Türkei fordert von Deutschland Auslieferung geflohener Staatsanwälte

Die Türkei fordert von Berlin die Auslieferung von Staatsanwälten, die nach dem Putschversuch angeblich nach Deutschland geflohen sind. An dem Vorstoß könnte sich der nächste Streit im ohnehin angespannten Verhältnis beider Regierungen entzünden.

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Recep Tayyip Erdogan mit seinem Premier Binali Yildirim (li.) und Generalstabschef Hulusi Akar. (Foto: dpa)

Recep Tayyip Erdogan mit seinem Premier Binali Yildirim (li.) und Generalstabschef Hulusi Akar. (Foto: dpa)

Die Türkei fordert im Zusammenhang mit dem gescheiterten Putsch von Deutschland die Auslieferung geflüchteter Staatsanwälte. Einige Strafverfolger mit Verbindungen zum Prediger Fethullah Gülen hätten sich in die Bundesrepublik abgesetzt, sagte Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Donnerstag dem TV-Sender CNN Türk. Die Regierung in Berlin solle sie ausliefern.

Die türkische Regierung wirft dem in den USA lebenden Gülen vor, Drahtzieher des Umsturzversuchs vom 15. Juli zu sein. Gülen, einst Weggefährte und inzwischen Erzfeind von Präsident Recep Tayyip Erdogan, bestreitet dies. Die türkischen Behörden haben seit dem gescheiterten Putsch über 60.000 mutmaßliche Gülen-Anhänger vom Dienst suspendiert, aus dem öffentlichen Dienst und den Streitkräften entlassen oder festgenommen.

Der Auslieferungs-Antrag könnte zum nächsten Streit in dem ohnehin gespannten Verhältnis zwischen Berlin und Ankara führen. Liefert die deutsche Regierung die Staatsanwälte aus, wird sie sich den Vorwurf der Unterwürfigkeit gegenüber Präsident Erdogan gefallen lassen müssen. Wird den Anwälten Asyl gewährt, könnte es zu Gegenmaßnahmen auf türkischer Seite kommen. Bereits in der jüngsten Vergangenheit wurde das Verhältnis beider Regierungen durch die Armenien-Resolution des Bundestages und die Affäre Böhmermann belastet.

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