USA gehen nach Massaker vorsichtig auf Distanz zu Saudi-Arabien

Die US-Regierung hat sich nach dem brutalen Angriff auf eine Trauerfeier im Jemen durch eine Militärallianz, der auch die Amerikaner angehören, vorsichtig von dem Verbrechen distanziert. Eine Verurteilung Saudi-Arabiens oder gar eine Bestrafung der Verantwortlichen ist allerdings nicht zu erwarten.

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US-Präsident Obama mit den Mitgliedern des Golf-Kooperationsrats in Riad. (Foto: dpa)

US-Präsident Obama mit den Mitgliedern des Golf-Kooperationsrats in Riad. (Foto: dpa)

Die von den Saudis mit einem gezielten Angriff zerstörte Halle im Jemen, in der die Trauerfeier stattgefunden hatte. (Foto: dpa)

Die von den Saudis mit einem gezielten Angriff zerstörte Halle im Jemen, in der die Trauerfeier stattgefunden hatte. (Foto: dpa)

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Der Luftangriff auf eine Trauerfeier in Jemens Hauptstadt Sanaa mit nach UN-Angaben mehr als 140 Toten und über 525 Verletzten hat am Wochenende international Entsetzen ausgelöst. Der brutale Angriff war von der von den Saudis geführten Koalition durchgeführt worden, zu denen auch die USA gehören. Die Regierung in Washington kündigte laut Reuters an, ihre weitere Unterstützung der von Saudi-Arabien geführten Koalition zu überprüfen. „Die Sicherheitskooperation der USA mit Saudi-Arabien ist kein Blankoscheck“, erklärte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats, Ned Price. Vertreter der Militärallianz wiesen hingegen jede Verantwortung zurück und kündigten zugleich eine von US-Experten unterstützte Untersuchung des Vorfalls an.

In der im Süden der Stadt gelegenen Veranstaltungshalle hatten sich am Samstag Hunderte Trauergäste versammelt, als Anwohnern zufolge zwei Raketen aus der Luft abgeschossen wurden. Eines der Geschosse traf das Gebäude direkt und setzte es in Brand. Die zweite Rakete schlug in der Nähe ein. Ein Sprecher der Huthi-Rebellen verurteilte den Anschlag als „bestialischen Akt“. Die Vereinten Nationen zitierten Vertreter der örtlichen Gesundheitsbehörden, denen zufolge mehr als 140 Menschen starben. Ghasi Ismail, der kommissarische Gesundheitsminister der Huthi-Rebellen, die Sanaa kontrollieren, sprach dagegen von 82 Toten. Warum die Angaben so weit auseinanderlagen, war zunächst nicht klar.

Angesichts dieses sowie früherer Vorfälle müsse die Unterstützung der Militärallianz angepasst werden, damit sie besser den Werten und Interessen der USA entspreche und ein dauerhaftes Ende des tragischen Konflikts im Jemen erreicht werde, teilte der Nationale Sicherheitsrat der USA mit. Auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier verurteilte den Angriff und äußerte sich entsetzt über die militärische Eskalation der letzten Wochen sowie die hohe Zahl ziviler Opfer in dem Konflikt.

In dem verarmten arabischen Land tobt ein völkerrechtswidriger Krieg zwischen Anhängern den Huthi-Rebellen und einer Allianz, die für die Wiedereinsetzung von Präsident Abd-Rabbu Mansur Hadi kämpft, die von einer von Saudi-Arabien geführten Militärallianz unterstützt wird. Die Saudis haben in de Vergangenheit immer wieder schwere Angriffe gegen zivile Ziele geflogen. Bei den UN haben die engsten Verbündeten Deutschlands im Nahen Osten die Kontrolle über den Menschenrechtsausschuss und haben daher bis jetzt erfolgreich jede Ächtung der von ihnen zu verantwortenden Kriegsverbrechen unterbunden.

Seit März 2015 sind nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 10.000 Menschen getötet und mehr als drei Millionen vertrieben worden.

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