Nintendo verdoppelt mit Pokémon seinen Börsenwert

Die weltweite Begeisterung für das Smartphone-Spiel Pokémon Go beschert dem japanischen Videospielekonzern Nintendo einen sagenhaften Aufstieg an der Börse. Am Dienstag legte die Aktie des Unternehmens erneut um 14 Prozent zu, der Börsenwert von Nintendo erreichte 38 Milliarden Euro. Damit zog das Unternehmen am Elektronikkonzern Sony vorbei.

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Eine Pokemon Go Spielerin in Hannover mit einer Pokemonmütze. Mit dem Smartphone-Spiel hat Nintendo seinen Börsenwert verdoppelt. (Foto: dpa)

Eine Pokemon Go Spielerin in Hannover mit einer Pokemonmütze. (Foto: dpa)

Seit der Veröffentlichung der Spiele-App Pokémon Go am 7. Juli hat Nintendo seinen Börsenwert mehr als verdoppelt. Am Freitag brach der Konzern zudem den bisherigen Rekord für die höchste Zahl der innerhalb eines Tages in Japan gehandelten Aktien.

Nintendo hat Pokémon Go zwar nicht entwickelt – es stammt aus dem Hause von Niantic, einer Google-Abspaltung. Nintendo unterstützte lediglich seine Tochter The Pokémon Company und Niantic. Doch die Anleger glauben, dass die Begeisterung für Pokémon Go auch den Mutterkonzern von Super Mario und Pikachu beflügeln wird. Der Hype wird als gutes Zeichen für Nintendos recht späten Einstieg in das Geschäft mit Spiele-Apps gewertet.

Auch andere Unternehmen profitieren von dem Kult um das Spiel, so die AFP. Die Aktie von McDonald’s Japan lag am Dienstag zeitweise um 23 Prozent im Plus – das Unternehmen legt seinem Kindermenü Happy Meal seit Freitag Pokémon-Figuren bei. Bei Börsenschluss betrug das Plus immerhin noch 5,3 Prozent.

Pokémon Go war zunächst nur in den USA, Australien und Neuseeland verfügbar, kam in der vergangenen Woche nach Europa und kann seit dem Wochenende in 26 weiteren Ländern heruntergeladen werden. In Japan ist es allerdings bisher nicht verfügbar – Nintendo schweigt sich über den Start auf dem Heimatmarkt aus.

Die kostenlose Spiele-App animiert die Nutzer, mit ihrem Smartphone durch die Gegend zu laufen und in der „echten Welt“ versteckte Pokémon-Figuren einzufangen. Dabei werden die GPS-Funktion und das Kartenmaterial des Smartphones genutzt.

Das neue Pokémon-Spiel verdreht den Konsumenten den Kopf: Mittlerweile häufen sich Unfälle, Verkehrsverstöße oder gar Überfälle in Zusammenhang mit dem Spiel. Aus London erfahren wir, dass sogar gestandene Finanz-Profis seit einigen Tagen den Brexit vergessen haben und wie verrückt von dem neuen Spiel in eine andere Welt geholt werden. In den USA nützen Kriminelle das Spiel und erleichtern verträumte Spieler um ihre Handys. Am Dienstag teilte die Polizei in Indonesien mit, sie habe einen 27-jährigen Franzosen auf einer Militärbasis auf Java festgenommen. Er habe ausgesagt, er sei auf der Jagd nach Pokémons gewesen und unabsichtlich auf das Gelände geraten. Der Mann wurde nach Behördenangaben mehrere Stunden befragt, dann aber freigelassen.

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