilen im Einsatz.

Die Demonstration von überwiegend jungen Menschen richtete sich gegen Polizeieinsätze und die seit längerem andauernde Polizeipräsenz rund um von Autonomen bewohnte Häuser in der Rigaer Straße. Zum Teil liefen auch schwarz vermummte Teilnehmer in dem Zug von mehr als 2000 Demonstranten mit. Auf Transparenten standen Parolen wie «Rigaer 94 verteidigen» und «Häuser solidarisch gegen Staatsterror». In den vergangenen Wochen hatte es zum Teil Aufrufe zu Gewalt und Straßenschlachten gegeben.

Direkt vor dem Eingang des Hauses Rigaer Straße 94 hatte die Polizei fünf Mannschaftswagen postiert. Mehr als hundert Polizisten standen neben und gegenüber dem Haus. Bewohner des Hauses und Nachbarn lärmten schon vor Ankunft des Demonstrationszugs und schlugen mit Löffeln gegen Kochtöpfe.

Die Demonstration stand lange, während die Menge immer wieder minutenlang skandierte: «Bullenschweine raus aus der Rigaer!» Demonstranten warfen Böller und feuerten Silvesterraketen ab. Polizisten sprühten Reizgas auf Angreifer.

Im weiteren Verlauf begleiteten Polizisten mit Helmen die gesamte Demonstration im Spalier. Von einem Hubschrauber aus beobachtete die Polizei den Aufmarsch. Auf dem weiteren Weg gab es immer wieder Rangeleien zwischen Beamten und Demonstranten.

Um 23.10 Uhr wurde die Demonstration für beendet erklärt. Kurz darauf twitterte die Polizei: «Unsere Kolleg. führen derzeit auf der Warschauer Str. zielgerichtete Festnahmen von wiedererkannten Straftätern durch.»

In den vergangenen Monaten hatten unter anderem ein großer Polizeieinsatz im Januar und die Räumung einiger Bereiche in dem Haus Nr. 94 am 22. Juni in der linksradikalen Szene für Aufruhr gesorgt. Seit Wochen gibt es fast in jeder Nacht Brandanschläge auf Autos, die Extremisten zugeschrieben werden.

Die Berliner Polizei wurde von Kollegen aus Bayern, Brandenburg, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und von der Bundespolizei unterstützt. Innensenator Frank Henkel (CDU) hatte angekündigt, die Polizei werde auch in der Nacht nach der Demonstration präsent sein. So sollten Krawalle und Brandanschläge unterbunden werden.

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