Schweizer Banker wegen Verkaufs von Kundendaten nach Deutschland angeklagt

Die Schweizer Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen einen früheren Banker der UBS erhoben. Er hatte Informationen von Kunden an den deutschen Fiskus verkauft. Nun muss er sich unter anderem wegen Verletzung des Bankgeheimnisses und Wirtschaftsspionage verantworten.

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Wegen des mutmaßlichen Verkaufs von Kundendaten an deutsche Steuerfahnder hat die Schweizer Bundesanwaltschaft Anklage gegen einen früheren Angestellten der Großbank UBS erhoben. Dem Mann werde unter anderem die Verletzung des Bankgeheimnisses vorgeworfen, bestätigte die Behörde am Dienstag entsprechende Schweizer Medienberichte. Zudem wirft die Behörde dem Angeklagten Wirtschaftsspionage, die Verletzung des Geschäftsgeheimnisses und Geldwäsche vor.

Die Zeitungen „Tages-Anzeiger“ und „Der Bund“ hatten am Dienstag berichtet, der frühere UBS-Banker habe im Jahr 2012 Informationen über schwerreiche Bankkunden der Großbank an das Bundesland Nordrhein-Westfalen verkauft. Anhand dieser Daten konnten die Behörden in NRW demnach die Konten von 772 Stiftungen und 550 Privatpersonen identifizieren.

Die nordrhein-westfälischen Steuerbehörden haben mehrfach CDs mit Daten mutmaßlicher Steuerhinterzieher von Informanten gekauft. In der Folge zeigten sich mehr als 20.000 Steuerhinterzieher selbst an. Auch andere Bundesländer kauften Steuer-CDs.

Durch die Datenkäufe generierte der Fiskus allein in NRW in den vergangenen Jahren 2,1 Milliarden Euro an Mehreinnahmen. Das Bundesland erhielt zudem 300 Millionen Euro an Bußgeldern von der UBS und weitere hohe Millionensummen von anderen Schweizer Banken.

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