Die wichtigsten Schlagzeilen des Tages

Der Tag

19.09.14
Für den britischen Premier David Cameron beginnen mit dem knappen Ergebnis in Schottland die Probleme erst jetzt: Er muss liefern, was er niemals liefern kann. Die Briten könnten sich beim EU-Referendum rächen. (Foto: dpa)

Schottland: Ein erster Aufstand gegen den Zentralismus in Europa

Das Referendum zur schottischen Unabhängigkeit wird die EU verändern: Die hohe Wahlbeteiligung ist ein machtvolles Zeichen, dass die Bürger aktiv werden, wenn es ums Ganze geht. Die Zahl der Unions-Gegner ist innerhalb weniger Jahre von 30 Prozent auf fast 45 Prozent gestiegen. Die Angst-Kampagne der politischen und wirtschaftlichen Eliten hat nur noch mit Müh und Not funktioniert. Dem Zentralismus in Europa bläst der Wind ins Gesicht.

Die Wahlkämpfer für eine Unabhängigkeit Schottlands - hier in Edinburgh - waren nach der Niederlage naturgemäß enttäuscht.

Schottland lehnt Unabhängigkeit von Großbritannien ab

Mit etwa 55 Prozent haben sich die Schotten gegen den Austritt aus Großbritannien entschieden. Premier Alex Salmond räumte seine Niederlage ein. Die Wahlbeteiligung lag bei über 85 Prozent. Die Gegner der Abspaltung hatten mit einer massiven Bedrohungs-Kampagne die Ängste vieler Schotten vor einem eigenen Weg geschürt. Der britische Premier Cameron will nun Gespräche über Autonomierechte für Schottland verhandeln.

18.09.14
Für den schottischen Premier Alex Salmond wird es eine lange Nacht: Die erste Exit Poll deutet auf eine Niederlage seiner Unabhängigkeits-Bewegung hin. (Foto: dpa)

Erstes Ergebnis aus Schottland: Klare Mehrheit gegen die Unabhängigkeit

Das erste Ergebnis aus Schottland sieht die Befürworter der Unabhängigkeit auf der Verlierer-Straße: Der Bezirk Clackmannanshire galt als eine Hochburg der Unabhängigkeits-Befürworter. Doch das Ergebnis lautet: 53,8 Prozent für den Verblieb in der Union, 46,2 Prozent für die Unabhängigkeit. Eine erste Prognose hat ergeben, dass Schottland insgesamt gegen den Austritt aus dem Vereinigten Königreich gestimmt haben dürfte.

Das EU-Parlament hat in seiner Erklärung zur Ukraine zwar keinen Zweifel daran gelassen, dass nur Russland schuld an der Eskalation sei – hat aber in einem wichtigen Punkt der gemäßigten Seite in Kiew den Rücken gestärkt: Die Autonomie für die Ost-Ukraine sei ein Schritt in die richtige Richtung. (Foto: dpa)

EU-Parlament begrüßt Sonderstatus für Ost-Ukraine, fordert mehr Geld für Kiew

Das EU-Parlament hat sich in einer Entschließung auf die Seite von Ukraines Präsident Petro Poroschenko geschlagen und den von Übergangspremier Arseni Jazenjuk abgelehnten Sonderstatus für die Ost-Ukraine als Maßnahme zur Deeskalation bezeichnet. Darüber hinaus forderen die Abgeordneten "ein umfassendes und ehrgeiziges Paket finanzieller Unterstützung und sonstiger Hilfe für die Ukraine". Die Erklärung ist von einem sehr feindseligen Ton gegenüber Russland geprägt und erwähnt die an der Seite der ukrainischen Neo-Nazi-Trupps mit keinem Wort.

Im kommenden Jahr werden Jens Weidmann und Wolfgang Schäuble bei wichtigen geldpolitischen Entscheidungen auf die Zuschauertribüne verbannt. (Foto: dpa)

EZB schließt Bundesbank für zwei Abstimmungen über Währungspolitik aus

Die Bundesbank darf im kommenden Jahr an zwei Abstimmungen des EZB-Rats nicht teilnehmen. Es handelt sich dabei nicht um ein Sperre wegen eines Vergehens wie im Fußball, sondern um die Umsetzung eines höchst fragwürdigen Rotations-Prinzips bei der EZB. Ein schwacher Trost: Bei der vergangenen Sitzung der EZB war die Bundesbank bei der Entscheidung über den Ankauf von Schrottpapieren zwar anwesend, wurde aber überstimmt und kann die Übertragung von neuen Risiken auf die deutschen Steuerzahler nicht mehr verhindern.

