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Schuldenkrise

Ratlose Alchemisten: Wolfgang Schäuble, Christine Lagarde und George Osborne bei der Frühjahrstagung von IWF und Weltbank in Washington. (Foto: dpa)

Schulden außer Kontrolle: Die Vorahnung eines perfekten Sturms

Der neue Bericht des IWF über die globale Finanz-Stabilität ist ein Eingeständnis des Scheiterns der Alchimisten des Geldes: Schon die kleinste Krise in der Welt kann zu einem Crash führen, fürchten die Finanz-Eliten. Lösungen haben sie keine. Ab sofort gilt das Prinzip „Rette sich, wer kann“. Die Sparer, Steuerzahler und Bank-Kunden sollten höchste Wachsamkeit walten lassen.

Der Dax sprang zum ersten Mal über 12.000 Punkte. Dafür wird von Experten die EZB-Geldschwemme verantwortlich gemacht. (Grafik: ariva.de)

EZB wird Kauf-Ziel von Staatsanleihen im März verfehlen

Nach EZB-Plänen sollten die Zentralbanken monatlich Staatsanleihen für 60 Milliarden Euro kaufen. Doch die Nachfrage ist offenbar geringer: In der ersten Woche waren es lediglich Anleihen für knapp zehn Milliarden Euro. Rechnet man diesen Wert hoch, verfehlt die EZB jeden Monat ihr Ziel um 20 Milliarden Euro.

Der polnische EU-Ratspräsident Donald Tusk und die polnische Premierministerin Ewa Kopacz bei einem Treffen der Regierungs-Partei „Bürgerplattform“. Unter Tusk als polnischer Premier hatte der staatliche Zugriff auf die privaten Rentenfonds begonnen. Kopacz hält an diesem Kurs fest. (Foto: dpa)

Polen will Renten verstaatlichen und mit Schulden finanzieren

In Polen hat der Staat über die Hälfte der privaten Rentenkonten konfisziert, um der Unterfinanzierung des staatlichen Rentensystems entgegenzuwirken. So lautet zumindest der offizielle Ansatz. Doch zuvor hatte Warschau die Staatsanleihen im Besitz der privaten Rentenfonds konfisziert, um weitere Schulden aufnehmen zu können.

Griechenlands Varoufakis will die Schulden bei der EZB nicht bedienen, Wolfgang Schäuble droht in diesem Fall mit der Staatspleite. Die Milliarden-Kredite aus europäischen Steuergeldern wären dann verloren. (Foto: dpa)

Schäuble droht Griechenland mit der Staats-Pleite

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat Griechenland mit der Staats-Pleite gedroht, wenn Athen seine Schulden bei der EZB und dem IWF nicht bedient. Der griechische Finanzminister Varoufakis sagte, man würde gerne zahlen, hätte aber das Geld nicht. Er will daher mit der EZB über einen Schuldenschnitt verhandeln. In diesem Fall wären Milliarden an europäischen Steuergeldern verloren.

Das QE-Programm des EZB-Chefs Mario Draghi treibt die Immobilienpreise in den deutschen Städten in die Höhe. (Foto: dpa)

Draghi-Plan funktioniert nicht: Niemand will Bonds an die EZB verkaufen

Der Masterplan von Mario Draghi zur Rettung der Euro-Zone gerät in Gefahr: Anfang März will die EZB damit beginnen, monatlich Staatsanleihen in Höhe von 60 Milliarden Euro von allen Euroländern anzukaufen. Doch Banken, Versicherer und Vermögensfonds möchten ihre Bonds behalten. Sie brauchen ihre Bond-Bestände für die Liquidität und denken nicht daran, sie für einen negativen Einlagezins von 0,2 Prozent an die EZB abzugeben.

Euro-Rettung: Deutschland bezeichnet Brief aus Griechenland als unzureichend

Das Bundesfinanzministerium lehnt angeblich den griechischen Kreditantrag bei der Euro-Zone ab. Der Brief sei noch kein substantieller Lösungsvorschlag. Die Reaktion aus Berlin könnte es der Syriza-Regierung erleichtern, die Fortsetzung des Troika-Programms als Erfolg zu verkaufen. Die EU-Kommission hält den Brief für ausreichend.

Christine Lagarde und die Euro-Retter bei der Pressekonferenz nach dem Treffen der Finanzminister: Obwohl der IWF von niemandem gewählt wurde, nimmt die Finanz-Institution an den Treffen teil. Die Politiker mimen die Regional-Banker - und sind überfordert. (Foto: dpa)

Griechenland im Euro: Demokratie in Europa wird zum Bank-Geschäft

Die Euro-Finanzminister agieren wie Banker, die einem „schlechten“ Schuldner das Messer ansetzen. Doch sie agieren ohne Netz: Die Kredite kommen nicht aus einem balancierten Bank-Geschäft, sondern von den Steuerzahlern. Die griechische Regierung beruft sich auf die Wähler. Sie hat alles Recht dazu. Die Alternative wäre die Abschaffung von Wahlen. Die Demokratie in Europa befindet sich auf einem schlechten Weg.

Während Angela Merkel und Wladimir Putin in Minsk nach einem Weg zu einem Waffenstillstand suchen, kämpft die Ukraine um einen neuen Kredit. Das Ministerium von Wolfgang Schäuble steht dem Ansinnen positiv gegenüber. (Foto: dpa)

Ukraine braucht dringend neuen Kredit, um Staatspleite zu verhindern

Bundesaußenminister Steinmeier muss wegen des Krisen-Gipfels zur Ukraine länger in Minsk bleiben als geplant. Bei dem Treffen soll ein Bekenntnis zu den aktuellen Grenzen der Ukraine abgelegt werden. Doch das Hauptproblem von Kiew ist die drohende Staatspleite: Aus dem Bundesfinanzministerium heißt es daher, die Verhandlungen über neue Kredite befinden sich auf einem guten Weg. Wieviel die europäischen Steuerzahler auf den Tisch legen müssen, ist allerdings noch völlig offen.

