Polizei erschießt Verdächtigen: Krawalle in US-Stadt Milwaukee

In Milwaukee im US-Bundesstaat Wisconsin haben sich am Samstag Polizisten und eine aufgebrachte Menge stundenlang gegenübergestanden. Auslöser waren tödliche Polizeischüsse auf einen bewaffneten Flüchtenden.

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Die Tötung eines Verdächtigen durch die Polizei hat in den USA erneut Krawalle ausgelöst. Demonstranten warfen in der Nacht zum Sonntag in der Stadt Milwaukee im Bundesstaat Wisconsin mit Steinen, setzten eine Tankstelle in Brand und feuerte Schüsse ab. Ein Streifenpolizist hatte in der Stadt einen 23-Jährigen erschossen, der den Ermittlungen zufolge vor einer Verkehrskontrolle flüchten wollte. Der Mann habe eine gestohlene Waffe bei sich gehabt und sei schon öfter festgenommen worden, teilte die Polizei mit.

Die Ermittler gaben zunächst nicht bekannt, ob der Verdächtige auch Schüsse abgab oder mit seiner Pistole auf die Beamten zielte. Auch zur Hautfarbe des Polizisten und des Erschossenen gab es zunächst keine Angaben. Der Vorfall und die anschließenden Krawalle ereigneten sich aber in einem Viertel, in dem viele Schwarze leben.

Polizisten in Schutzausrüstung versuchten in der Nacht, eine Demonstration mit mehr als 100 Teilnehmern aufzulösen. Die Scheiben von mindestens zwei Streifenwagen wurden eingeworfen. In einem der Autos wurde ein Polizist von einem Stein am Kopf getroffen. Zudem ging ein Einsatzfahrzeug in Flammen auf.

Seit zwei Jahren kommt es in den USA nach tödlichen Schüssen durch die Polizei auf Verdächtige immer wieder zu Unruhen, etwa in Baltimore oder Ferguson in Missouri. Kritiker werfen der Polizei vor, Schwarze zu benachteiligen. Die Vorfälle haben der internationalen Bewegung „Black Lives Matter“ zu Auftrieb verholfen und spielen im Wahlkampf eine Rolle.

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