Volkswagen beendet Streit mit Zulieferern

Der Streit zwischen Volkswagen und zwei Zulieferern ist offenbar beendet. Das Unternehmen gab bekannt, dass man sich auf eine langfristige Zusammenarbeit geeinigt hätte. Die betroffenen Standorte sollten nun schrittweise die Wiederaufnahme der Produktion vorbereiten.

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Der Streit zwischen Volkswagen und zwei Lieferanten ist nach einem Verhandlungsmarathon beigelegt: Der Wolfsburger Autobauer einigte sich am Dienstag mit den Firmen der Prevent-Gruppe auf ein Ende des Lieferstopps, der zu Produktionsausfällen in mehreren VW-Werke führt. „Der Lieferstopp wird ab sofort aufgehoben“, sagte ein Prevent-Sprecher. Die betroffenen Standorte bereiteten nun schrittweise die Wiederaufnahme der Produktion vor, teilte VW mit. Über weitere Inhalte der Einigung sei Stillschweigen vereinbart worden. Die Hannoversche Allgemeine Zeitung berichtete, die beiden Parteien hätten eine langfristige Partnerschaft beschlossen.

Mit einem Kursaufschlag von 2,5 Prozent war die VW-Aktie der größte Gewinner im Aktienindex Dax.

Beide Seiten hatten zuvor mehr als 20 Stunden fast ununterbrochen über eine Lösung in dem Streit über ausgesetzte Teile-Lieferungen verhandelt. Am Morgen hatte ein Insider der Nachrichtenagentur-Reuters berichtet, die Gespräche befänden sich auf der Zielgeraden. Wegen fehlender Sitzbezüge und Gussteile der Firmen Car Trim und ES Automobilguss hatte VW für fast 30.000 Mitarbeiter in sechs Werken Kurzarbeit vorbereitet. Seit Montag ruht im VW-Stammwerk Wolfsburg und im sächsischen Zwickau die Golf-Produktion. Im Passat-Werk Emden sind bereits vergangene Woche 7500 Mitarbeiter in Kurzarbeit gegangen. An weiteren Standorten sollten im Laufe der Woche Teile der Produktion in die Zwangspause gehen.

Der Streit war in der vergangenen Woche eskaliert, weil keine der beiden Seiten nachgeben wollte. Dazu dürfte nach Einschätzung von Experten auch beigetragen haben, dass die Wolfsburger ihrer ertragsschwachen Hauptmarke VW, die unter anderem vom Skandal um manipulierte Diesel-Abgaswerte belastet wird, einen Sparkurs verordnet haben.

Die Beantragung von Kurzarbeit durch VW hatte in der Politik eine Debatte ausgelöst. Während die SPD die Unterstützung für gerechtfertigt hält, übte die Union Kritik: Der CDU-Arbeitsmarktexperte Karl Schiewerling sprach sich dagegen aus, den von Produktionsengpässen durch fehlende Zulieferteile betroffenen VW-Mitarbeitern Kurzarbeitergeld zu zahlen. „Kurzarbeit ist keine Streikkasse für Unternehmen, die sich im Wirtschaftskampf befinden und eingegangene Verträge mutwillig nicht einhalten“, sagte er. Ähnliche äußerten sich die Mittelstandspolitiker Hans Michelbach (CSU) und Thomas Gambke (Grüne).

Die Produktionsausfälle bei VW haben nach Einschätzung des Branchenverbandes weitere Zulieferer in Schwierigkeiten gebracht. „Die Folgewirkungen für die gesamte Wertschöpfungskette sind schon heute beträchtlich“, sagte Christoph Feldmann, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik BME). Wegen des Produktionsstillstands bei VW könnten die Firmen ihre Teile nicht ausliefern und müssten Bestände aufbauen. Allein bei der Produktion des wichtigsten VW-Modells Golf seien rund 500 Lieferanten beteiligt.

Ungemach droht VW womöglich auch von anderer Seite: Die Finanzaufsicht Bafin nimmt die Kommunikation des Autobauers über den Zwist unter die Lupe. „Wir schauen uns an, ob im Zusammenhang mit den Streitigkeiten mit den Zuliefern und dem daraus folgenden Produktionsstopp eine veröffentlichungspflichtige Insider-Tatsache vorlag, die VW per ad-hoc-Mitteilung hätte herausgeben müssen“, sagte eine BaFin-Sprecherin.

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