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Schäuble

Auch wenn ihn viele nicht verstehen wollen: Wolfgang Schäuble weiß, dass ein Staatenbund wie die Euro-Zone nur mit Regeln funktionieren kann. (Foto: dpa)

Euro-Krise: Deutschlands Pochen auf Regeln ist pro-europäisch

Der Wirtschaftshistoriker Harold James sieht im Beharren Deutschlands auf Regeln keinen neuen Nationalismus, sondern das Gegenteil: Ein Staatenbund wie die Euro-Zone könne nur mit Regeln funktionieren. Deutschland habe in seiner Geschichte mehrfach die Erfahrung gemacht, wohin das fiskalpolitische Chaos führt.

Belehrungen vom Tsipras-Freund Juncker kann Wolfgang Schäuble nicht ertragen. (Foto: dpa)

Schäuble gegen Juncker: EU-Kommission soll entmachtet werden

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble ist offenbar sehr verärgert über die Rolle von Jean-Claude Juncker in der Griechenland-Krise: Juncker hatte direkt mit Alexis Tsipras verhandelt. Dies steht ihm nach Schäubles Ansicht nicht zu. Nun will Schäuble die EU-Kommission entmachten.

Keine guten Nachrichten für Francois Hollande: Die wichtigsten Wirtschaftsberater von Angela Merkel fordern Disziplin bei den Defiziten und die strenge Einhaltung des Fiskalpakts. (Foto: dpa)

Merkel-Berater verlangen harten Kurs gegen Schulden-Staaten

Die Wirtschaftsweisen von Wolfgang Schäuble wollen nicht über eine Schulden-Union diskutieren. Die Neuordnung der Euro-Zone müsse auf Disziplin achten und statt der gemeinsamen Haftung Regeln aufstellen, wie unkooperative Staaten aus dem Euro geworfen werden können. Dies ist ein fundamental anderes Konzept für den Euro, als es Frankreich und Italien wollen.

Die Wirtschaftsweisen sind ein wichtiges Beratungsgremium für Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. (Foto: dpa)

Wirtschaftsweise lehnen Euro-Finanzminister ab, fordern Regeln für Euro-Austritt

Die Wirtschaftsweisen der Bundesregierung erteilen der Idee eines eigenen Finanzministers für die Euro-Zone eine Absage: Sie sprechen von „übereilten Integrationsschritten“ und fordern eine Insolvenz-Ordnung für Euro-Staaten und die Möglichkeit des Austritts aus dem Euro.

Ziemlich unterschiedliche Vorstellungen von der neuen EU: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und sei französischer Kollege Michel Sapin. (Foto: dpa)

Schäuble bremst Frankreichs Drängen auf politische Union in Europa

Wolfgang Schäuble kann den Wünschen Frankreichs und Italiens auf eine schnelle Umverteilung der Steuermittel in der Euro-Zone wenig abgewinnen: Geschickt hat er zu diesem Zwecke die Idee einer Euro-Steuer in Umlauf gebracht– wohl wissend, dass eine Finanzierung der gemeinsamen Währung über neue Steuern aktuell weder in Deutschland noch in einem anderen Euro-Staat durchsetzbar ist.

Die EU-Kommission arbeitet offenbar an einem konkreten Plan, wie der Austritt aus der EU möglich werden soll. Ob Angela Merkel und Wolfgang Schäuble in diese Überlegungen eingebunden sind, ist nicht bekannt. (Foto: dpa)

Geheim-Plan: Brüssel bereitet Verfahren zum geordneten EU-Austritt vor

Die EU-Kommission arbeitet offenbar hinter den Kulissen an einem Plan, der es unwilligen Mitgliedern ermöglichen soll, die Gemeinschaft geordnet zu verlassen. Nachdem ein Rauswurf rechtlich kaum möglich ist, plant die EU eine Art „Scheidungsverfahren“. Wie der Beitritt, soll auch der Austritt von den Steuerzahlern finanziert werden.

Angela Merkel vertraut in der Euro-Krise weiter auf den Rat von IWF-Chefin Christine Lagarde. (Foto: dpa)

Troika stimmt Deutschland auf Schulden-Schnitt in Griechenland ein

Die Troika bereitet Deutschland auf einen Schuldenschnitt für Griechenland vor. Bundeskanzlerin Angela Merkel ist vorläufig nur unter bestimmten Bedingungen zu einem solchen bereit, nachdem sie Verluste für die deutschen Steuerzahler zuvor für inakzeptabel erklärt hatte. Beobachter rechnen jedoch mit der Möglichkeit der weiteren Aufweichung der deutschen Position.

