Die wichtigsten Schlagzeilen des Tages

Der Tag

21.04.15
Die EU weiß zwar nicht, woher sie ihre Energie beziehen soll, wenn nicht von Russland - doch Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager will nun den Hauptlieferanten Gazprom mit einer Milliarden-Klage belegen. (Foto: dpa)

EU hat kein Energie-Konzept und will Russland wegen Gazprom verklagen

Die EU schickt sich zu einer diplomatischen Meisterleistung an: Obwohl die Energie-Union nur auf dem Papier besteht und die EU-Staaten damit vom russischen Erdgas abhängig sind, will die EU-Kommission den russischen Gazprom-Konzern aus Kartellrechstgründen verklagen. Die Aktion könnte auch die Revanche für die russischen Gas-Avancen an Griechenland sein.

Das US-Militär führt ein achtwöchiges Wargame im Inland durch. Dabei soll es um die Eroberung des US-Bundesstaats Texas gehen, der die Rolle eines US-Gegners übernimmt. (Grafik: US Army Special Operations Command)

Bürgerkrieg: US-Armee simuliert Unruhen zwischen Texas und den USA

Die US-Armee wird im Rahmen des Wargames „Jade Helm 15“ den US-Bundesstaat Texas erobern. Dieser spielt in dem Wargame den Hauptfeind der USA. Es ist unklar, bleibt, ob die amerikanische Regierung mit der Übung auf bürgerkriegsähnliche Unruhen im eigenen Land vorbereiten. In Kalifornien ist in einem Dorf bereits die Nationalgarde aufmarschiert.

Die Geldschwemme der EZB könnte dafür sorgen, dass gegen Jahresende kaum noch Staatsanleihen am Markt verfügbar sein werden, so die Ratingagentur Moodys. (Foto: dpa)

EZB-Ankäufe treiben Banken in Liquiditäts-Falle

Europäische Banken fürchten, dass durch die EZB-Geldschwemme der Handel mit Anleihen stark zurückgeht. Das Ankauf-Programm wurde zu einem Zeitpunkt gestartet, als die Renditen für Bonds bereits sehr niedrig waren. Dadurch ist es für Händler schwierig Profite zu machen und Anleihen-Halter verzichten auf Verkäufe.

Der Euro hat im vergangenen Jahr gegenüber dem Dollar massiv an Wert verloren. (Grafik: Ariva)

Starker Dollar schadet den Exporten von US-Technologie

Die US-Konzerne mussten aufgrund des starken Dollars im ersten Quartal Einnahme-Verluste hinnehmen. Insbesondere die Technologie-Branche ist betroffen, denn diese ist hochgradig von den Auslandsmärkten abhängig. Der starke Dollar bremst auch den US-Arbeitsmarkt.

Der saudi-arabische Verteidigungsminister Prinz Mohammed bin Salman bin Abdulaziz al-Saud gemeinsam mit Militärs. Riad kämpft gegen die Rebellen im Jemen und befürchtet gleichzeitig IS-Anschläge. (Foto: dpa)

Saudi-Arabien befürchtet Anschläge auf Öl-Anlagen

Das Königreich Saudi-Arabien befürchtet, dass der IS Anschläge auf Öl-Anlagen oder Einkaufszentren verüben könnte. Die Sicherheitskräfte stehen nach Informationen des Innenministeriums in Riad in Alarmbereitschaft. Doch auch Vergeltungs-Anschläge verfeindeter Rebellen im Jemen sind nicht ausgeschlossen.

Frankreich wollte ursprünglich zwei Mistral-Hubschrauberträger an Russland liefern. (Foto: dpa)

Friedensforscher: Nato-Mitglieder müssen dauerhaft Militär-Budgets erhöhen

Sam Perlo-Freeman vom Friedensforschungs-Instituts Sipri erklärt, dass die osteuropäischen Staaten wegen ihrer Nato-Mitgliedschaft dauerhaft ihre Militär-Ausgaben erhöhen müssen. Die Rüstungsindustrie verschafft sich so einen Vorteil im Wettlauf der Lobbyisten um europäische Steuergelder.

