Fed: Zinserhöhung immer stärker gefordert

Trotz interner Differenzen über den rechten Zeitpunkt für eine geldpolitische Straffung steuert die Fed auf eine Zinserhöhung zu.

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Wie aus den am Mittwochabend (MESZ) veröffentlichten Protokollen der September-Sitzung hervorgeht, waren sich die stimmberechtigten Mitglieder im Offenmarktausschuss einig, dass sich die Argumente für einen Schritt nach oben verstärkt haben. Mehrere Mitglieder dringen demnach sogar darauf, dass die Zinsen „relativ bald“ steigen sollten.

Doch die von der Fed im Begleittext aufgenommene Passage, wonach die Notenbank den derzeitigen Zinssatz „bis auf weiteres“ beibehalten wolle, sorgte für Zündstoff auf der Sitzung. Laut den Mitschriften waren einige Währungshüter in Sorge, dass dies in der Weise falsch ausgelegt werden könne, dass die Fed ihre Entscheidung eher am Kalender als an der Konjunkturentwicklung ausrichten werde.

Die US-Zentralbank, die Vollbeschäftigung und stabile Preise fördern soll, schaut insbesondere auf den Jobmarkt und die Inflationsrate. Laut Fed Vize-Chef Stanley Fischer scheute sie vorigen Monat auch deshalb vor einer Erhöhung zurück, um den Arbeitsmarkt nicht auszubremsen. Die Entscheidung fiel mit sieben zu drei Stimmen. Im September hatte sich der Boom am US-Jobmarkt leicht abgeschwächt.

Im Fed-Führungskreis ist laut Protokoll zudem weiter umstritten, ob die Inflationsrate mit zuletzt 1,7 Prozent bereits nahe genug ans Ziel der Fed von 2,0 Prozent herangerückt ist, um eine Zinserhöhung zu rechtfertigen. Der Schlüsselsatz zur Versorgung der Banken mit Geld liegt seit Dezember 2015 in einer Spanne zwischen 0,25 und 0,5 Prozent. Viele Händler erwarten, dass die Fed erst im Dezember die Zinszügel anziehen wird. Denn eine Erhöhung Anfang nächsten Monats und damit wenige Tage vor den Präsidentschaftswahlen vom 8. November wird an den Märkten als unwahrscheinlich eingeschätzt.

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