Flixbus will nach Postbus-Kauf in Europa expandieren

Nach der Übernahme des Konkurrenten Postbus kontrolliert Flixbus etwa 80 Prozent des deutschen Fernbusmarktes. Das Unternehmen hält sich weitere Übernahmen in Europa offen. Für die Kunden ist die Marktmacht des Monopolisten keine gute Nachricht.

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Nach der Übernahme des Konkurrenten Postbus plant Marktführer Flixbus weitere Zukäufe in der Fernbusbranche. „Wir schauen uns weitere Unternehmen in Europa an“, sagte Geschäftsführer André Schwämmlein der Wirtschaftswoche laut Vorabbericht vom Donnerstag. Die Ausgangslage sei für sein Unternehmen günstig. „Wir sind die einzigen, die flächendeckend so ein großes Netz und Angebot in Europa haben.“

Die Deutsche Post hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass sie ihre Fernbussparte an Flixbus verkauft. Als Grund nannte sie den hohen Kostendruck durch Billigtickets. Nach der Übernahme kontrolliert Flixbus etwa 80 Prozent des Fernbusmarktes.

Auch für den Marktführer ist das Geschäft bislang von Verlusten geprägt. „Unser Ziel ist die Profitabilität im deutschsprachigen Raum über das Gesamtjahr“, sagte Schwämmlein. Daneben ist Flixbus unter anderem auch in Frankreich, Italien und den Niederlanden aktiv, wo es sich laut Schwämmlein ebenfalls als Marktführer sieht.

Von der Postbus-Übernahme durch Flixbus erwarten Verbraucherschützer Nachteile für die Kunden. „Das hat negative Auswirkungen in Form von steigenden Ticketpreisen und in Form eines geringeren Angebots“, sagte Marion Jungbluth von der Arbeitsgemeinschaft Verbraucherzentralen in Berlin. Jede Form von Marktmacht und fehlendem Wettbewerb sei schlecht für die Verbraucher.

Auch der Grünen-Verkehrsexperte Matthias Gastel ist der Ansicht, die Übernahme „verheißt für die Fahrgäste nichts Gutes“. Weniger Wettbewerb führe zu weniger Innovationen und schlechterem Service, sagte er der Zeitung. „Ohnehin absehbare Ticketpreissteigerungen sind nun zu einem früheren Zeitpunkt zu erwarten.“

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