Schottlands Premier Alex Salmond bei der Abschlussveranstaltung zum Referendum. Die britischen Banken versuchen, die Wähler im letzten Abdruck noch zu verunsichern. (Foto: dpa)

Schottland: Britische Banken fürchten Bank-Run bei Unabhängigkeit

Die britischen Banken haben in den vergangenen Tagen heimlich Millionen an Pfund-Banknoten über die Grenze nach Schottland gebracht. Sie fürchten einen Ansturm auf die Bankomaten, falls die Schotten für die Unabhängigkeit stimmen. Die Polizei fürchtet außerdem Ausschreitungen – weil die Pubs die Erlaubnis bekommen haben, die ganze Wahl-Nacht hindurch Alkohol auszuschenken.

17.09.14
Die Londoner Elite hat alles aufgeboten, um die Schotten in letzter Minute noch umzustimmen: Hier beschwört der ehemalige Premier Gordon Brown seine Landsleute. (Foto: dpa)

Vor Schottland-Referendum: Cameron pfeift ganz laut im Walde

Vor der Abstimmung über die Unabhängigkeit Schottlands sehen die Meinungsumfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen - allerdings sind noch 14 Prozent der Wähler unentschieden. Premier David Cameron gibt sich betont gelassen und versichert, dass seine Regierung das Ergebnis respektieren werde.

Wenn kein Wind weht oder die Sonne nicht scheint haben Betreiber von Windparks und Solaranlagen ein Problem. (Foto: Uwe Zucchi/dpa)

Rückschläge bei Ökostrom für E.ON und RWE

Die Krise von Kohle- und Gaskraftwerken lässt die Bedeutung von Erneuerbaren Energieträgern wie Wind, Wasser und Sonnenlicht für Energiekonzerne steigen. Doch RWE und E.ON müssen immer wieder Rückschläge hinnehmen. Der Anschluss neuer Windparks an das Stromnetz verzögerte sich.

Die Adidas-Aktien sind seit Wochen im Keller. (Grafik: ariva.de)

Krise bei Adidas lockt Hedge-Fonds an

Die Krise beim Sportausrüster Adidas zieht mehrere Hedgefonds an. Angelsächsische Investoren sondieren laut Medienberichten einen Einstieg bei Adidas. Demnach planen die Investoren für den Fall des Anteilskaufs radikale Änderungen.

Drei Viertel der Kommunen wollen Steuern erhöhen

Deutsche Kommunen müssen in den nächsten Jahren die Steuern erhöhen. Kitagebühren, Grundsteuer und Hundesteuer sollen steigen. Zudem werden Leistungen wie Straßenbeleuchtung und Jugendarbeit gekürzt. Trotz Rekord-Steuereinnahmen kämpft jede zweite Gemeinde mit steigenden Schulden.

Julia Timoschenko will den Sonderstatus für die Ost-Ukraine für ungültig erklären lassen. (Foto: dpa)

Timoschenko kündigt Widerstand gegen Sonder-Status für Ost-Ukraine an

Das ukrainische Parlament hat in einer nicht-öffentlichen Sitzung die faktische Autonomie für die Ost-Ukraine beschlossen. Nun wollen die radikalen Kräfte die Einigung zwischen Russen und Amerikanern torpedieren.

16.09.14
Petro Poroschenko freute sich am Dienstag im ukrainischen Parlament über das Assoziierungsabkommen mit der EU. (Foto: dpa)

Mit Zustimmung Russlands: EU und Ukraine unterschreiben Freihandels-Abkommen

Zeitgleich wurde am Dienstag in Brüssel und Kiew das Assoziierungsabkommen verabschiedet. Die Umsetzung hatte zuvor einen innerukrainischen Machtkampf ausgelöst. „Keine Nation hat jemals einen so hohen Preis gezahlt, um europäisch zu werden“, sagte Präsident Poroschenko im ukrainischen Parlament.

Der globale Pharmamarkt verbucht einen gigantischen Umsatz. Die Bundesregierung will sicherstellen, dass deutsche Unternehmen daran partizipieren. (Foto: Soeren Stache/dpa)

Pharma-Umsatz überschreitet dieses Jahr eine Billion Dollar weltweit

Berechnungen zufolge wird der Gesamtumsatz der Pharmaindustrie für das Jahr 2014 auf über eine Billion Dollar geschätzt – Tendenz steigend. Die Bundesregierung will den Pharmastandort in Deutschland stärken. Die Entwicklung neuer Medikamente soll optimiert werden.

