Aktivisten stellen Monsanto in Den Haag symbolisch vor Gericht

In den Niederlande haben Aktivisten einen symbolischen Prozess gegen Monsanto abgehalten. Sie wollen, dass Umweltzerstörung als Straftatbestand erfasst wird.

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Auch die Grüne Politikerin Renate Künast nahm am Protest gegen Monsanto teil. (Foto: Facebook)

Auch die Grüne Politikerin Renate Künast nahm am Protest gegen Monsanto teil. (Foto: Facebook)

Die Nachrichtenagentur AFP meldet:

Internationale Aktivisten haben den US-Saatguthersteller Monsanto symbolisch vor Gericht gestellt. Mehrere hundert Gruppen starteten am Freitag in Den Haag eine mehrtägige Aktion, bei der bis zum Wochenende fünf professionelle Richter rund 30 internationale Zeugen zu Monsanto befragen wollen, darunter Wissenschaftler, Bauern und Imker. Dem Konzern wird „Umweltzerstörung“ zur Last gelegt, die Aktivisten sehen in dem Unternehmen eine „gravierende Gefahr“ für die Umwelt.

Monsanto stellt gentechnisch veränderte Nutzpflanzen her und auch das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat. Das von den Aktivisten eingesetzte Tribunal solle nun prüfen, ob Monsanto seinen internationalen Verpflichtungen nachgekommen sei, sagte die frühere französische Umweltministerin Corinne Lepage. Die Richter sollen sechs Fragen behandeln, darunter ob Monsanto das Recht auf eine sichere Umwelt, auf Nahrung sowie auf hohe Gesundheitsstandards verletzt habe.

Das Tribunal will anschließend eine rechtliche Empfehlung aussprechen und erhofft sich unter anderem, dass „Umweltzerstörung“ als Straftatbestand in internationales Strafrecht aufgenommen wird. Die Aktivisten dürften Den Haag absichtlich als Ort ihres Protests gewählt haben – der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) hat seinen Sitz in der niederländischen Stadt.

Monsanto selbst bezeichnete die Aktion als „Parodie“. Der Saatguthersteller erklärte, das Tribunal lenke von den eigentlich wichtigen Diskussionen über die globalen Bedürfnisse in den Bereichen Ernährung und Landwirtschaft ab.

Monsanto soll von dem Chemiekonzern Bayer übernommen werden, das Geschäft wollen die Konzerne bis Ende kommenden Jahres abschließen.

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