Die wichtigsten Schlagzeilen des Tages

Der Tag

27.02.15
Boris Nemzow, hier auf dem Roten Platz bei einer Demonstration gegen Putin, im April 2012. (Foto: dpa)

Russland: Oppositions-Politiker Boris Nemzow in Moskau erschossen

Der russische Oppositionspolitiker Boris Nemzow ist am Freitagabend in Moskau erschossen worden. Die Hintergründe sind unbekannt. Nemzow hatte eine Demonstration gegen die Wirtschaftskrise und den Ukraine-Krieg vorbereitet, die am Sonntag stattfinden soll.

Börse: Dax mit Schlussrekord über 11.400 Punkten

Der Börsentag am Freitag: Der Dax steigt heute wieder auf ein neues Allzeithoch - und zeigt gegenüber den US-Indizes eindeutig Stärke. Dabei spielt das Monatsende und die Vorfreude auf das Quantitative Easing die entscheidende Rolle. Die US-Konjunkturdaten waren mäßig, der Chicago Einkaufsmanagerindex fällt so stark wie seit der Lehman-Krise nicht mehr.

Bei der Debatte über die Griechenland-Rettung war Sigmar Gabriel noch voller Engagement bei der Sache, bei der Aussprache über das TTIP war der SPD-Chef dann jedoch mal weg. (Foto: dpa)

Eklat im Bundestag: Sigmar Gabriel schwänzt Debatte über TTIP

Bundeswirtschaftsminister Gabriel fehlte am Freitag bei der Debatte über den Freihandel. Erst als ihn die Grünen offiziell in den Saal zitierten, erschien der SPD-Chef. Er hatte mit den Linken "ein Bier" vereinbart, um nicht anwesend sein zu müssen.

Die ehemalige US-Investmentbankerin Natalia Jaresko (rechts) und die Gouverneurin der Zentralbank, Valeria Hontareva, müssen die ukrainische Währung stabilisieren, um eine unkontrollierte Panik zu verhindern. (Foto: dpa)

Zentralbank der Ukraine: „Wir müssen die Panik stoppen“

Der Ukraine droht die akute Zahlungsunfähigkeit. Die Zentralbank kündigt verschärfte Kapitalverkehrskontrollen an. Die Währungs-Reserven sind nicht mehr ausreichend. Die Zerstörung der Wirtschaft durch den Krieg hat das Land in den Ruin getrieben.

„Das Sicherheitsumfeld hat sich seit dem Krisenjahr 2014 deutlich verändert“, so die Ursula von der Leyen. (Foto: dpa)

Neue Nato-Strategie: Von der Leyen aktiviert Panzer-Bataillon in Niedersachsen

Verteidigungsministerin von der Leyen reaktiviert im Rahmen der neuen Bedrohungslage der Nato ein bisher nur auf dem Papier existierendes Panzer-Bataillon in Niedersachsen. Dazu wird die Ausmusterung von Kampfpanzern der Bundeswehr gestoppt. Der Verteidigungs-Etat muss zu diesem Zweck erhöht werden. Die neue Nato-Strategie geht von einer Bedrohung Europas durch Russland aus.

Schon 2017 soll die Hyperloop-Bahn die ersten Passagiere transportieren. (Foto: obs/JumpStartFund)

Menschliche Rohrpost: Kalifornien baut erste Hyperloop-Strecke

Im kommenden Jahr soll die erste Hyperloop-Strecke in Kalifornien entstehen. Schon 2017 soll die Luftdruck-Pipeline Passagiere befördern. HTT baut die über 300 km/h schnelle menschliche Rohrpost nach Entwürfen von Elon Musk.

Während Tim Cook durch Europa tourt, eskaliert der Patenstreit mit Ericsson. (Foto: dpa)

Patentklage: Ericsson will Apple den Verkauf von iPhones verbieten

Der Patenstreit zwischen Ericsson und Apple eskaliert. Die Schweden werfen dem US-Konzern nach dem Auslaufen eines Lizenzdeals die Verletzung von 41 Ericsson-Patenten vor. Betroffen sind die Mobilfunk-Standards GSM und LTE sowie Chipdesign und Ortungsdienste.

