China auf Einkaufstour bei deutschen Technologie-Firmen

Europäische Technologiefirmen werden immer öfter von Investoren aus China übernommen. Das Gesamtvolumen wird sich im laufenden Jahr wahrscheinlich verachtfachen. Während China eine Strategie verfolgt, scheint Europa planlos zu agieren.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel und der chinesische Premier Xi Jinping, Juni 2016 in Peking. Deutsche Technologie-Firmen sind ein beliebtes Übernahmeziel für China. (Foto: dpa)

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der chinesische Premier Xi Jinping, Juni 2016 in Peking. (Foto: dpa)

Die chinesische San’an-Gruppe will Osram übernehmen. (Foto: dpa)

Die chinesische San’an-Gruppe will Osram übernehmen. (Foto: dpa)

Deutsche Technologiekonzerne sind zu einem begehrten Übernahmeziel für chinesische Investoren geworden. Wie Bloomberg berichtet, wird sich das Übernahmevolumen gegenüber 2015 im laufenden Jahr wahrscheinlich auf etwa 10 Milliarden Euro verachtfachen. „Darin inbegriffen sind die 3,8 Milliarden Euro teure Übernahme des Roboterbauers Kuka durch die Midea-Gruppe sowie die etwa 900 Millionen Euro teure Übernahme von KraussMaffei und die rund 680 Millionen Euro teure Übernahme des Halbleiter-Spezialisten Aixtron“, heißt es bei Bloomberg.

Deutsche Technologie-Firmen sind offenbar deshalb so beliebt, weil sie über ausgezeichnetes Know-How und eine hohe Verflechtung mit den Märkten in ganz Europa verfügen. Während die eigentümergeführten Mittelstandsfirmen sich Übernahmen leicht widersetzen können, stellen börsennotierte Unternehmen wie der Leuchtmittelspezialist Osram leichte Ziele dar. Den häufig staatlichen oder teilstaatlichen Firmen aus China fällt es beispielsweise nicht schwer, hohe Kaufpreise für die Aktien zu bieten. Deutsche Medien haben spekuliert, dass die Sanan-Gruppe 70 Euro pro Osram-Aktie bieten könnte – ein Premium von etwa 60 Prozent.

Während die Übernahmeangebote aus China einer genau festgelegten Strategie zur Erringung von Hochtechnologie und Marktanteilen entspringen, scheint es in Europa keine politischen Widerstände dagegen zu geben.

„Europa muss sich darüber bewusst werden, dass seine besten Technologiekonzerne in immer kürzeren Abständen von Firmen aus Übersee gekauft werden und es muss entscheiden, ob sein Laissez-faire-Ansatz in dieser Hinsicht gerechtfertigt ist“, schreibt Bloomberg.

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