Chinas Flugverkehr hat sich in fünf Jahren fast verdoppelt. Neue Lösungen für Flughäfen müssen her. (Foto: Thomas Frey/dpa)

Chinesen bauen Flughafen auf künstlich angelegter Insel

In Dalian, einer chinesischen Hafenstadt, entsteht ein neues Großprojekt auf einer eigens dafür angelegten Insel. Vier neue Start- und Landebahnen sollen den Flughafen entlasten. Dazu wollen die Bauleiter einfach mehr Sand ins Meer schütten. Chinas Luftverkehr hat sich in den vergangenen fünf Jahren fast verdoppelt.

Chinas Militärs sehen in der Ukraine-Krise eine Chance, die Volksarmee schneller als geplant zu modernisieren. (Foto: dpa)

China zu Ukraine: Militärs fordern Vorbereitung auf Dritten Weltkrieg

China meldet sich erstmals wegen des Ukraine-Konflikts zu Wort. Die Chinesen halten den Ausbruch eines Weltkriegs für möglich. China selbst bereitet sich auf einen Krieg mit Japan vor. Die chinesischen Militärs wollen offenbar nicht hinter der Aufrüstung der Nato zurückbleiben und fordern mehr Geld für die Volksarmee.

Ein Mitarbeiter tauscht die Banco Espirito Santo Logos um. Nach der staatlichen Rettung wurde die BES umbenannt in Novo Banco. (Foto: dpa)

Espritio Santo: Führung von Portugals Krisenbank wirft nach zwei Monaten hin

Die Führungsetage der ehemaligen Banco Espirito Santo hat nach nur zwei Monaten ihre Posten gekündigt. Für die drei Chefs ist der ursprüngliche Auftrag hinfällig, nachdem der portugiesischen Staat die Bank gerettet und umbenannt hat. Sie waren angetreten, um die Bank mit privaten Geldern zu retten. Portugiesische Medien berichten von einem vorangegangenen Streit mit der Zentralbank.

Gerüchte gab es schon länger, doch am 9. September stellte Apple sein bargeld- und kontaktloses Bezahlsystem vor. (Foto: dpa)

Neues Bezahlsystem: Apple Wallet will Kreditkarten überflüssig machen

Vor einer Woche wurde Apple Pay angekündigt – eine Variante, um digital in Kaufhäusern zu bezahlen. Nutzer sollen dabei ihr Telefon verwenden anstatt Bargeld oder Kreditkarten. Das Angebot soll mit iPhones und sogar der iWatch funktionieren. Sicherheitsbedenken hat der Konzern keine.

Angela Merkel vertraut Arseni Jazenjuk - und könnte damit auf das falsche Pferd gesetzt haben. (Foto: dpa)

Machtkampf in der Ukraine: Merkel und die EU sitzen in der Falle

In der Ukraine ist ein offener Machtkampf zwischen Präsident Poroschenko und den von Angela Merkel und der EU unterstützten Politikern „Jaz“ Jazenjuk und Julia Timoschenko ausgebrochen. Amerikaner und Russen bereiten unterdessen offenbar die Teilung der Ukraine vor. So wie die Dinge jetzt stehen, bleibt für die Europäer eine altbekannte Rolle: Die des Zahlmeisters für den Scherbenhaufen in der West-Ukraine.

15.09.14
Die Rückkehr der Russen auf das internationale Parkett: Außenminister Sergej Lawrow während der Anti-Terror-Konferenz am Montag in Paris. (Foto: dpa)

Ende der Isolation: Obama holt Russland in die Anti-Terror-Koalition

Die internationale Konferenz gegen den IS-Terror in Paris brachte Russland zurück an den Tisch mit den westlichen Staaten: Entgegen seiner Ankündigung, Russland in der internationalen Staatengemeinschaft isolieren zu wollen, hatte US-Präsident Barack Obama die Russen zu der neuen Allianz eingeladen. Russland ist im Nahen Osten ein wichtiger Player, auf den die Amerikaner offenkundig nicht verzichten können.

Für viele Kunden ist es noch zu früh, um auf ein Fahrzeug mit elektrischem Antrieb umzusteigen. (Foto: dpa)

Kaum Nachfrage: Nissan will Produktion von Batterien für E-Autos senken

Nissan will die Batterieproduktion für E-Autos zurückfahren. Künftige Modelle sollen mit billigeren Batterien des südkoreanischen Anbieters LG Chem bestückt werden. Das könnte bei Nissan zu hohen Abschreibungen führen. Die Kunden sind noch nicht von elektrischen Antriebsarten überzeugt und halten sich mit dem Kauf zurück.