Gut für Clinton: EZB stützt mit massiven Ankäufen die Aktienmärkte

Die EZB hat mit massiven Anleihen in der vergangenen Woche einen Absturz der Börsen verhindert. Die Zentralbank-Politik ist im Sinne von Hillary Clinton, der ein Börsen-Crash vor der Wahl erheblich schaden würde. Zu Beginn dieser Woche haben die Aktienmärkte trotz dieser massiven Intervention nachgegeben.

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Nach Überschreiten der Billionenschwelle treibt die EZB ihre Anleihenkäufe zur Abwendung einer neuen Finanz-Krise weiter voran. In der Woche bis zum 9. September nahmen die Euro-Wächter öffentliche Schuldtitel im Umfang von 16,38 Milliarden Euro in ihre Bücher, nach 11,14 Milliarden Euro in der Woche zuvor. Damit wurden seit dem Start der Käufe im März 2015 Anleihen der Euro-Länder und Regionen sowie Schuldtitel von staatlichen und supra-staatlichen Institutionen im Volumen von 1,018 Billionen Euro erworben. In der Vorwoche wurde die Schwelle von einer Billion Euro überschritten.

In ihrer Wirkung helfen die EZB-Maßnahmen der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) im Vorfeld der US-Wahlen bei dem Versuch, einen Absturz an den Aktienmärkten zu verhindern. Ein solcher hat in der Vergangenheit in der Regel dazu geführt, dass die Partei des Amtsinhabers verloren hat. Donald Trumps System-Kritik würde mit einem Einbrechen der Börsen korrelieren. Trump selbst bezichtigte die Fed erst vor wenigen Tagen der Manipulation, um das Obama-Lager, zu dem offiziell auch Clinton gehört, zu stärken. Bei den US-Demokraten sorgt allerdings der Gesundheitszustand von Hillary Clinton für Unruhe – was auch den einen oder anderen Spekulanten auf den Plan gerufen haben dürfte: Die Kurse an den europäischen Börsen gingen am Montag jedenfalls nach unten.

Die Europäische Zentralbank (EZB) will mit den Transaktionen offiziell die niedrige Inflation nach oben treiben. Das ist ihr allerdings in mehreren Jahren bisher nicht einmal im Ansatz gelungen – weil daas eigentliche Problem der niedrigen Inflation der niedrige Ölpreis ist, de noch dazu in den europäischen Berechnungsmethoden übergewichtet dargestellt wird. Das Gesamtprogramm, das auch Pfandbriefe und Hypothekenpapiere umfasst, ist auf ein Volumen von 1,74 Billionen Euro ausgelegt und soll noch bis mindestens Ende März 2017 laufen. Experten zufolge könnten der EZB allerdings bald die Anleihen ausgehen, weil viele Titel – darunter Bundesanleihen – wegen zu niedriger Renditen die selbst gesetzten Kaufvoraussetzungen nicht mehr erfüllen. Hauseigene Experten der EZB sollen daher die Stellschrauben des Programms unter die Lupe nehmen.

Seit Juni gehören auch Firmenanleihen zum Kaufprogramm. Darunter sind Schuldtitel deutscher Konzerne wie Siemens, BASF und Bosch. In der Woche bis zum 9. September erwarben die Euro-Wächter Firmenanleihen im Volumen von 2,398 Milliarden Euro nach 1,16 Milliarden Euro die Woche zuvor.

Trump dürfte mit seiner Fed-Kritik nur teilweise recht haben, weil die Fed in den vergangenen Tagen mehrfach Signale ausgesendet hat, dass sie eine Erhöhung der Zinsen für angebracht hält. Am Freitag hatte das Fed-Mitglied Rosengren die Märkte mit einer diesbezüglichen Aussage schockiert.

Im Dezember hatte die Fed den Zins erstmals wieder erhöht, nachdem er Ende 2008 auf das Rekordtief von null bis 0,25 Prozent gesenkt worden war. Nun liegt er bei 0,25 bis 0,50 Prozent. Auf weitere Zinserhöhungen verzichtete die Fed bislang.

Ende August sagte Yellen, die Argumente für eine Erhöhung hätten sich „in den vergangenen Monaten verstärkt“. Der zuständige Fed-Ausschuss befasst sich am Dienstag und Mittwoch kommender Woche mit dem Leitzins.

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