Bundestag stimmt für Verlängerung der Griechenland-Kredite

Der Bundestag hat am Freitag mit großer Mehrheit der Verlängerung des Kreditprogramms für Griechenland zugestimmt. 32 Parlamentarier lehnten den Antrag ab. Davon kamen 29 Nein-Stimmen aus der Union.

US-Behörde lehnt Zwei-Klassen-Internet ab

Die zuständige US-Regulierungsbehörde hat Vorschriften erlassen, die den Nutzern den gleichberechtigten Zugang zum Internet sichern sollen. Die Telekom-Konzerne sind verärgert und drohen mit Klagen.

Der ukrainische Premier Arseni Jazenjuk und Präsident Petro Poroschenko gehören ebenfalls zu den Oligarchen der Ukraine. (Foto: dpa)

Kredite aus Steuergeldern: Saatgut-Konzerne kaufen Land in der Ukraine

Die Bundesregierung hat in der Antwort auf eine Anfrage der Links-Partei zugegeben, dass nationale und internationale Konzerne in der Ukraine EU-Subventionen und Kredite erhalten. Es findet ein Transfer von fruchtbaren Ländereien an ukrainische Oligarchen und internationale Saatgut-Konzerne statt. Im Gegenzug erhält die Regierung in Kiew internationale Kredite.

Die EZB ist offenbar entschlossen, die Euro-Schuldenstaaten zu stützen. Wenn das kunstvolle Gebäude jedoch einstürzt, fällt es den europäischen Sparern und Steuerzahlern auf den Kopf. (Foto: dpa)

Pleite-Gefahr: Griechenland kann IWF-Kredit nicht bedienen

Griechenland muss im März milliardenschweren finanziellen Verpflichtungen an die Geldgeber nachkommen. Finanzminister Varoufakis findet in seinem Haushalt allerdings große Löcher. Es gebe zwar keine Liquiditätsprobleme im öffentlichen Sektor, aber auf jeden Fall Probleme bei der Schuldenrückzahlung an den IWF und an die EZB. Sollte der IWF-Kredit tatsächlich nicht bedient werden, besteht die akute Gefahr einer Staatspleite.

Die ukrainische Rada will sich den kritischen Fragen zur Pressefreiheit in der Ukraine nicht stellen. (Foto: dpa)

OSZE kritisiert Ukraine wegen Einschränkungen der Pressefreiheit

Die ukrainischen Behörden haben am Mittwoch zwei russische Journalisten erst festgenommen und anschließend nach Russland abgeschoben. Sie dürfen bis 2020 nicht mehr einreisen. Den beiden Journalisten wird die Verbreitung von „anti-ukrainischer Propaganda“ vorgeworfen.

Schattenbanken agieren mit riesigen Mengen Geld. Der Markt wächst, doch die Politik schafft es am Ende nicht, den Schattenspielen ein Ende zu bereiten. (Foto: dpa)

EU macht Rückzieher und verzichtet auf strenge Regeln für Schattenbanken

Seit mehreren Jahren will die EU eine härtere Regulierung der Schattenbanken beschließen. Doch schon in dem ersten Entwurf hat der Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europäischen Parlaments die geplanten Regeln abgeschwächt. Selbst in den USA geht man teilweise härter vor.

Die Niedrigzinsen werden „deutliche Spuren in der Gewinn- und Verlustrechnung der Sparkassen hinterlassen“, so Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret.

Sparkassen drohen wegen Niedrigzins „schwierige Jahre“

Die Bundesbank drängt die Sparkassen, sich frühzeitig für eine lange Durststrecke zu rüsten. Grund dafür sind vor allem die Niedrigzinsen. Eine auf das Sparkonto ausgerichtete Sparkultur stoße in einer Phase niedriger Zinsen früher oder später an ihre Grenzen.

