Deutsche Bank wehrt Angriff von Spekulanten vorerst ab

Die Deutsche Bank hat den massiven Angriff von Spekulanten vorerst abgewehrt. In der Branche scheint sich die Auffassung durchzusetzen, dass alle Großbanken dieselben Probleme haben.

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Die Fassade der Hauptniederlassung der Deutschen Bank in Frankfurt. (Foto: dpa)

Die Fassade der Hauptniederlassung der Deutschen Bank in Frankfurt. (Foto: dpa)

Die Aktien stiegen am Dienstag um 3,5 Prozent auf 11,98 Euro und führten die Gewinnerliste im Dax an. So hoch notierten die Titel zum letzten Mal vor mehr als zwei Wochen. Experten des Bankenkonzerns HSBC betonten in einer Kurzstudie zur Aktie, die Sorgen von Investoren über die Liquiditätsausstattung des Instituts seien übertrieben. Sie bestätigten ihr Rating für die Aktien mit „hold“, senkten aber das Kursziel auf 12,00 von 14,00 Euro. Die Analysten gehen davon aus, dass dem Geldhaus schwierige Zeiten bevorstehen. Möglich seien wegen der jüngsten Nachrichten und einem daraus resultierenden Vertrauensverlust auch Einbußen bei den Einnahmen.

Nach Einschätzung von Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research halfen der Deutschen Bank auch Aussagen des Chefs der US-Großbank JP Morgan, Jamie Dimon. Er sagte am Montag zum Fernsehsender CNBC, er sehe keinen Grund, weshalb die Deutsche Bank ihre Probleme nicht überstehen könne. „Dimon hat eine Beruhigungspille in die Suppe gespuckt“, sagte Ruland. „Es zeigt den Ernst der Lage, wenn Konkurrenten so weit gehen, dazu etwas zu sagen.“ Dimon habe damit versucht, Ansteckungseffekten auf die gesamte Bankenbranche entgegenzutreten.

Die Wortmeldung von Dimon ist bemerkenswert, weil nicht klar ist, wieviel aus dem Derivatenportfolio der Deutschen bei JPMorgan eine Rolle spielt.

Am Wochenende hatten Aussagen von Bundeswirtschaftsminister Gabriel für Erstaunen gesorgt, der die Deutsche Bank mitten in der Krise attackierte. Die Neue Zürcher Zeitung urteilte: „In dem Brief verlangt Cryan im Übrigen nirgends, dass man gegen diese ,Leerverkäufer’» vorgeht. Vielmehr spricht er seinen verunsicherten 100 000 Mitarbeitern Mut zu. Was sollten eine Regierung und besonders ein Wirtschaftsminister in solchen Zeiten tun? Sie sollten die Lage sicher nicht zusätzlich dramatisieren, sondern Ruhe bewahren und ausstrahlen.“

Die Spekulanten hatten Gabriels Wortmeldung vor allem in den USA dankbar aufgegriffen, mussten aber schon am New Yorker Handelstag zur Kenntnis nehmen, dass es nicht zum prognostizierten „Black Monday“ gekommen ist.

Am Freitag hatte eine rätselhafte, bis heute unbestätigte AFP-Meldung den Kurs der DB gerettet.

Interessant ist in diesem Zusammenhang eine Analyse des Wall Street Journal, die zu dem Ergebnis kommt, dass die meisten Banken ähnliche Probleme haben wie die Deutsche.

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