Fed-Mitglied gegen Zins-Erhöhung: Sorge wegen US-Wahl

Die US-Notenbank fürchtet, mit einer Zinserhöhung Donald Trump in die Karten zu spielen. Daher dürfte sie bei der nächsten Sitzung keine Entscheidung treffen.

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Börse und Wahlen - eine Beziehung.

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Ein Führungsmitglied der US-Notenbank Fed hat Zurückhaltung bei geldpolitischen Änderungen vor der US-Präsidentenwahl am 8. November angemahnt. Die nächste Fed-Sitzung komme zu einem ungünstigen Zeitpunkt, sagte der Chef des Fed-Ablegers in Philadelphia, Patrick Harker, am Donnerstag. „Ich bin besorgt über den Ausgang der Wahl und was danach kommt“. Das kommende Fed-Treffen findet am 1. und 2. November statt. An den Märkten wird eine Erhöhung des Zinssatzes wenige Tage vor der Wahl als unwahrscheinlich eingestuft.

Die Aussage ist bemerkenswert: Bisher hatte die Fed stets ihre Unabhängigkeit betont. Es ist das erste Mal, dass ein Notenbanker politische Rücksichtnahmen bei einer geldpolitischen Entscheidung andeutet. Donald Trump hatte der Fed im Wahlkampf vorgeworfen, sie richte ihre Politik nach den Interessen der Regierung und damit nach jenen der Demokratischen Partei aus. 

Harker ist in diesem Jahr in dem über die Zinspolitik entscheidenden Fed-Gremium nicht stimmberechtigt. Im kommenden Jahr darf er allerdings mitbestimmen. Bei dem Treffen im September hatte er noch für eine Zinserhöhung plädiert. Aus Protokollen der Sitzung ging hervor, dass sich die stimmberechtigten Mitglieder im Offenmarktausschuss einig waren, dass sich die Argumente für einen Zinsschritt verstärkt haben. Viele Analysten gehen eigentlich davon aus, dass die Fed im Dezember die Zinsen anheben wird.

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