Die wichtigsten Schlagzeilen des Tages

Der Tag

21.08.14
Die Türkei legt sich bei den Waffenlieferungen an die Kurden quer. Am Mittwoch wurde drei Transall-Maschinen (hier im Archiv-Bild) die Zwischenlandung auf einem türkischen Nato-Stützpunkt vorübergehend verweigert. Erst nachdem die Bundeswehr weitere Dokumente nachgereicht hatte, wurden die Flüge genehmigt. (Foto: dpa)

Waffen für Kurden: Türkei stoppt Transall-Flugzeuge der Bundeswehr

Die Türkei ist irritiert über die geplanten deutschen Waffenlieferungen an die Kurden: Nach Ansicht Ankaras könnten die Waffen in die Hände der immer noch als Terror-Organisation eingestuften PKK gelangen. Die Türkei stoppte am Mittwoch vorübergehend drei Transall-Flugzeuge auf ihrem Flug in den Nordirak. Die Türken wollten die Maschinen nicht auf dem Nato-Stützpunkt in Incirlik haben. Die Türkei vollzieht seit einiger Zeit eine Annäherung an Russland.

Auch in der Ukraine geht es um handfeste wirtschaftliche Interessen. Die Profiteure des grausamen Krieges machen sich allerdings die Hände nicht schmutzig. Die Zivilbevölkerung zahlt einen hohen Preis - und ein Ende ist nicht abzusehen.

Ukraine: Globale Kriege treiben die Plünderung der Welt voran

Der Krieg in der Ukraine wirft ein grelles Licht auf den Zustand der hyperglobalisierten Welt: Zerrissen zwischen dem Westen und Russland soll das Land geplündert werden. Die Drahtzieher machen sich die Hände nicht schmutzig und sind doch die wahren Profiteure. Ein ungeheurer Verfall aller moralischen Werte mündet im sinnlosen Morden, um wirtschaftliche Interessen durchzusetzen.

20.08.14
Der deutsche Maschinenbau musste wegen der politischen Sanktionen gegen Russland im ersten Halbjahr massive Verluste hinnehmen. (Foto: dpa)

Russland-Sanktionen werden zum Fiasko für deutsche Unternehmen

Die deutschen Exporteure haben wegen der Sanktionen gegen Russland im ersten Halbjahr bereits 3 Milliarden Euro verloren. Der Umsatz der Autohersteller und Ersatzteil-Lieferanten brach um fast 25 Prozent ein. Grund für die Sanktionen ist der Abschuss von MH17 über der Ukraine. Ein Beweis für die Urheberschaft der Russen an der Tragödie ist bis zum heutigen Tage nicht erbracht worden.

Argentiniens Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner ist auf dem besten Weg, ihr Land endgültig von den internationalen Kapitalmärkten abzuschneiden. (Foto: dpa)

Argentinien: Kirchner will Gläubiger mit juristischem Trick überlisten

Die Pleite-Regierung von Argentinien will die Gläubiger des Landes mit einem juristischen Trick zur Aufgabe ihrer Forderungen zwingen. Die Banken sollen sich argentinischem Recht unterwerfen und dafür wenigstens den Funken einer Chance erhalten, an ihr Geld zu kommen. Die Finte dürfte dazu führen, dass das Misstrauen von Kapitalgebern gegenüber Staatsanleihen deutlich steigt.

Martin Blessing und Klaus-Peter Müller, die Kapitäne der Commerzbank: Sie haben es nicht geschafft, das Unternehmen für einen neuen Eigentümer attraktiv zu machen. Der Steuerzahler ist damit auch in den kommenden Monaten noch für allfällige Risiken zuständig. (Foto: dpa)

Bundesregierung findet keinen Käufer für die Commerzbank

Die Commerzbank bleibt weiter im Eigentum des Staats: Bisher hat sich kein ernsthafter Interessent gefunden, der dem deutschen Steuerzahler das Risiko abnehmen will. Die Bundesregierung redet sich die missliche Lage mit flapsigen Sprüchen schön.

Die Volksbefreiungsarmee Chinas möchte die gemeinsame Militär-Übung mit Russland nutzen, um die Kampfbereitschaft zu steigern. Insbesondere zwischen China und Japan brodelt es. (Foto: dpa)

Russland und China starten größtes Militär-Manöver in Zentralasien

Russland und China werden in der Inneren Mongolei eine gemeinsame Militärübung durchführen. Vier weitere Staaten aus Zentralasien nehmen daran teil. Tausende Soldaten, Kampfpanzer und Kampfjets werden zum Einsatz kommen. Es soll die Terror-Bekämpfung geübt werden. Doch Militär-Analysten finden den Einsatz von schweren Waffen bei einer Anti-Terror-Übung ungewöhnlich.

