Ecuador kappt Wikileaks den Zugang zum Internet

Die Plattform Wikileaks gibt an, dass die Regierung von Ecuador die Internet-Verbindung von Julien Assange in der Botschaft in London gekappt hat. Wikileaks hatte damit begonnen, die Beziehung von Goldman mit Hillary Clinton zu veröffentlichen.

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Wikileaks-Gründer Julian Assange. (Foto: dpa)

Wikileaks-Gründer Julian Assange. (Foto: dpa)

Die Enthüllungsplattform Wikileaks hat Ecuador vorgeworfen, die Internetverbindung ihres Gründers Julian Assange unterbrochen zu haben, der seit Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London festsitzt. „Wir können bestätigen, dass Ecuador die Internetverbindung von Herrn Assange am Samstag um 17.00 Uhr GMT gekappt hat, kurz nach Veröffentlichung der Reden von Frau Clinton bei Goldman Sachs“, teilte Wikileaks am Montag im Kurzmitteilungsdienst Twitter mit.

Die ecuadorianische Botschaft war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Zuvor hatte Wikileaks lediglich mitgeteilt, ein „Staat“ habe die Verbindung unterbrochen. Wikileaks hatte zuletzt eine Reihe von Dokumenten vom E-Mailkonto von Clintons Wahlkampfmanager John Podesta veröffentlicht, darunter drei bezahlte Reden, die die demokratische US-Präsidentschaftskandidatin für die Investmentbank Goldman Sachs gehalten hatte.

Ecuador hatte im Jahr 2014 einen spektakulären Deal mit Goldman geschlossen: Wie Bloomberg damals berichtete, hatte die Regierung die Goldreserven an Goldman verpfändet, um an Cash zu kommen. Es ist unklar, ob es einen Zusammenhang der Kappung zu den Geschäftsbeziehungen von Goldman mit Ecuador gibt.

Clintons Wahlkampfteam wirft Russland vor, hinter dem Hackerangriff auf das E-Mailkonto Podestas zu stecken. Belege dafür gibt es nicht. Zugleich beschuldigte es Wikileaks, mit der Veröffentlichung der Dokumente Clintons republikanischen Rivalen Donald Trump zu begünstigen. Assange lebt seit Juni 2012 in Ecuadors Botschaft in London, um einer Auslieferung an Schweden zu entgehen, wo ihn die Justiz zu Vorwürfen der Vergewaltigung befragen will.

Am Montag hatte die zur staatlichen RBS gehörende NatWest die Konten des russischen Staatssenders RT blockiert.

Die CIA hatte angekündigt, Hackerangriffe gegen Russland durchführen zu wollen. Die EU diskutiert verschärfte Sanktionen gegen Russland.

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