Daimler: Politik soll sich bei Elektroautos raushalten

Daimler will sich beim Umschwung weg vom Verbrennungsmotor hin zu klimaschonenden Elektroautos keine Daumenschrauben anlegen lassen. Aufgabe des Gesetzgebers sei es, die Rahmenbedingungen für die Elektromobilität zu schaffen, nicht aber technologische Lösungen oder das Verhalten der Kunden vorzuschreiben.

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Weg zum Elektroauto: Die Grünen haben Zetsche zu ihrem Bundesparteitag im November eingeladen, um über Verkehrs- und Klimapolitik zu sprechen. (Foto: dpa)

Die Grünen haben Zetsche zu ihrem Bundesparteitag im November eingeladen, um über Verkehrs- und Klimapolitik zu sprechen. (Foto: dpa)

Für den Wechsel in eine emissionsarme Mobilität seien Vorgaben zur Technologie oder zum Kundenverhalten wenig hilfreich, sagte Konzernchef Dieter Zetsche am Dienstagabend im Club Hamburger Wirtschaftsjournalisten mit Blick auf die Empfehlung des Bundesrats, ab 2030 keine Benzin- oder Dieselautos mehr zuzulassen. „Das hat mit unserer Marktwirtschaft relativ wenig zu tun.“ Daimler wolle dazu beitragen, dass Elektrofahrzeuge wettbewerbsfähig werden. Damit dies gelingen könne, müssten die Hersteller weiter in die Verbesserung von Verbrennungsmotoren investieren, denn damit werde das Geld verdient, um den Wechsel in die Elektromobilität zu schaffen.

Aufgabe des Gesetzgebers sei es, die Rahmenbedingungen für die Elektromobilität zu schaffen, nicht aber technologische Lösungen oder das Verhalten der Kunden vorzuschreiben. „Wir können die Weiterentwicklung der Verbrennungsmotoren nicht einstellen.“ Selbst wenn im Jahr 2025 ein Viertel der Fahrzeuge Elektromotoren habe, seien immer noch drei Viertel mit herkömmlichen Antrieben unterwegs. „Wir werden mit Sicherheit über einen längeren Zeitraum die größte Reduzierung im CO2-Ausstoß über noch effizientere und saubere Verbrennungsmotoren erreichen.“ Denn dort seien noch große Schritte möglich.

Der Bundesrat hatte jüngst mit einem Beschluss die Klimaschutzdebatte angeheizt, indem er als Ziel für einen Umstieg in eine emissionsarme Mobilität das Jahr 2030 genannt hatte. Dafür sollten Vorschläge zum „effizienten Einsatz von Abgaben und steuerrechtlichen Instrumenten“ unterbreitet werden. Theoretisch könnte dies eine höhere Benzin- und Dieselsteuer sein.

Die Grünen haben Zetsche zu ihrem Bundesparteitag im November eingeladen, um über Verkehrs- und Klimapolitik zu sprechen. Den Delegierten liegt ein Antrag vor, in dem gefordert wird, von 2030 an keine Autos mit Verbrennungsmotoren mehr neu zuzulassen. „Ich werde mit Sicherheit nicht zu dem Parteitag reisen in dem Irrglauben, ich könnte hier bekehren oder gar extreme Positionen ins Gegenteil verkehren“, sagte der Daimler-Chef. Es sei jedoch wichtig, sich über diese Fragen mit den Grünen zu unterhalten und Positionen auszutauschen. „Man muss überhaupt nicht darüber diskutieren, dass in der Entwicklung der Bundesrepublik der letzten 30 Jahre wichtiger Einfluss von den Grünen gekommen ist und das hat uns mit Sicherheit gut getan.“

Bei seinen Gewinnzielen sieht Zetsche den Stuttgarter Konzern auf Kurs. „Ich kann bestätigen, dass unsere Guidance gilt. Wir sind auf einem sehr guten Weg.“ Er verwies auf den kräftig gestiegenen Absatz. Im September hatten die Marken Mercedes-Benz und Smart 13,4 Prozent mehr Fahrzeuge verkauft als vor Jahresfrist, der 43. Rekordmonat in Folge. Der Konzern hat sich vorgenommen, den um Sondereffekte bereinigten Betriebsgewinn (Ebit) in diesem Jahr „leicht“ zu steigern. Nach Lesart der Schwaben entspricht dies einem Anstieg in einer Spanne zwischen 2,5 und zehn Prozent.

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