19.08.14
In der Stadt Ferguson sind die Unruhen auch in der Nacht zum Dienstag nicht abgeflaut. Die Polizei versuchte, die Lage mit Tränengas und Rauchbomben zu beruhigen. Demonstranten berichteten vom Einsatz von Schusswaffen. (Foto: dpa)

Polizei gegen Bürger: Erneut schwere Ausschreitungen in Ferguson

Die Auseinandersetzung zwischen Polizei und Demonstranten in der US-Kleinstadt Ferguson wird immer gewalttätiger. Die Polizei sei in der Nacht unter "heftigen Beschuss" geraten uns setzte Tränengas und Blendgranaten gegen die Demonstranten ein. Zwei deutsche Journalisten wurden verhaftet, Amnesty International des Platzes verwiesen.

Ein Graffiti, das Spione beim abhören einer Telefonzelle darstellt, tauchte nach den Enthüllungen nahe der britischen GCHQ-Zentrale in Cheltenham auf. (Foto: dpa)

Das Ende der Bürgerrechte: Geheimdienste haben Internet weltweit im Griff

Dokumente über amerikanische, britische und kanadische Geheimdienste belegen, wie die Ausspähung ganzer Länder funktioniert. Ein Team aus Wissenschaftlern und Journalisten hat ausgewertet, wie die Spione das Internet systematisch kartieren und manipulieren. Sie sprechen von einer „Kolonialisierung des Netzes.“

18.08.14
Nato-Militärchef Breedlove (2. von re.) erklärte, ein Eindringen von Soldaten ohne Abzeichen in ein Nato-Land löse den Bündnisfall aus. (Foto: nato.int)

Nato warnt Russland: Soldaten ohne Hoheits-Abzeichen sind Kriegs-Grund

Die Nato fürchtet russische Militär-Aktionen auch in Estland und Lettland. Vorsorglich erklärt sie: Soldaten ohne Hoheitszeichen in Mitgliedsländern würden als Aggression Russlands verstanden, die eine militärische Antwort des Bündnisses auslösen.

17.08.14
Die Außenminister Frankreichs, der Ukraine, Deutschlands und Russlands Laurent Fabius (von links nach rechts), Pawel Klimkin, Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Sergej Lawrow treffen sich am 17.08.2014 in Berlin um zur Lage in der Ukraine zu konferieren. (Foto: dpa)

Steinmeier warnt vor Krieg zwischen Russland und der Ukraine

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier zeigte sich am Sonntag skeptisch über die Möglichkeiten einer Verständigung zwischen Russland und der Ukraine. Bisher seien alle Vereinbarungen gebrochen worden. Steinmeier vermied eine ausschließliche Schuldzuweisung an Russland. Die EU hat jedoch Schwierigkeiten, als Vermittler erfolgreich zu operieren, weil der Westen in der Ukraine mit militärischer Beratung und Unterstützung der Regierung der Ukraine agiert.

Die Polizei kann in Ferguson, Missouri, die Lage nicht beruhigen und greift zum Einsatz von Tränengas und Rauchbomben gegen Demonstranten. (Foto: dpa)

USA: Erneut schwere Ausschreitungen in Missouri

In der Stadt Ferguson in Missouri ist es erneut zu schweren Ausschreitungen gekommen. Der Gouverneur des Staates rief den Ausnahmezustand aus und verhängte eine nächtliche Ausgangssperre. US-Präsident Obama hat seinen Urlaub unterbrochen, um sich mit seinen Sicherheitsberatern zu treffen.

16.08.14
Russische Schützenpanzer in der Nähe von Kamensk-Shakhtinsky in der Region Rostow, etwa 30 Kilometer vor der ukrainischen Grenze. (Foto: dpa)

Ukraine meldet Zerstörung von russischen Schützen-Panzern

Die Regierung in Kiew meldet, die ukrainische Armee habe einen Konvoi russischer Schützenpanzer auf dem Territorium der Ukraine zerstört. Moskau dementiert, auch Washington will den Vorfall nicht bestätigen. Die Börsen reagierten nervös und befürchten eine Eskalation. Die Stadt Donezk liegt unter heftigem Beschuss. Am Sonntag treffen sich die Außenminister Russlands und der Ukraine zu einem Krisen-Gipfel in Berlin.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen posiert auf dem Nato-Flugplatz Hohn. Die Mehrheit der Deutschen will, dass sich Deutschland auf seine eigenen Probleme konzentriert und keine Rolle als Weltmacht annimmt. (Foto: dpa)

Mehrheit der Bürger will nicht, dass Deutschland die Rolle einer Weltmacht spielt

Im Gegensatz zur Politik wollen die Bürger nicht, dass Deutschland die Rolle einer Weltmacht übernimmt. Deutschland habe genug eigene Probleme, um die es sich vorrangig kümmern müsse. Militär-Einsätze und Waffenlieferungen werden mit deutlichen Mehrheiten abgelehnt. Die Bürger verweigern der Bundesregierung bei internationalen Abenteuern die Gefolgschaft - etwa im Fall der Auseinandersetzung mit Russland, wo es einen offenkundigen Dissens zwischen der Regierung und den Bürgern gibt.

