Hype in Paris: Frankreich rätselt über Terror-Fehlalarm

Die Urheber des Terror-Alarms vom Wochenende in Paris sind identifiziert worden. Bei ihnen handelt es sich um Jugendliche, die Panik erzeugen wollten. Die Behörden stehen in der Kritik, weil sie überstürzt Handy-Warnungen an die Öffentlichkeit verschickten.

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Nach einem Anschlags-Fehlalarm im Zentrum von Paris vom Wochenende sucht die Polizei nach den Urhebern. „Es handelt sich offenbar um Personen, die Aufregung erzeugen wollten“, sagte ein Mitarbeiter der Sicherheitskräfte am Sonntagabend der Nachrichtenagentur AFP. Ihnen wird unter anderem die böswillige Verbreitung von Fehlinformationen vorgeworfen.

Am Samstagnachmittag hatte jemand bei der Polizei angerufen, der sich als Opfer einer Geiselnahme in einer Kirche im Einkaufsviertel Les Halles bezeichnete. Daraufhin wurde ein Großaufgebot von Sicherheitskräften mobilisiert, die Behörden verbreiteten eine offizielle Anschlagswarnung per App. Das Innenministerium erklärte später, es habe sich um einen Fehlalarm gehandelt.

Die französische Zeitschrift L’Obs kontaktierte zwei Jugendliche, die sich in sozialen Medien mit dem Fehlalarm brüsten. Sie sind nach eigenen Angaben 16 und 17 Jahre alt und arbeiten für einen franko-israelischen Hacker. „Wir wollten einen Hype erzeugen“, zitiert das Blatt einen der beiden. Nach dem Mord an einem Priester in Nordfrankreich im Juli seien sie davon ausgegangen, dass ein vorgetäuschter Überfall auf eine Kirche am meisten Wirbel erzeuge.

Die Behörden stehen in der Kritik, weil sie die Anschlags-App SAIP aktivierten, ohne den Sachverhalt vorher zu prüfen. Franzosen in der Nähe des angeblichen Tatorts wurden über die App aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen. Nach dem Attentat von Nizza mit 86 Toten war kritisiert worden, über die App sei erst mit mehrstündiger Verspätung eine Warnung verbreitet worden.

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