Keine gemeinsame Sprache: Italiens Premier Matteo Renzi und Angela Merkel. (Foto: dpa)

Die Zeichen auf Sturm: Italien attackiert die EU und Deutschland

Der italienische Premier Renzi verlangt von Europa Taten bei der Unterstützung der Schulden-Staaten. Die italienische Wirtschaft meldet dramatische Export-Einbrüche wegen der Russland-Sanktionen. Beppe Grillo fordert, dass Italien seine hohen Schulden als „Drohung“ gegen die EU einsetzen solle und spricht von „Adolf Schäuble“. Der nächste Euro-Konflikt zeichnet sich ab. Er wird härter als jener mit Griechenland.

US-Finanzminister Jack Lew und seine ukrainische Kollegin Natalie Jaresko. (Foto: dpa)

Am Freitag droht die Staats-Pleite in der Ukraine

Die Ukraine muss am Freitag Zinse in Höhe von 120 Millionen Dollar für eine Anleihe bezahlen. Die Regierung in Kiew hat das Geld dafür nicht. Sie könnte daher ein kürzlich beschlossenes Schulden-Moratorium aktivieren. Die USA und der IWF unterstützen den harten Kurs gegen die privaten Gläubiger. Die Pleite würde auch Russland treffen.

Schlechte Nachrichten für Angela Merkel und Wolfgang Schäuble: Die Citi-Prognose für Griechenland ist verheerend. (Foto: dpa)

Citi-Prognose: Griechenland droht mit Euro Inflation von 22,5 Prozent

Die USA glauben zu erkennen, dass sich Deutschland beim Thema Schuldenschnitt für Griechenland bewegt. Allerdings könnten alle Planspiele bald obsolet sein: Die Citi erwartet für Griechenland einen Anstieg der Arbeitslosigkeit auf 29 Prozent - und eine Inflation von 22,5 Prozent, wenn das Land im Euro bleibt. Ökonomen sind daher überzeugt: Spätestens im nächsten Jahr kommt der Grexit.

Francois Hollande und Angela Merkel: Frankreich hat die Initiative ergriffen und will die Euro-Zone neu ordnen. (Foto: dpa)

Frankreich kündigt radikale Vorschläge zur Neuordnung des Euro an

Frankreich kündigt an, in den kommenden Wochen konkrete Vorschläge über eine radikale Neuordnung der Euro-Zone präsentieren: Als Gründungs-Mitglieder sollen sechs Staaten ihre Haushalte zusammenlegen sowie ein eigenes Parlament und eine eigene Regierung etablieren. Die Pläne dürften in Berlin für einige Irritation sorgen.

Finanzminister aus unterschiedlichen Welten. Wolfgang Schäuble und sein italienischer Kollege Pier Carlo Padoan. (Foto: dpa)

Disziplin als höchstes Gut: Italien passt nicht in Schäubles Kern-Europa

Ein wichtiger Masterplan von Wolfgang Schäuble für die Euro-Zone datiert aus dem Jahr 1994. Anders als aktuell von Frankreich vorgeschlagen, ist Italien nicht Teil des Kern-Europas, wie Schäuble es für funktionsfähig hält. Es wird sich zeigen, wer bei der Neudefinition der EU die Oberhand gewinnt.

Die Kanzlerin beim Sommerinterview der ARD. (Foto: dpa)

Merkel-Machtwort gegen Schäuble: Grexit-Debatte muss beendet werden

Angela Merkel geht weiter auf Konfrontation mit Wolfgang Schäuble: Sie möchte, dass die Grexit-Debatte nun beendet wird. Schäuble hält, wie viel nüchterne Beobachter, einen Grexit nach wie vor für eine realistische Option. Die Frage nach einem Schäuble-Rücktritt beantwortete Merkel eher kühl und distanziert.

Die D-Mark beflügelt wegen der Euro-Krise die Fantasie von Ökonomen. (Foto: DWN)

US-Ökonomen fordern den Austritt Deutschlands aus dem Euro

Prominente US-Ökonomen sehen im Austritt Deutschlands die einzige Chance für die nachhaltige Lösung der Euro-Krise. Sie glauben, dass die Rückkehr zu D-Mark Deutschland und der Rest-Eurozone nützen würde. Mit Ben Bernanke hat sich auch der frühere Chef der US-Notenbank in diese Richtung geäußert. Die letzten Tabus in der Euro-Debatte fallen.