20.04.15

Börse: Dax schließt 1,7 Prozent im Plus

Der Dax kann stark zulegen, beflügelt durch die größte Senkung des Mindestreservesatzes in China seit der Finanzkrise. Aber diese Maßnahme zeigt, wie es um Chinas Wirtschaft wirklich bestellt ist: Heute meldet der Immobilienentwickler Kaisa, dass er Anleihen nicht mehr bedienen kann.

Am Wochenende besuchte Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman den griechischen Premier Alexis Tsipras. Am Montag zog die Regierung in Athen die Zügel im Kapitalverkehr deutlich an. (Foto: dpa)

Regierung in Athen verfügt Vorstufe zu Kapitalverkehrs-Kontrollen

Die griechische Regierung hat verfügt, dass die lokalen Behörden alle Cash-Bestände umgehend an die Zentralbank zu überweisen haben. Damit soll der nächste fällige Kredit an den IWF bezahlt werden. Beobachter sehen darin die Vorstufe zu Kapitalverkehrskontrollen.

Fischstäbchen-Produktion bei Iglo in Bremerhaven. Der britisch-niederländische Lebensmittelkonzern Unilever verkaufte Iglo 2006 an den Finanzinvestor Permira. Dieser wiederum will Iglo an den US-Investor Nomad Foods weiterverkaufen. (Foto: dpa)

Weicher Euro macht’s möglich: US-Konzern Nomad Foods übernimmt Iglo

Der US-Investor Nomad Foods will Europas größten Tiefkühlkost-Hersteller Iglo für 2,6 Milliarden Euro übernehmen. Die Übernahme gestaltet sich aufgrund des starken Dollars und des schwachen Euros besonders profitabel.

Flüchtlinge stranden am 20. April 2015 vor der Küste der Insel Rhodos. Das Flüchtlingsproblem wird nach dem Tod von hunderten Libyen-Flüchtlingen zu einer humanitären Tragödie ungeahnten Ausmaßes. (Foto: dpa)

CDU sieht eine „echte Völkerwanderung“ von Libyen nach Europa

Bundesinnenminister Thomas de Maizière erwartet eine Million Flüchtlinge aus Libyen. Der EU-Politiker Elmar Brok spricht gar von einer „echten Völkerwanderung“. Die Aufregung ist allerdings wohlfeil: Bereits vor Jahren waren die EU-Politiker gewarnt worden, dass ein Zerwürfnis mit dem damaligen Machthaber Gaddafi die EU-Südgrenze gefährde. Es folgte der von den USA gewünschte Sturz Gaddafis. Das Problem der Flüchtlinge droht völlig außer Kontrolle zu geraten.

Der Zentrumspolitiker Juha Sipilä (ganz rechts) könnte nach seinem Wahlsieg Finnland auch in der Frage der Russland-Sanktionen auf einen neuen Kurs bringen. (Foto: dpa)

Finnischer Wahlsieger könnte auf Distanz zu Russland-Sanktionen gehen

Das finnische Wahlergebnis könnte auch Auswirkungen auf die Russland-Politik der EU haben. Der Wahlsieger Juha Sipilä ist eher gegen die Sanktionen, weil sie der finnischen Wirtschaft schweren Schaden zufügen. Auch der Nato steht Sipilä deutlich kritischer gegenüber als sein Vorgänger Stubbs.

Schlechte Nachrichten für Griechenland: Das Schuldenmachen wird noch einmal teurer. (Foto: dpa)

Kurzfristige griechische Staatsanleihen schießen in die Höhe

Die Renditen für kurzfristige griechische Anleihen stiegen am Montag um 26 Prozent auf ein neues Rekordhoch. Zuvor senkte der IWF die Wachstumsprognose für das Land deutlich nach unten. Währenddessen warnen Experten vor einem Crash am Bonds-Markt.

Laute Musik ohne Reue: Durch den psychoakkustischen Verstärker sollen Lärmbelästigung und Hörschäden vermeiden werden. (Foto: dpa)

Lautstärke ohne Lärm: Neues Sound-System schont die Nachbarn

Ein revolutionäres Sound-System kann die Lautstärke von Konzerten verdoppeln, ohne dabei den Schalldruck zu vergrößern. Damit wird die Musik in einem Raum doppelt so laut wahrgenommen, dringt jedoch nicht durch Wände. Auch die Klangqualität steigt trotz gleicher Dezibelzahl.

