Kurden wechseln Fronten und kämpfen für Assad

Die Kurden-Milizen kämpfen bei Aleppo und in anderen Teilen Syriens auf Seiten der Regierungstruppen aktiv gegen die internationalen Söldner. Eine führende US-Denkfabrik fordert von den USA mehr Unterstützung für die Söldner.

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Die militärische Lage in Syrien. (Grafik: WINEP)

Die militärische Lage in Syrien. (Grafik: WINEP)

Die Kurden-Milizen der YPG haben sich in der Schlacht um Aleppo auf die Seite der Regierung in Damaskus geschlagen. Die Kurden operieren von ihrer Hochburg Scheik Maksud aus. Doch auch in anderen Teilen (Azaz-Marea, Manbidsch und Hassaka) Syriens gibt es eine enge Kooperation zwischen der syrischen Armee (SAA) und der YPG, berichtet das Washington Institute for Near East Policy (WINEP).

Die Unterstützung der YPG-Milizen für die syrische Regierung sei tief besorgniserregend, weil die YPG von den USA unterstützt werde. Dies zeigt, dass die Agenda der YPG sich von den Interessen der USA fundamental unterscheide. Die YPG würde auch gegen die „moderate Opposition“ kämpfen, um die kurdische Expansion auszuweiten. Deshalb sollten die USA auch andere Gruppen – wie die sunnitisch-arabischen Rebellen – unterstützen, um ein Gegengewicht zur YPG zu schaffen, so das WINEP.

Währenddessen haben am Montag islamistische Söldner in Aleppo mindestens 28 Zivilisten getötet. Dutzende wurden verletzt, berichtet Al Jazeera. Firas Maksad, ein Nahost-Analyst von der George Washington University, sagt, dass Aleppo „der Schlüssel“ für die Regierungstruppen sei, um Versorgungsrouten offen zu halten. Doch für die Söldner sei es die finale Schlacht. „Wenn sie Aleppo verlieren, wovon sie einen Großteil seit etwa vier Jahren halten, könnten sie auch die Schlacht um Syrien verlieren“, so Maksad. Es sei zu beobachten, dass die Regierungstruppen, die von Russland und dem Iran unterstützt werden, die Oberhand gewinnen. Die Söldner seien in einer schlechten Situation.

Nach Angaben von Amnesty International (AI) sind islamistische Söldner im Syrien-Konflikt verantwortlich für Kriegsverbrechen. Sie würden wahllos zivile Ziele wie Moscheen, Märkte oder Straßen beschießen. Dabei seien nach Angaben von Augenzeugen alleine von Februar bis April mindestens 83 Zivilisten getötet worden, darunter 30 Kinder.

Die regierungsunabhängige Organisation hatte im Juli einen Bericht vorgelegt, in dem sie Fälle von Entführungen, Folterungen und Hinrichtungen dokumentierte. Syrische Zivilisten seien unter der Herrschaft der Rebellen einer „erschreckenden Welle“ von Gewalttaten ausgesetzt, heißt es darin.

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