Neue Blase: Amerikaner machen immer mehr Kreditkarten-Schulden

Die Schulden amerikanischer Kreditkarten-Kunden stiegen im zweiten Quartal deutlich. Im Gegensatz zu vielen anderen Geschäftsbereichen lassen sich hier noch ansehnliche Renditen erwirtschaften. Beobachter warnen jedoch vor dem Aufbau einer neuen Blase, während erste Banken ihre Risikopolster ausbauen.

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Die Verpflichtungen amerikanischer Kreditkarten-Inhaber sind im zweiten Quartal so stark gestiegen wie seit dem Jahr 2007 nicht mehr. In den Monaten von April bis Juni sind in den USA rund 18 Milliarden Dollar an neuen Schulden über Kreditkarten angefallen, berichtet die Financial Times. Damit stieg der Schuldenstand insgesamt auf rund 685 Milliarden Dollar – aufs Jahr gerechnet betrug der Anstieg im zweiten Quartal etwa 7,6 Prozent.

Die Kreditvergabe über Kreditkarten zählt mit Renditen zwischen 12 Prozent und 14 Prozent zu den letzten wirklich rentablen Geschäftsbereichen der US-Bankenindustrie. Denn auch diese leidet ähnlich wie ihre europäische Konkurrenz unter den extrem niedrigen Zinsen der Zentralbank Fed. Entsprechend stark investieren die großen Banken in diesem Feld: Bei Wells Fargo stiegen die ausstehenden Forderungen gegen Kunden um 10 Prozent, bei der Citigroup um 12 Prozent, bei der US Bank um 16 Prozent und bei SunTrust sogar um 26 Prozent, wie aus einer Analyse der Deutschen Bank hervorgeht.

Mittlerweile mehren sich jedoch die Stimmen, welche vom Beginn einer neuen Blase sprechen, da viele amerikanische Bürger ohnehin stark überschuldet sind und die Reallöhne seit einiger Zeit stagnieren. „Im gegenwärtigen Umfeld ist das wahrscheinlich eine sichere Strategie. Aber wie wir in den Jahren 2007 und 2008 im Immobiliensektor gesehen haben, kann sich die Situation sehr schnell ändern“, wird ein Analyst von der FT zitiert. Im Juni warnte das Finanzunternehmen Synchrony Financial die Branche bereits, indem es die Prognosen für Kreditausfälle bei Kreditkarten um 20 bis 30 Basispunkte erhöhte. Der Aktienkurs des größten Kreditkarten-Produzenten der USA sackte daraufhin um bis zu 13 Prozent ab.

Erste Banken und Finanzfirmen gingen bereits dazu über, ihre Risiko-Positionen aufzustocken. Denn viele von ihnen hatten in den vergangenen Monaten besonders Kunden mit niedriger Bonität Geld geliehen. JPMorgan fügte 250 Millionen Dollar als Absicherung zum Kreditkarten-Portfolio hinzu, ebenso wie CapitalOne, das 375 Millionen zuschoss.

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