Google droht Webseiten ohne Mobil-Optimierung mit schlechtem Ranking. (Foto: dpa)

Google bestraft Unternehmen ohne mobile Internetseite

Unternehmen müssen ihre Internetseiten für mobile Geräte optimieren. Sonst droht ihnen eine Herabstufung in den Suchergebnissen von Google. Der Suchmaschinenbetreiber überarbeitet sein Ranking. Die Seiten der EU und Microsoft könnten bald nicht mehr auf der ersten Seite der Suchergebnisse stehen.

Wer lieber Stift statt Touchscreen nutzt, für den bietet Google jetzt eine App in 82 Sprachen. (Foto: dpa)

App ermöglicht Handschrifteingabe für Smartphones

Google hat eine App für die Handschrifteingabe vorgestellt. Sie soll Android-Nutzern eine Alternative zu Touchscreen und Tastatur bieten. Die Anwendung unterstützt bereits 82 Sprachen und 20 Schriften.

Ratlose Alchemisten: Wolfgang Schäuble, Christine Lagarde und George Osborne bei der Frühjahrstagung von IWF und Weltbank in Washington. (Foto: dpa)

Schulden außer Kontrolle: Die Vorahnung eines perfekten Sturms

Der neue Bericht des IWF über die globale Finanz-Stabilität ist ein Eingeständnis des Scheiterns der Alchimisten des Geldes: Schon die kleinste Krise in der Welt kann zu einem Crash führen, fürchten die Finanz-Eliten. Lösungen haben sie keine. Ab sofort gilt das Prinzip „Rette sich, wer kann“. Die Sparer, Steuerzahler und Bank-Kunden sollten höchste Wachsamkeit walten lassen.

Kreml-Chef Wladimir Putin gemeinsam mit seinem Generalstabs-Chef Valeri Gerasimow (li.) und Verteidigungs-Minister Sergej Schoigu. Russland fühlt sich bedroht und will dem Westen eine „angemessene“ und „verhältnismäßige“ Antwort geben. (Foto: dpa)

Russland: Nato gefährdet militärisches Gleichgewicht in Europa

Der russische Generalstabs-Chef Valeri Gerasimow sagt, dass die USA mit der Entwicklung von nicht-nuklearen Hochpräzisions-Waffen und der Stationierung von Raketen-Systemen in Europa das nukleare Gleichgewicht außer Kraft setzen. Doch jenes Gleichgewicht sei ein Garant für den Weltfrieden. Die Nato und die US-Regierung würden Russland ganz offen bedrohen. Deshalb bereitet sich der Kreml auf eine „angemessene“ Antwort vor, so der General.

Lockerung der Asylbestimmungen: Erst vor wenigen Tagen nahm Tschechiens Staatspräsident Miloš Zeman am Prager Flughafen persönlich 35 Menschen in Empfang, die sofort eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung erhielten. (Foto: dpa)

Tschechien bereitet sich auf Flüchtlinge aus der Ukraine vor

Wegen des russisch-ukrainischen Konflikts weicht Tschechien von seiner rigorosen Einwanderungspolitik ab. In den vergangenen Wochen hat das mittelosteuropäische Land zahlreiche Flüchtlinge aus der Ukraine aufgenommen, die der dortigen tschechischsprachigen Minderheit angehören.

Claus Weselsky, Vorsitzender der Lokführergewerkschaft GDL, kündigt neue Streiks bei der Bahn an. (Foto: dpa)

Lokführer wollen in ganz Deutschland streiken

Im Bahnverkehr dürfte es schon bald wieder zu Ausfällen und Verspätungen kommen. Die Gewerkschafter der Lokführer will streiken, weil sie sich von Bahnchef Grube ausgebremst sieht. Die Streiks sollen 24 Stunden vor Beginn bekanntgegeben werden.

Kunden der Postbank müssen sich auf geschlossene Filialen einstellen. (Foto: dpa)

Postbank kündigt unbefristete Streiks an

Die Postbank wird ab Montag in unbefristete Streiks treten. Der Ausstand beginnt in einigen Bundesländern. Die Gewerkschaften raten den Bankkunden, sich auf geschlossene Filialen einzustellen.