Der zypriotische Präsident Nikos Anastasiades trat am 25. Februar 2015 einen Staatsbesuch in Moskau an. Für Zypern ist Russland eine traditionelle Schutzmacht. (Foto: dpa)

Zypern widersetzt sich der EU und erlaubt Russland Stationierung von Kriegs-Schiffen

Der zypriotische Präsident Nikos Anastasiades hat sich mit Kreml-Chef Wladimir Putin auf die Stationierung von Kriegsschiffen an den Häfen des Insel-Staats geeinigt. Zudem wollen beide Länder ihre wirtschaftlichen Beziehungen intensivieren. Anastasiades meint, dass die Russland-Sanktionen der EU ein Fehler gewesen seien.

Erstmals gab es am Donnerstag Demonstrationen gegen die Syriza-Regierung. In Athen flogen Molotow-Cocktails gegen die Polizei. (Foto: dpa)

Griechenland: Schwere Ausschreitungen bei Demo gegen Syriza

In Athen ist es am Donnerstagabend zu schweren Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Die Proteste richteten sich gegen die Syriza-Regierung. Der neue Premier Tsipras hat in einem Kompromiss zugestimmt, dass die Wirtschaftspolitik des Landes weiter von der Troika aus EU, EZB und IWF kontrolliert wird.

26.02.15

Börse: Dax schließt über 11300 Punkten

Der Börsentag am Donnerstag: Die Wahrscheinlichkeit für eine doch schon im Juni erfolgende Anhebung der Zinsen in den USA ist heute gestiegen: Die Verbraucherpreise stiegen in der Kernrate stärker als erwartet, auch die Real-Einkommen legen deutlich zu. Die Aktienmärkte mit neuen Allzeithochs, die eigentliche Hausse aber findet bei den europäischen Staatsanleihen statt: Hier purzelt vor Beginn des EZB-Ankauf-Programms ein Rekord nach dem anderen.

Oliver Bäte (re.) wird ab Mai Vorstands-Chef der Allianz. Der aktuelle Allianz-Chef Michael Diekmann erwartet ein Geschäftsjahr mit enormen politischen Risiken. (Foto: dpa)

Allianz warnt trotz Gewinnen vor Risiken auf Finanz-Märkten

Europas größter Versicherer Allianz konnte 2014 ein operatives Ergebnis von 10,4 Milliarden erzielen. Doch im aktuellen Jahr drohen politischen Risiken und Herausforderungen auf den Finanzmärkten. Insbesondere die Billiggeld-Politik der EZB stelle hier ein Risiko für die Währungsunion dar.

Finanzminister Wolfgang Schäuble und Fraktionsvorsitzende Volker Kauder äußerten in ihrer Fraktion scharfe Kritik am griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis. Bei einer Probeabstimmung votierten am Donnerstag 22 Abgeordnete mit Nein, 5 enthielten sich. (Foto: dpa)

Folgen Merkel nicht: 22 Abweichler gegen Griechenland

Bei der Abstimmung im Bundestag werden vermutlich 22 Abgeordnete aus der Union gegen Angela Merkel stimmen. Das sind doppelt so viele als bei der vorigen Griechen-„Rettung“. Trotzdem hat der Widerstand eher symbolischen Wert.

Datenschutz, Steuervermeidung, Kartellverfahren: Gegen den Druck der europäischen Regulierungsbehörden bündelt Google in Europa seine Kräfte. (Foto: dpa)

Europa-Geschäft unter einem Dach: Google wappnet sich gegen Regulierungsbehörden

Google will seine Geschäfte in Europa künftig unter einem Dach zusammenführen. Bisher hatte der US-Konzern zwei verschiedene Zentralen für Nord- und Südeuropa. Die Vereinigung soll Google besser für den Kampf gegen die europäischen Regulierungsbehörden aufstellen.