EZB gibt Entwarnung: Es gibt keine Banken-Krise in Italien

Die Bankenaufsicht der EZB sieht keine italienische Banken-Krise. Lediglich einige Institute hätten Probleme, sagte EZB-Mann Ignazio Angeloni. Diese Aussage dürfte die Beobachter beruhigen - schließlich ist er wie EZB-Chef Mario Draghi Italiener und kennt daher alle Details, wie es um die Banken Italiens wirklich steht.

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Mario Draghi bei einer Pressekonferenz der EZB in Frankfurt. (Screenshot ECB)

Mario Draghi bei einer Pressekonferenz der EZB in Frankfurt. (Screenshot ECB)

Entwicklung der faulen Kredite im italienischen Bankensystem.

Entwicklung der faulen Kredite im italienischen Bankensystem.

Die EZB sieht keine Banken-Krise in Italien. Es gebe kein spezifisches oder landesweites Problem mit Italien, betroffen seien einige Institute, sagte EZB-Bankenwächter Ignazio Angeloni der italienischen Wirtschaftszeitung „Il Sole 24 Ore“. „Das Problem der notleidenden Kredite kann bewältigt werden, sollte aber nicht unterschätzt werden,“ sagte Angeloni.

Angeloni zufolge reicht der unlängst eingerichtete Bankenrettungsfonds Atlante nicht aus, um in allen Fällen einzugreifen, bei denen Geld zum Aufkauf notleidender Darlehen oder zur Kapitalstützung der Institute benötigt wird. Den Fonds zu verstärken, vor allem durch Gelder von Privatinvestoren außerhalb des italienischen Bankensektors, sei deshalb wünschenswert. „Ich denke auch, dass eine Präsenz internationaler Investoren ein gutes Signal wäre,“ sagte Angeloni.

Italiens Finanzminister Pier Carlo Padoan (66) wehrt sich gegen den Vorwurf, die aktuelle Banken-Krise in seinem Land sei hausgemacht. „Der Auslöser der Krise der letzten Wochen liegt doch nicht in Italien“, sagte Padoan der „Bild“-Zeitung. Nicht die Instabilität einiger italienischer Geldinstitute sei die Ursache. Die neue Banken-Krise sei „das Ergebnis des britischen Referendums“. Die aktuellen Schwierigkeiten einiger unserer Banken“ stünden „in direktem Zusammenhang mit der Wirtschaftskrise.“ Padoan sprach aktuell von „einer Welle der Unsicherheit“, die „gravierende Auswirkungen auf die weltweiten Finanzmärkte“ habe.

In der Diskussion um mögliche Staatshilfen für italienische Banken erinnerte Padoan daran, dass ja auch die Bundesregierung zu Beginn der Finanzkrise in großem Umfang Banken gerettet habe: „Dank der Solidität unserer Banken damals hat sich dagegen die staatliche Unterstützung für italienische Banken bisher auf nur eine Milliarde beschränkt“.

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