Monte Paschi: Rettung der Gläubiger mit Steuergeldern steht bevor

Die Lage bei der italienischen Monte dei Paschi ist kritisch. Der richtige Schritt nach EU-Recht ist die Beteiligung der Gläubiger. Doch die italienische Politik scheut vor der Maßnahme zurück. Nun deutet sich an: Italien retten die MPS und nennt den Einsatz von Steuergeldern „vorbeugende Rekapitalisierung“.

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Italiens Matteo Renzi, Juni 2016 in Brüssel. (Foto: dpa)

Italiens Matteo Renzi, Juni 2016 in Brüssel. (Foto: dpa)

Der Chef der EU-Bankenregulierungsbehörde EBA hat Italiens Geldhäusern zur Bewältigung ihrer Probleme mit faulen Krediten Staatshilfe ans Herz gelegt. Das Problem müsse bald gelöst werden, sagte Andrea Enria der italienischen Tageszeitung „La Stampa“ vom Donnerstag. „Wenn staatliche Hilfe ein Teil der Lösung ist, lasst sie uns nutzen“, erklärte er mit Blick auf die italienische Traditionsbank Monte dei Paschi.

Insidern zufolge gehen die europäischen Aufsichtsbehörden davon aus, dass Monte Paschi die Regierung um Hilfe wird bitten müssen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters von drei mit der Sache vertrauten Euro-Zonen-Vertreter erfuhr, dürfte diese jedoch einen solchen Schritt ablehnen, wenn nicht die Gläubiger einbezogen würden. Trotzdem könne eine „vorbeugende Rekapitalisierung durch den italienischen Staat“ ein Weg sein, um eine etwaige Lücke bei der geplanten Kapitalerhöhung von fünf Milliarden Euro zu schließen, sagte eine der Personen.

Die älteste Bank der Welt hat jüngst einen neuen Chef bekommen, der das Ruder herumreißen soll. Marco Morelli soll rasch einen Rettungsplan umsetzen, zu dem die Kapitalerhöhung gehört. Die gesamte Finanzbranche Italiens leidet unter faulen Krediten. So steht die Rückzahlung von Darlehen im Volumen von 360 Milliarden Euro auf der Kippe. Das entspricht etwa einem Fünftel des gesamten Kreditvolumens.

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