Einige Hedgefonds ziehen Kapital von Deutscher Bank ab

Einige Hedgefonds haben am Donnerstag ihre Cash-Bestände bei der Deutschen Bank reduziert. Ebenfalls irritierend ist die ungewöhnlich hohe Nachfrage nach US-Dollars. Beide Entwicklungen deuten auf eine gewisse Nervosität hin.

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Die Entwicklung bei den Euro-Dollar-Swaps. (Grafik: Zerohedge)

Die Entwicklung bei den Euro-Dollar-Swaps. (Grafik: Zerohedge)

Die Deutsche Bank hat Spekulationen über den Rückzug von Clearing-Kunden auf eine solide Finanzsituation verwiesen. „Unsere Kunden gehören zu den anspruchsvollsten Investoren der Welt“, erklärte Michael Golden, Sprecher des Instituts, am Donnerstagabend. „Wir sind zuversichtlich, dass die meisten von ihnen Kenntnis haben von unserer stabilen Finanzposition, dem derzeitigen makroökonomischen Umfeld, dem Rechtsstreit in den USA und den Fortschritten, die wir mit unserer Strategie machen.“

Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte zuvor berichtet, dass sich einige Fonds, die ihre Derivate-Geschäfte über die Deutsche Bank abwickeln, langsam zurückziehen. Sie hätten einige ihrer gelisteten Derivate in dieser Woche anderen Firmen übertragen, hieß es unter Berufung auf interne Bank-Dokumente, in die Bloomberg Einsicht nahm. Eine mit der Angelegenheit vertraute Person sagte Bloomberg, es handele sich um rund zehn Hedgefonds, die ihr Engagement zurückfahren. Die meisten der mehr als 200 Hegdefonds-Kunden der Bank hätten hingegen keine Änderungen vorgenommen. Das Wall Street Journal schreibt, es handle sich unter anderem um die Unternehmen Magnetar Capital LLC, Millennium Management LLC und AQR Capital Management LLC.

Ein Insider sagte der Nachrichtenagentur Reuters: „Eine Handvoll Kunden, die meisten davon Hedgefonds, stellen Fragen.“

In den USA gehandelte Titel der Deutschen Bank brachen um mehr als sieben Prozent ein. Mehr als 41 Millionen Aktien wechselten den Besitzer – so viele wie noch nie zuvor.

Die Deutsche Bank steckt in der Krise: Zuletzt war der Aktienkurs wegen des Streits mit den US-Behörden über faule Hypothekenpapiere eingebrochen, der die Bank im schlimmsten Fall 14 Milliarden Dollar kosten könnte. Eine solche Strafe würde die Rückstellungen des Instituts deutlich übersteigen – und viele andere Rechtsstreitigkeiten schwelen noch.

Die Meldung von den Hedgefonds könnten darauf hindeuten, dass Spekulanten die Deutsche Bank ins Visier genommen haben. Doch eine andere Entwicklung gibt Beobachtern ebenfalls Anlass zur Sorge: Am Donnerstag zeigte sich in Europa eine ungewöhnliche hohe Nachfrage nach US-Dollars. Die Nachfrage der Banken nach US-Dollar stieg innerhalb kürzester Zeit um 2.000 Prozent. Zerohedge glaubt, dass die Banken damit beginnen, sich für ihr Counterparty-Risiko bei der Deutschen Bank abzusichern.

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