Australien verbietet China Beteiligung an heimischem Stromnetz

Die australische Regierung hat zwei chinesischen Firmen die Beteiligung am heimischen Stromnetz untersagt. Diese würden ein Risiko für die nationale Sicherheit darstellen, so der Finanzminister. Es ist nicht das erste Mal, dass Australien chinesische Engagements abblockt.

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Die australische Regierung will nicht, dass Unternehmen aus China und Hongkong das größte Stromnetz des Landes übernehmen. Ein entsprechendes Gebot stoppte Finanzminister Scott Morrison am Donnerstag. Der Vorschlag der beiden Firmen laufe „nationalen Interessen“ zuwider, sagte Morrison vor Journalisten.

Die chinesische State Grid Corp und die Cheung Kong Infrastrucure Holdings aus Hongkong wollten für 99 Jahre 50,4 Prozent an Ausgrid übernehmen. Das Stromnetz versorgt im bevölkerungsreichsten Bundesstaat New South Wales, in dem auch die Metropole Sydney liegt, mehr als 1,6 Millionen Haushalte und Firmen mit Energie. Schätzungen zufolge hätte der Bundesstaat mit der Transaktion mehr als zehn Milliarden australische Dollar (6,9 Milliarden Euro) eingenommen.

Morrison sagte, es gebe gegen das Vorhaben „Bedenken in Bezug auf die nationale Sicherheit“. Details nannte er nicht. Die Bedenken bezögen sich nicht auf einzelne Länder, versicherte der Minister. Die Bieter haben eine Woche Zeit, Einspruch einzulegen.

Die Cheung Kong Infrastructure Holdings wird vom Hongkonger Milliardär Li Ka-shing kontrolliert. Ihr gehören bereits 51 Prozent des Stromnetzes im Bundesstaat South Australia. Die State Grid Corp hat ebenfalls schon in mehrere Energienetzunternehmen in Australien investiert.

Finanzminister Morrison betonte, sein Land heiße ausländische Investoren auch weiterhin willkommen. Insbesondere Unternehmen aus China hatten zuletzt allerdings einen schwierigeren Stand. So stoppte die Regierung im Mai vorläufig den Verkauf von Australiens größter Privat-Ranch an ein Konsortium unter chinesischer Führung. Die Bieter zogen sich daraufhin zurück.

Ende März hatte Australien die gesetzlichen Vorschriften zum Verkauf von wichtiger Infrastruktur an ausländische Interessenten verschärft. Hintergrund war ein Streit über die ebenfalls auf 99 Jahre angelegte Übernahme des Hafens von Darwin durch eine chinesische Unternehmensgruppe.

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