Italiens Matteo Renzi und Frankreichs Francois Hollande wolle eine Vertiefung der EU. (Foto: dpa)

Italien und Frankreich schmieden Allianz gegen Deutschland

In der Euro-Zone stehen neue Spannungen ins Haus: Die Pläne von Frankreich und Deutschland für eine Vertiefung der politischen Union sind nicht kompatibel. Der offene Konflikt um einen Grexit hat Italien und Frankreich stärker zusammengebracht. Sie wollen eine deutsche Dominanz verhindern. Doch ihr Helfer Mario Draghi hat bereits dafür gesorgt, dass Deutschland in die Defensive geraten ist.

Droht mit Rücktritt: Wolfgang Schäuble mit Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Griechenland-Debatte am Freitag. (Foto: dpa)

Machtkampf mit Merkel: Schäuble spricht erstmals von Rücktritt

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat erstmals laut über einen Rücktritt wegen der Euro-Krise nachgedacht. Würde man ihn zwingen, gegen seine Überzeugung zu handeln, würde er „zum Bundespräsidenten gehen und um meine Entlassung bitten“. Er sagte auch, dass er und Angela Merkel unterschiedlich über die Lösung der Euro-Krise denken. Die Aussage kommt interessanter Weise einen Tag nach dem Besuch von US-Finanzminister Lew in Berlin.

Wolfgang Schäuble bei der Debatte über Griechenland am 1. Juli 2015. Er wusste schon vor zwanzig Jahren, dass die Euro-Zone in ihrer aktuellen Form nicht funktionieren würde. (Foto: dpa)

Schäubles Vision von Europa: Mehr Russland, weniger Italien

Vor genau 20 Jahren hat Wolfgang Schäuble in bemerkenswerter Klarsicht vorhergesehen, dass eine ungeordnete Euro-Zone zum Scheitern verurteilt ist. Sein Konzept damals ist die Erklärung für sein Verhalten heute: Er wandte sich gegen nationalistische Tendenzen, wollte eine Annäherung an Russland und sah die EU als gleichberechtigten Partner in der Nato. Er sieht heute seine letzte Chance, Deutschland auf diesen Kurs zu bringen.

Die Vorsitzende der CSU-Landesgruppe, Gerda Hasselfeldt (l) und Bundeskanzlerin Angela Merkel am Donnerstag zu Beginn einer Sondersitzung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Reichstag in Berlin. (Foto: dpa)

Merkel will Debatte über Grexit ausdrücklich führen

Angela Merkel stärkt Wolfgang Schäuble den Rücken: Es sei ausdrücklich richtig, diese Debatte als Alternative zu führen. Der Chef der Euro-Gruppe, Dijsselbloem, fordert dagegen ein Ende der Debatte. In der Union wollen 48 Abgeordnete gegen neue Kredite für Griechenland stimmen.

Wolfgang Schäuble hat eine Vision und treibt die Grexit-Emotionen voran. Einer seiner Vertrauten lanciert zu diesem Zweck die Idee, die Deutschen sollten eine Steuer für die Griechen-Rettung zahlen. (Foto: dpa)

Schäuble-Berater: Deutsche sollen Sonder-Steuer für Griechenland bezahlen

Wolfgang Schäuble forciert weiter den Rauswurf Griechenlands aus dem Euro. Nun schlägt einer seiner Vertrauten vor, die Deutschen sollten eine Sondersteuer zahlen, um „die Griechen“ zu retten. Viel effizienter kann man die Zustimmung zu einem Grexit in Deutschland nicht in die Höhe treiben. Der Umbau der Euro-Zone wird konkret.

Eiszeit in Berlin: Sigmar Gabriel und Wolfgang Schäuble vertreten in der Grexit-Frage völlig unterschiedliche Positionen. (Foto: dpa)

Streit eskaliert: Euro-Krise spaltet Angela Merkels Koalition

Der Streit zwischen Sigmar Gabriel und Wolfgang Schäuble um die Euro-Rettung eskaliert: SPD-Leute behaupten, Schäuble habe entgegen der Absprache mit Gabriel einen Grexit in Brüssel in die Diskussion gebracht. Schäuble beharrt auch nach der "Einigung" von Brüssel darauf, dass ein Grexit die beste Lösung wäre. Gäbe es heute Neuwahlen, könnte Angela Merkel vielleicht sogar über 50 Prozent kommen.