Tausende Teilnehmer bei kurdischer Kundgebung in Köln

In Köln haben sich tausende Menschen zu einer Großkundgebung von Kurden versammelt. Die Polizei will mit hohem Aufgebot für Sicherheit sorgen.

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Tausende Menschen protestierenauf einer Kundgebung in Köln gegen die türkische Regierung. (Foto: dpa)

Tausende Menschen protestieren gegen die türkische Regierung. (Foto: dpa)

Die Polizei erwartet zehntausende Demonstranten auf der Kundgebung. (Foto:dpa)

Die Polizei erwartet zehntausende Demonstranten. (Foto:dpa)

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Rund einen Monat nach einer Demonstration für den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Köln haben am Samstag tausende Menschen an einer kurdischen Kundgebung in der Stadt teilgenommen. Es blieb nach Polizeiangaben zunächst friedlich. Ein Großaufgebot von mehr als tausend Beamten war in der Stadt im Einsatz.

Bis zum frühen Samstagnachmittag verlief einer Polizeisprecherin zufolge rund um die Kundgebung auf der Deutzer Werft alles ruhig. Es gab demnach keine Zwischenfälle. Wegen eines herrenlosen Rucksacks sperrten die Einsatzkräfte aber zeitweilig die Deutzer Brücke. Der Rucksack stellte sich aber als unverdächtig heraus.

Die Veranstalter der Kundgebung rechneten insgesamt mit bis zu 30.000 Teilnehmern. Ursprünglich war ein internationales kurdisches Kulturfestival im Kölner Stadion geplant, das aber wegen Sicherheitsbedenken abgesagt wurde.

Die Kundgebung fand unter anderem wegen der angespannten Situation in der Türkei unter hohen Sicherheitsvorkehrungen statt. Bei der Demonstration zeigten viele Fahnen auch den Anführer der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), Abdullah Öcalan.

Öcalan war 1999 in einem Hochverratsprozess zum Tode verurteilt worden. 2002 wurde seine Strafe nach Abschaffung der Todesstrafe in der Türkei in lebenslange Haft umgewandelt. Seit Monaten dringen keine Informationen zum Gesundheitszustand von Öcalan nach außen. Aus Protest dagegen hatten zuletzt 50 prokurdische Politiker und Aktivisten in der Türkei angekündigt, ab Montag in einen Hungerstreik zu treten.

In Köln hatten Ende Juli zehntausende Anhänger des türkischen Präsidenten Erdogan demonstriert. Die Großkundgebung blieb weitgehend friedlich. Die Polizei war damals sogar mit 2700 Beamten im Einsatz, um die Demonstration abzusichern und Auseinandersetzungen zu verhindern. Es kam aber lediglich zu kleineren Auseinandersetzungen zwischen rechtsnationalen Türken und Kurden.

Im nordrhein-westfälischen Grevenbroich wurde am Freitag die Demonstration einer kurdischen Studentenbewegung von der Polizei aufgelöst. 77 Menschen wurden nach Polizeiangaben in Gewahrsam genommen. Die Demonstranten hatten demnach mehrere Stunden eine Straße blockiert. Bei der Auflösung der Demonstration seien auch Flaschen geflogen. Laut Polizei wurden drei Beamte und drei Demonstranten verletzt.

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