Polizei Bremen nimmt aus Psychiatrie geflüchteten Algerier fest

Ein junger Asylbewerber ist am Mittwochabend in Bremen festgenommen worden. Mit den Worten „Ich sprenge Euch in die Luft“ war er aus der Psychiatrie entflohen. Mittlerweile stellte sich heraus, dass offenbar keine Gefahr von ihm ausging, wie die Polizei berichtet.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Ein flüchtiger Psychiatriepatient hat in Bremen wegen einer möglichen Bedrohungslage einen größeren Polizeieinsatz ausgelöst. Beamte räumten am Mittwoch nach eigenen Angaben ein Einkaufszentrum, in dem sich der 19-Jährige zeitweise aufhielt, berichtet AFP. Zuvor hatte er demnach Äußerungen getätigt, die sich auf den Münchener Amoklauf und Anschläge bezogen.

Einsatzkräfte der Bundespolizei nahmen den Algerier am Abend am Bremer Hauptbahnhof in Gewahrsam. Dort wollte er nach Erkenntnissen der Ermittler offenbar per Zug zurück in den niedersächsischen Ort fahren, in dem die Psychiatrie liegt, aus der er am Nachmittag geflüchtet war. Nach Angaben der für den Fall zuständigen Polizei in Diepholz entkräftete sich jeder Gefährdungs- oder sogar Extremismusverdacht in den folgenden Vernehmungen. „Die Vermutung einer Fremd- oder Eigengefährdung bestätigte sich dabei nicht mehr“, teilten die Beamten in der niedersächsischen Stadt am Donnerstag mit.

Die Aussagen des Manns seien nach dessen glaubwürdigen Angaben in Momenten starker Erregung gefallen. In dem Einkaufszentrum seien weder Sprengstoff noch andere gefährliche Gegenstände gefunden worden, ergänzte ein Sprecher der Bremer Polizei am Donnerstag. Bereits zuvor hatten die Beamten mitgeteilt, dass die Evakuierung „ohne Zwischenfälle“ verlaufen sei.

Wie die Beamten in Diepholz mitteilten, wurde der Mann inzwischen entlassen. Er war demnach ursprünglich am Sonntag aufgrund eines richterlichen Beschlusses in die Psychiatrie in Bassum eingewiesen worden, nachdem er wegen Hausfriedensbruchs und Diebstahls in Gewahrsam genommen worden war und sich währenddessen selbst verletzt hatte. Bereits am Mittwochnachmittag wurde der Unterbringungsbeschluss aber aufgehoben.

Gegenüber den Beamten hatte er demnach anfangs unter anderem auch Äußerungen mit Blick auf den Amoklauf von München und Anschläge der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) getätigt. Bei seiner Flucht aus der Psychiatrie am Mittwoch rief er einer ihm nacheilenden Ärztin ferner zu: „Ich
sprenge Euch in die Luft.“ Daher sei zunächst von möglicher „Eigen- und Fremdgefährdung“ ausgegangen worden, erklärten die Beamten.

„Weder seine psychische Verfassung noch seine etwaigen Reaktionen beziehungsweise. Handlungen waren abschätzbar“, erklärten die Beamten in Diepholz. In solchen Situationen würden „polizeiliche Standardmaßnahmen“ eingeleitet, bis jedes Risiko ausgeschlossen werden könne. In Deutschland hatte es in den vergangenen Tagen zwei islamistische Anschläge in Würzburg und Ansbach gegeben, bei denen jeweils die Täter getötet und mehrere Menschen verletzt wurden. Zudem tötete ein Schüler bei einem Amoklauf in München neun Menschen und sich selbst. Die Sicherheitslage gilt deshalb als besonders angespannt.

Nach dem Mann war zunächst im Umkreis der Psychiatrie gefahndet worden, wobei auch die Polizeibehörden der umliegenden Regionen einbezogen wurden. Parallel dazu erhielt die Bremer Polizei nach eigenen Angaben am Mittwochnachmittag einen Notruf, in dem auf einen potenziell verdächtigen Menschen in einem Einkaufszentrum der Stadt hingewiesen wurde. Zivilbeamte sondierten „verdeckt“ die Lage, während ein Zeuge nach Angaben der Polizei anhand einer Bildaufnahme bestätigte, dass es sich tatsächlich um den Gesuchten aus Bassum handelte. Die Evakuierung sei eingeleitet worden, weil eine „geordnete Suche“ nach dem Verdächtigen und eventuell von diesem deponierte Gegenstände unmöglich gewesen wäre, erklärten die Beamten. Auch sollten keine Unbeteiligten gefährdet werden.

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung: Unsere Prinzipien: Kritische Distanz zu allen und klare Worte. Das gefällt natürlich vielen nicht: Der Bundesregierung, den EU-Behörden, den Netzwerken der Parteien, den Lobbyisten, Medien unter staatlicher Aufsicht, verschiedenen Agitatoren aus dem In- und Ausland. Diese Player behindern uns nach Kräften und attackieren unser Geschäftsmodell.

Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung: Sichern Sie die Existenz der DWN!

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***

media-fastclick media-fastclick