Bau-Boom könnte in London zu starkem Preisverfall führen

Die Schweizer Großbank UBS geht davon aus, dass Miet- und Immobilienpreise im Zentrum von London in den kommenden Monaten unter Druck geraten werden. Der Markt könnte demnach um ein Fünftel einbrechen. In der Vergangenheit sei zu viel gebaut worden – schlechte Voraussetzungen für die erwartet angespannte Lage nach dem EU-Austritt.

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Die Großbank UBS rechnet mit deutlichen Preisrückgängen im florierenden Londoner Immobiliensektor. Es könnte zu Werteinbrüche von bis zu einem Fünftel in den Monaten nach dem EU-Austritt des Landes kommen. Insbesondere zwei Faktoren seien für die negative Prognose ausschlaggebend: das in den vergangenen Jahren aufgebaute Überangebot und mögliche Abwanderungen von Unternehmen nach dem EU-Referendum.

„Wir erkannten schon lange vor dem Brexit-Referendum den Aufbau eines Überangebots an Büroflächen, welcher nicht mehr gestoppt werden kann“, wird ein UBS-Analyst von Bloomberg zitiert. „Das zusätzliche Angebot „wird den Markt in den Jahren 2017 und 2018 treffen und ist bislang nicht in die Mieten eingepreist.“

Allein in den sechs Monaten bis zum März 2016 begannen Bauarbeiten für 51 Bürogebäude im Zentrum von London. Die Unternehmensberatung Deloitte ging im Mai davon aus, dass sich der Umfang entstehender Büroflächen in den vergangenen 18 Monaten verdoppelt hat.

Außerdem schätzen Beobachter, dass Unternehmen in den kommenden beiden Jahren zwischen 25.000 und 100.000 Arbeitsplätze nach Kontinentaleuropa verlagern werden, weil sie mit bürokratischen Hürden im Geschäft mit der EU rechnen.

In den Wochen nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU sind die durchschnittlichen Immobilien-Werte in der City of London um bis zu 6 Prozent gesunken, sagen Beobachter. Dies wäre der stärkste Rückgang seit dem Krisenjahr 2008.

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