US-Regierung stoppt überraschend Pipeline-Bau auf Sioux-Gebiet

Seit Wochen machen Ureinwohner in North Dakota auf ihre Situation aufmerksam: Eine geplante Ölpipeline würde ihr Reservat treffen und womöglich heilige Stätten berühren. Die US-Regierung lenkt überraschend ein.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic
Ein Mitglied der Sioux Dakota Nation in Washington. (Foto: dpa)

Ein Mitglied der Sioux Dakota Nation in Washington. (Foto: dpa)

Im Streit um den Bau einer Ölpipeline durch Stammesgebiet von Sioux-Indianern hat die US-Regierung eingelenkt. Das Justizministerium teilte am Freitag in Washington mit, es habe den Pipeline in bestimmten Gegenden stoppen lassen, um den Bedürfnissen der Ureinwohner entgegenzukommen. Kurz zuvor hatte ein Bundesgericht in Washington den Antrag des betroffenen Sioux-Stammes auf einen vorläufigen Baustopp zurückgewiesen.

Das Projekt des Unternehmens Energy Transfer Partners würde entlang eines Reservats führen. Die Ureinwohner fürchten eine Beeinträchtigung heiliger Stätten. Sie fordern, an der Planung beteiligt zu werden und protestieren seit Wochen. Sie fürchten auch eine Verunreinigung des Trinkwassers. Die Pipeline soll durch den Missouri und einen Stausee am Fluss verlaufen.

Mit einer Länge von 1879 Kilometern soll die umstrittene Pipeline durch vier Bundesstaaten von North Dakota nach Illinois täglich bis zu eine halbe Million Tonnen Erdöl transportieren. An der Pipeline hatten sich zuletzt Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Angestellten einer privaten Sicherheitsfirma entzündet. Dabei gab es auch Verletzte.

In dem Reservat leben noch 8000 Indianer. Sie hatten geltend gemacht, die Bundesbehörden hätten ihre Einwände nicht ausreichend gewürdigt und damit gegen Gesetze verstoßen. Obwohl das Gericht dies anders sah, lenkte die Bundesregierung in Washington ein. Man wolle überlegen, wie man die Bedenken der Ureinwohner künftig besser vertreten könne. Dazu soll es noch im Herbst zu einer Konferenz der Stämme kommen, heißt es in einer Mitteilung dreier beteiligter Ministerien.

*** Bestellen Sie den täglichen Newsletter der Deutschen Wirtschafts Nachrichten: Die wichtigsten aktuellen News und die exklusiven Stories bereits am frühen Morgen. Verschaffen Sie sich einen Informations-Vorsprung. Anmeldung zum Gratis-Newsletter hier. ***

media-fastclick media-fastclick