Bundesbehörden sehen in Chemnitz Anzeichen für Terror und IS

Bundesregierung und Bundespolizei sehen im Sprengstofffund von Chemnitz Parallelen zu Groß-Terror von Paris und Brüssel sowie Hinweise zum IS. Objektiv überprüfbare Beweise für diese Thesen legten weder Innenminister noch Polizei vor. Der Fall bleibt ein Rätsel.

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Bundesinnenminister Thomas de Maizière sieht im Fall des Chemnitzer Terrorverdächtigen Parallelen zu den Anschlägen von Frankreich und Belgien. „Die Vorbereitungen in Chemnitz ähneln nach allem, was wir heute wissen, den Vorbereitungen zu den Anschlägen in Paris und Brüssel“, sagte de Maizière am Montag zur Festnahme eines Mannes, der möglicherweise einen Anschlag vorbereitet hat.

Was genau den Anschlägen ähnelt, sagte der Innenminister nicht.

Der 22-Jährige war in der Nacht in Leipzig gefasst worden. Er soll Syrer sein und wurde merkwürdigerweise angeblich ebenfalls von einem Syrer gefesselt der Polizei übergeben.

Ob die beiden Männer wirklich aus Syrien stammen und was sie wirklich geplant haben, ist unbekannt. Wie gefährlich der Verdächtige ist ist ebenfalls unklar. Offenbar ist es einem mutmaßlichen Landsmann gelungen, den Verdächtigen ohne Schusswaffen dingfest zu machen.

Ebenso unklar ist, wie gefährlich der gefundene Sprengstoff ist. Zum einen behaupteten die Behörden am Wochenende, der Sprengstoff sei wesentlich gefährlicher als TNT. Dann allerdings muss man sich fragen, warum der Sprengstoff noch in der Wohnung mit einer kontrollierten Sprengung unschädlich gemacht werden konnte – und zwar offenbar so, dass es außerhalb der Wohnung keine Schäden gegeben habe.

De Maizière sagte, Deutschland stehe unverändert im Zielspektrum des internationalen Terrorismus‘, sagte der Innenminister. „Die Ermittlungen zeigen, dass solche Taten, wie wir sie in Frankreich und Belgien gesehen haben, auch in Deutschland nicht auszuschließen sind.“

Die Polizei sieht lauter Reuters Hinweise auf einen Zusammenhang mit der radikal-islamischen Miliz Islamischer Staat (IS). „Vorgehensweise und Verhalten des Verdächtigen sprechen derzeit für einen IS-Kontext“, sagte der Präsident des Landeskriminalamtes Sachsen, Jörg Michaelis, am Montag vor Journalisten. „Das sind Erkenntnisse der Bundesbehörden.“ Welche Erkenntnisse das sind, ist unbekannt. Es ist auch unbekannt, ob sich der IS zu der nicht ausgeführten Tat bekannt hat oder ob die Behörden Hinweise haben, die auf eine konkrete Tat hinweisen.

In einer Chemnitzer Wohnung, in der der Tatverdächtige am Samstag vermutet worden war, wurden demnach mehrere hundert Gramm einer sprengstoffverdächtigen Substanz in kristalliner Form gefunden. Experten des LKA vor Ort hätten daraus geschlossen, dass es sich um die Substanz TATP handeln könnte. „Diese Art würde dem verwendeten Sprengstoff bei den Attentaten von Paris und Brüssel entsprechen“, sagte Michaelis.

Dem LKA-Chef zufolge wurde der in der Nacht in Leipzig festgenommene Verdächtige derzeit dem Haftrichter am Amtsgericht Dresden vorgeführt.

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