US-Notenbanker Rosengren schockt Wall Street mit Zins-Gedanken

Die US-Börsen zeigten sich am Freitag nervös: Der einflussreichen Notenbanker Rosengren hatte ziemlich klar erkennen lassen, dass eine Anhebung der Zinsen geboten erscheint. Sie sei Voraussetzung für Vollbeschäftigung.

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Die US-Börsen haben am Freitag schwächer geschlossen. Der Dow-Jones-Index fiel um 2,1 Prozent auf 18.085 Punkte. Der breiter gefasste S&P gab um 2,5 Prozent auf 2128 Stellen nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 2,5 Prozent auf 5126 Zähler.

US-Notenbanker Eric Rosengren hat vor den Risiken einer zu zögerlichen Zinspolitik gewarnt. Die amerikanische Wirtschaft könne sogar überhitzen, wenn die Währungshüter zu lange mit einer Anhebung warteten, sagte der Chef des Fed-Ablegers in Boston am Freitag. Allerdings bleibe die Gefahr einer Konjunkturabkühlung in Übersee eine Sorge.

„Wenn wir sicherstellen wollen, dass es bei Vollbeschäftigung bleibt, ist eine schrittweise Straffung der Geldpolitik wohl angebracht“, fügte Rosengren hinzu. Der Fed-Notenbanker ist in diesem Jahr stimmberechtigtes Mitglied im Offenmarktausschuss, der über die Geldpolitik entscheidet. Er äußerte sich jedoch nicht dazu, ob er noch für dieses Jahr eine weitere Erhöhung erwartet. Dennoch gelten seine Worte als Hinweis darauf, dass ein Zinsschritt der Fed näher rückt.

Die Spekulationen belasteten den Euro und die Börsen. Höhere Zinsen sind tendenziell schlecht für Aktienmärkte, weil dadurch andere Investitionen wie etwa Anleihen attraktiver werden.

Fed-Chefin Janet Yellen hatte zuletzt ähnliche Signale gegeben. Experten gehen aber davon aus, dass die Federal Reserve auf der Sitzung am 21. September noch stillhält und frühestens im Dezember die Zinsen erhöhen wird. Rosengren rechnet nach eigener Auskunft nicht damit, dass die Anhebung zu schnell kommen wird. Im Dezember 2015 hatte die Fed erstmals seit fast zehn Jahren den Schlüsselsatz für die Versorgung der Banken mit Geld wieder angehoben. Seitdem liegt er in einer Spanne zwischen 0,25 und 0,5 Prozent.

Fed-Direktor Daniel Tarullo sagte indes dem Sender CNBC, er wolle vor einer Erhöhung mehr Hinweise darauf sehen, dass die Inflation nachhaltig anziehe. Eine Anhebung des Schlüsselzinses noch in diesem Jahr wollte er jedoch nicht ausschließen. Tarullo, der ständiges Mitglied im geldpolitischen Ausschuss der Fed ist, hatte zuvor darauf gepocht, dass ein Zinsschritt erst bei Erreichen der Inflations-Zielmarke von zwei Prozent erfolgen sollte.

Aus Sicht des Präsidenten der Fed von Dallas, Robert Kaplan, bewegt sich die US-Zentralbank immer weiter in Richtung eines weiteren Zinsschritts. Die Notenbank könne sich dabei aber Zeit nehmen, sagte der hochrangige Notenbanker, der bei der Fed derzeit nicht stimmberechtigt ist. „Die Fed kann es sich leisten, geduldig und bedachtsam vorzugehen.“ Er gehe nicht davon aus, dass der US-Wirtschaft eine Überhitzung drohe.

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