JPMorgan erwartet keinen Crash bei der Deutschen Bank

Der Chef der größten US-Bank, JPMorgan, hat die Deutsche Bank in Schutz genommen. Es spricht sich offenbar herum, dass eine Schieflage der Bank eine ernste Gefahr für das gesamte Finanzsystem darstellt.

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Der Chef von JPMorgan, Jamie Dimon. (Foto: dpa)

Der Chef von JPMorgan, Jamie Dimon. (Foto: dpa)

Der Chef der US-Großbank JP Morgan, Jamie Dimon, hat die Deutsche Bank am Montag unterstützt und sich zuversichtlich gezeigt, dass die gegenwärtigen Probleme schnell gelöst werden können. „Es gibt keinen Grund, dass die Deutsche Bank ihre Probleme nicht lösen kann“, sagte Dimon zum US-Fernsehsender CNBC.

Die gegenwärtigen Schwierigkeiten der Deutschen Bank seien Probleme, die größtenteils von der amerikanischen Regierung geschaffen worden seien. Damit bezog sich Dimon auf den Vorstoß des US-Justizministeriums, welches eine Strafe von 14 Milliarden Dollar für Vergehen der Bank auf dem US-Hypothekenmarkt in den Jahren 2005 bis 2007 ins Gespräch gebracht hatte.

Dimon stärkte nicht nur das Vertrauen in die Kapitalausstattung des größten deutschen Geldinstituts, sondern deutete indirekt auch auf den Umstand hin, dass ein Zusammenbruch der Deutschen Bank aufgrund der globalen Vernetzung zum Zusammenbruch des Finanzsystems führen könnte. „Sie haben viel Kapital, viel Liquidität. Wir wollen, dass es allen Banken gutgeht, weil es besser ist für jeden von uns“, sagte Dimon.

„Dimon hat eine Beruhigungspille in die Suppe gespuckt“, sagte ein Analyst. „Es zeigt den Ernst der Lage, wenn Konkurrenten so weit gehen, dazu etwas zu sagen.“ Dimon habe versucht, Ansteckungseffekten auf die gesamte Bankenbranche entgegenzutreten.

Den veröffentlichten Daten zufolge ist JPMorgan kein Großaktionär der Deutschen Bank. Dies sind mit 5,76 Prozent der amerikanische Vermögensverwalter BlackRock sowie mit jeweils über 3 Prozent die beiden Holding-Gesellschaften Paramount Services und Supreme Universal aus Katar.

Blackrock, blickt skeptisch auf einen Zusammenschluss von Deutscher Bank und Commerzbank. „Wenn wir über einen Konsolidierungsbedarf sprechen, dann sollten wir das nicht im nationalen Rahmen tun“, sagte der Vize-Verwaltungsratschef von Blackrock, Philipp Hildebrand, der FAZ. Der europäische Bankenmarkt sei insgesamt überbesetzt, deshalb müssten auch grenzüberschreitende Fusionen großer Institute möglich sein.

Dem Vernehmen nach hatten die Spitzen von Deutscher Bank und Commerzbank im Sommer einen Zusammenschluss ausgelotet, den Plan aber rasch wieder verworfen. Blackrock ist Großaktionär beider Häuser und bekommt entsprechend den starken Kursverfall zu spüren. Die Commerzbank-Aktie hat in diesem Jahr 39 Prozent an Wert verloren, die Aktie der Deutschen Bank sogar 48 Prozent. Das bedeutet die letzten Plätze im Leitindex Dax.

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