Die EZB sei nicht zuständig, Blasen zu verhindern: Selbst wenn sie eine Blase erkennen sollte, würde die EZB weiter Geld in den Markt pumpen, meint Mario Draghi. (Foto: dpa)

Das Tagesgeld hat ausgedient: Draghi schneidet deutschen Sparern Fluchtweg ab

Die finanzielle Repression führt zu einer weiteren Enteignung der deutschen Sparer: Das Tagesgeld wird so unattraktiv, dass den Sparer auch dieser Fluchtweg abgeschnitten ist. Mario Draghi plant, auch über 2016 EZB-Chef zu bleiben: Er will einen Crash in Italien verhindern und lässt die deutschen Sparer dafür zahlen.

Die aktuelle Krise in Italien erinnert viele an die gute alte Zeit der Lira. Doch Premier Matteo Renzi muss die Probleme in Euro lösen. (Foto: dpa)

Italien am Scheideweg: Diktat der Troika, Schuldenschnitt oder Rückkehr zur Lira

Die wirtschaftlichen Zahlen in Italien sind ein Desaster. Das Land wird um massive Veränderungen nicht herumkommen. Ein bekannter Publizist ruft bereits nach der Troika. Der IWF fordert eine Umschuldung. Und die Briten empfehlen den Italienern die Rückkehr zur Lira, um endlich abwerten zu können.

United Internet kauft sich für 435 Millionen Euro bei Rocket Internet ein

Der Internet-Dienstleister United Internet kauft 10,7 Prozent von Rocket Media, der Holding der Samwer-Brüder. Der Betreiber von 1&1 und GMX sieht offenbar gute Chancen, mit seinen Millionen Kundendaten die Dienst der Samwers zu befeuern. Rocket Media soll im Herbst an die Börse - und da will auch United Internet mitrocken.

15.08.14
Das Rote Kreuz hat am Freitag mit der Kontrolle des russischen Hilfskonvois begonnen. Bisher wurden keinerlei Anzeichen auf Waffen in der Ladung gefunden. (Foto: dpa)

Ukraine: Russen wollen uns mit Übergriffen provozieren

Die Ukraine sieht in dem Vordringen von russischen Militärs nichts Außergewöhnliches. Tatsächlich hat Putin mit dem nächtlichen Übergriff die Ukraine militärisch bloßgestellt. Kiew ist offenkundig nicht in der Lage, seine eigenen Grenzen zu überwachen. Bei der Kontrolle des offiziellen Hilfskonvois hat das Rote Kreuz bisher nichts Verdächtiges gefunden.

Ungarns Premier Viktor Orban fährt der EU in die Parade und bezeichnet die hektisch gegen Russland verhängten Sanktionen als Schuss ins eigene Bein. (Foto: dpa)

Ungarn attackiert EU: „Haben uns mit Sanktionen ins eigene Bein geschossen“

Der Widerstand gegen die Russland-Sanktionen in der EU wächst: Nach der Slowakei hat sich nun auch Ungarn gegen den harten Kurs ausgesprochen. Brüssel versucht, den Unmut zu dämpfen und hat beschlossen, die Umsatzverluste mit Steuergeldern zu bezahlen.

Provokation: Russland will in der Ost-Ukraine Fakten schaffen

Der russische Präsident Wladimir Putin wird eine Niederlage der Separatisten in der Ostukraine nicht hinnehmen. Russland ist schon längst bereit für einen Einmarsch und versucht, mit Nadelstichen die Kontrolle über die Ost-Ukraine zu erlangen. Der Vorstoß von Militär-Transportern in der Nacht zu Freitag kann in diesem Zusammenhang als Provokation gesehen werden. Die Entwicklung spitzt sich gefährlich zu und könnte in einem Krieg zwischen der Nato und Russland enden.

Guardian-Reporter Shaun Walker postete dieses Foto eines russischen Armeefahrzeugs, etwa 10 Kilometer vor der ukrainischen Grenze. (Foto: via twitpic)

Russischer Militär-Konvoi dringt in die Ukraine ein

Ein russischer Militär-Konvoi soll am späten Donnerstagabend über einen Feldweg in die Ukraine eingedrungen sein. Der Konvoi soll gemeinsam mit dem Hilfskonvoi an die ukrainische Grenze vorgerückt sein. Russische Kampf-Jets sollen den ukrainischen Luftraum verletzt haben.