Österreich: Bank Austria braucht ohne Ost-Europa mehr Kapital

Österreichs Bank Austria gerät nach der Entscheidung des UniCredit, das Osteuropa-Geschäft nach Mailand zu verlagern, unter Druck: Die Bank braucht mehr Kapital. Die Aufsicht hat sich bereits mit dem Fall befasst.

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Der österreichische Finanzminister Hans Jörg Schelling. Bank Austria braucht mehr Kapital. (Foto: EPA/LISI NIESNER)

Der österreichische Finanzminister Hans Jörg Schelling. (Foto: EPA/LISI NIESNER)

Die Bank Austria braucht laut Finanzkreisen nach der Abtrennung des Osteuropa-Geschäfts mehr Kapital. Wenn das österreichische Institut die Töchter wie geplant an den Mailänder Mutterkonzern UniCredit abgebe, komme die Bank Austria noch auf eine harte Kernkapitalquote von 11,3 Prozent, sagte ein Insider am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. „Die Aufsicht hält das für zu wenig.“ Auch der Österreichische Rundfunk (ORF) und die Tageszeitung „Kurier“ berichteten, dass die Abspaltung nur mit einem höheren Kapitalpuffer genehmigt werden könne. Die Töchter in 14 mittel- und osteuropäischen Ländern sollen künftig direkt an der italienischen Muttergesellschaft aufgehängt werden.

Die Europäische Zentralbank (EZB), die österreichische Notenbank und UniCredit wollten sich zu den Informationen nicht äußern. Die Bank Austria erklärte, die Abspaltung werde wie geplant vollzogen. „UniCredit Bank Austria hat immer ihre Kapitalanforderungen erfüllt und wird das auch in Zukunft tun“, erklärte sie. Einschließlich der Osteuropa-Töchter kam die Bank Austria Ende März auf ein Kapitalpolster von 11,2 Prozent. Die Mutter UniCredit wies eine Kernkapitalquote von 10,5 Prozent aus.

Ob der UniCredit der Bank Austria entgegenkommen wird ist unklar: Die Bank stellt unter seinem neuen Chef die Konzernstrategie auf den Prüfstand. Der Verwaltungsrat der italienischen Großbank genehmigte am Montag das Vorhaben, bei dem der Blick auf eine Optimierung der Kapitalstruktur, weiteren Kostenkürzungen und „insbesondere ein noch strengeres Risiko-Management“ liegen werde. Strategische Geschäftsteile wie die deutsche Tochter HVB würden weiterentwickelt.

Zudem reduziert die Bank die Beteiligung an dem Online-Broker Fineco. Ein Anteil von zehn Prozent an Fineco werde in einer beschleunigten Platzierung veräußert, teilte Unicredit mit. Unicredit besitzt derzeit 65 Prozent an Fineco.

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