Bank-Aktien in ganz Europa mit deutlichen Verlusten

Die deutlichen Verluste vieler Bankaktien haben die europäischen Aktienmärkte am Montag ins Minus gedrückt. Die Ergebnisse des Stresstests werden von den meisten Anlegern inzwischen offenbar mit einiger Skepsis betrachtet.

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Die Ergebnisse des mit Spannung erwarteten Bankenstresstests haben Anlegern zu Wochenbeginn die Kauflaune verdorben. Der Dax gab anfängliche Gewinne wieder ab und verlor 0,4 Prozent auf 10.301 Punkte. Im europäischen Börsenindex EuroStoxx50 schlugen sich die teils kräftigen Kursverluste der Banken deutlicher nieder, er verlor 0,8 Prozent auf 2968 Punkte. Besonders unter Druck standen die italienischen Geldhäuser, die bei dem Stresstest der Aufsichtsbehörde EBA schlecht abgeschnitten hatten. „Bankanleger stellen fest, dass der Sack doch Flöhe hat und der Stresstest nicht ganz so positiv gewertet werden sollte, wie er auf den ersten Blick erscheint“, sagte Marktanalyst Jens Klatt von JFD Brokers.

Schlusslicht im Dax waren Aktien der Commerzbank mit einem Abschlag von 2,5 Prozent, Titel der Deutschen Bank verloren 1,7 Prozent. Wesentlich stärker bergab ging es für die Aktien der italienischen HVB-Mutter UniCredit mit einem Minus von sieben Prozent. Banco Popular und BBVA aus Spanien sowie Societe Generale aus Frankreich verloren bis zu 6,2 Prozent. Die Aktionäre der österreichischen Raiffeisen Bank International flüchteten ebenfalls und schicken die Papiere um gut fünf Prozent nach unten.

Beim Test der Aufsichtsbehörde EBA landeten die Deutsche Bank und die Commerzbank unter den letzten zehn von 51 überprüften Geldhäusern. Die getesteten Banken hätten ihre Kapitalpolster zwar gestärkt, seien aber noch nicht völlig gesund, sagte EBA-Chef Andrea Enria. Die Finanzaufsicht BaFin betonte, aus den Ergebnissen des Tests resultiere nicht automatisch ein Kapitalbedarf. Die Institute mussten simulieren, wie stark ihre Kapitalquoten bei einer neuen Finanz- und Wirtschaftskrise zusammenschmelzen würden.

„Die Ergebnisse haben zwei Seiten“, sagte ein Aktienhändler. Zwar sei der Stresstest für Deutsche Bank und Commerzbank nicht so schlecht ausgefallen wie befürchtet, dennoch mache er die Kapitalnot der Institute deutlich. Dirk Becker von Allianz Global Investors sagte, die Resultate seien alles in allem positiv. Allerdings sei bei dem Test das für Banken besonders belastende Niedrigzinsumfeld gänzlich ausgeklammert worden.

Positiv nahmen Anleger die Aussicht auf eine Rettung der Krisenbank Monte dei Paschi di Siena auf. Die Aktien der drittgrößten italienischen Geldhauses stiegen um fast vier Prozent und waren damit einziger Gewinner im europäischen Bankenindex, der um 2,4 Prozent fiel. Monte Paschi landete beim Stresstest zwar auf dem letzten Platz, die Europäische Zentralbank gab aber grünes Licht für den Rettungsplan des ältesten Geldhauses der Welt.

Im Nebenwerteindex MDax zogen Stada um bis zu 2,7 Prozent auf den höchsten Stand seit neun Jahren an. Der US-Finanzinvestor Guy Wyser-Pratte, der nach eigenen Angaben weniger als drei Prozent an dem Generika-Hersteller hält, brachte in einem Reuters-Interview erneut einen Verkauf des Konzerns an die Beteiligungsgesellschaft CVC ins Spiel.

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