Spezifische Förderung für Gründerinnen notwendig

Die Demografie und die Schnellebigkeit der Arbeitswelt bringen immer häufiger die Berufstätigkeit der Frau ins Gespräch. Doch Frauen sind beim Gründen eines eigenen Unternehmens noch sehr zaghaft. Leider, denn es könnte in Deutschland 60.000 mehr Start-ups geben.

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Der Anteil der Gründerinnen von Start-ups in Deutschland wächst. Doch mit nur 13 Prozent aller deutschen Start-ups, die von Frauen geleitet werden, herrscht noch ein erhebllicher Nachholbedarf. Um Frauen zum Gründen zu bewegen, müsste jedoch die wirtschaftliche Förderung überdacht werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Universität Hohenheim. Allein im Tech-Bereich könnten die Gründungen von Frauen durch eine spezifische Förderung verdoppelt werden. Von den 3.000 Tech-Start-ups die in Berlin im vergangenen Jahr gegründet wurden, waren nur neun Prozent von Frauen ins Leben gerufen worden.

Hintergrund der Untersuchung ist eine Analyse von 20 Gründer-Hochburgen weltweit. Das Ergebnis: Wirtschaftsförderung ist gut, aber es bringt nicht mehr Gründerinnen hervor. Und dass, obwohl mit Blick auf die demographischen Entwicklungen mehr Frauen in der Wirtschaft gebraucht werden. Zumal gerade die Selbstständigkeit vielen Frauen die Möglichkeit geben könnte, tatsächlich Karriere und Familie richtig unter einen Hut zu kriegen.

Doch die bisherige Förderung der Start-up-Szene greift bei Frauen kaum. „Wir haben festgestellt, dass eine starke politische Förderung keinen Einfluss auf den Anteil der Gründerinnen hat. Im Gegenteil: In Ökosystemen mit wenig politischer Förderung gibt es trotzdem relativ viele Gründerinnen“, so die Forscher.

„Männer werden durch politische Maßnahmen zum Gründen angeregt, Frauen weniger“, sagt Elisabeth Berger, die Co-Autorin der Studie. Die vermeintlich neutrale Förderung richte sich demnach eher an Männer. Wenn Frauen gezielt angesprochen würden, verliefe das oft im Rahmen überreizter Klischees, sagt Berger: „Um Frauen abzuholen, reicht es nicht, einfach alles pink zu verpacken. Das schreckt viele potenzielle Gründerinnen eher ab.“

Der Deutsche Start-up-Monitor 2015 zeigte nicht nur, dass der Anteil der Gründerinnen noch sehr gering ist. Er machte auch deutlich, dass Frauen im Schnitt 2,3 Jahre später gründen als Männer. Eine frauenspezifische Förderung könnte aber dazu führen, dass Frauen sich früher trauen, zu gründen, und, dass allgemein mehr Frauen gründen. Die Forscher sprechen in diesem Zusammenhang von 60.000 zusätzlichen Unternehmen allein in Deutschland.

Unter einer spezifischen Frauenförderung stellen sich die Wissenschaftler neben bestimmten Förderprogrammen auch die frühe Förderung von Mädchen in den so genannten MINT-Fächern vor. Aber auch die positive Hervorhebung bzw. das Erscheinen von erfolgreichen Gründerinnen sei notwendig. „Um mehr Gründerinnen im Tech-Bereich zu fördern, muss die Gründungsförderung aber über Gleichstellung hinausgehen und spezifischer auf Frauen ausgerichtet sein.“

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