Keine schnelle Lösung in Sicht: Wolfgang Schäuble und Yanis Varoufakis in Brüssel. (Foto: dpa)

Griechenland und Euro-Staaten: Theater-Donner im Schulden-Streit

Die Verhandlungen zwischen Griechenland und der Euro-Gruppe sind am Mittwoch ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Trotz der theatralischen Töne dürfte nun hinter den Kulissen weiter verhandelt werden. Die Regierungschefs sind wegen der Ukraine verunsichert und wollen vermeiden, dass eine Eskalation in Griechenland zu erheblichen neuen Problemen in Europa führt.

Österreich: 116 Milliarden Euro versteckte Schulden

Eine Analyse der Unternehmensbeteiligungen des Staates ergibt, dass Österreich 116 Milliarden Euro versteckte Schulden hat. Dieser Betrag tauchte bislang in keiner Statistik auf. Hinzu kommen 264,5 Milliarden Euro, die der öffentliche Sektor Ende 2014 angehäuft hat. Bei den Schuldnern handelt es sich überwiegend um Banken, an denen der Staat beteiligt ist oder über die er die Kontrolle ausübt.

Endspiel der Euro-Schuldenkrise: Deutschland muss sich auf Verluste einstellen

Die Schuldentragfähigkeit der Euro-Staaten stößt an ihre Grenzen. Doch sollten die Schulden-Staaten im Rahmen einer Umstrukturierung entlastet werden, wird Deutschland die Kosten tragen müssen.

Argentinien ist pleite: Nun droht Liquiditäts-Engpass

Argentinien ist am Freitag erstmals mit einer Zinszahlung auf Staatsanleihen in Verzug geraten. Nun versuchen die Gläubiger, eine Allianz zu formen, mit der die sofortige Rückzahlung aller Schulden gefordert wird. Die Ratingagentur Fitch hat bereits die ersten Papiere mit der Note "D" (Default) - also Zahlungsausfall klassifiziert.

An der Börse stürzen Monte-Paschi-Aktien seit Bekanntgabe des Stresstests immer weiter ab, allein am Freitag um weitere sieben Prozent. (Grafik: ariva.de)

Monte Paschi: Ehemalige Manager wegen Obstruktion verurteilt

Drei ehemalige Top-Manager der italienischen Krisenbank Monte dei Paschi wurden am Freitag wegen Behinderung der Banken-Aufsicht und Irreführung der Behörden verurteilt. Zudem muss wohl erneut der Steuerzahler einspringen, um die Kapitallücke der Bank in Höhe von 2,1 Milliarden Euro zu schließen.

Schulden-Krise: China nutzt die Schwäche Europas und kauft Unternehmen

Seit Ausbruch der Staatsschuldenkrise in Europa haben Chinas Investitionen in europäische Unternehmen erheblich zugenommen. Nachdem China sich zuvor den Zugang zu den Ressourcen der Entwicklungsländer sicherte, nutzt Peking die Krise in Europa und investiert im großen Stil in Fusionen und Übernahmen.

Niedrige Zinsen, hohe Steuern: Schäuble kassiert doppelt auf Kosten der Bürger

Die höheren Steuern und die härtere Gangart bei der Steuereintreibung helfen Bundesfinanzminister Schäuble mit seinem Haushalt. Durch die niedrigen Zinsen kann der Staat seinen Schuldendienst weiter finanzieren. Die Rechnung zahlen die einfachen Sparer, die für ihre Ersparnisse mit realen Verlusten bestraft werden.

Weidmann gibt Diplomatie auf und attackiert den IWF direkt

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann legt die Glacé-Handschuhe ab und attackiert den IWF frontal: Die Forderung, Deutschland solle mehr Schulden machen, bringe den Südeuropäern nichts und schade dem von Überalterung geplagten Deutschland massiv. Schade, dass Weidmann seine Positionen in der EZB nicht durchsetzen kann: Die Bundesbank ist in den vergangenen Jahren bei zentralen Fragen oft überstimmt worden.

Aufgrund der statistischen Umstellung erhöht sich das deutsche BIP um rund 3 Prozent. (Grafik: Destatis)

Deutsches BIP wächst durch Drogen und Zigaretten-Schmuggel

Aufgrund neuer EU-Regeln erhöht sich das deutsche BIP um rund 3 Prozent. Denn nun fließen auch der illegale Handel mit Drogen und der Zigaretten-Schmuggel in die Statistik ein. Dies führt zumindest optisch zu einer deutlichen Reduzierung der Staatsschuldenquote.

Wladimir Putin bleibt eiskalt: Westen muss für Schulden der Ukraine bürgen

Der EU wird ihr aggressives Engagement für die Ukraine teuer zu stehen kommen. Der Pleite-Staat muss für den Winter von Russland Gas im Wert von etwa drei Milliarden Dollar kaufen. Für eine Staatsanleihe schuldet Kiew Moskau ebenfalls drei Milliarden Dollar. Putin verlangt Haftungen, weil er der Regierung in Kiew nicht mehr über den Weg traut. Das Risiko für die europäischen Steuerzahler liegt somit bei sechs Milliarden Dollar. Angesichts der dilettantischen Interessenpolitik der EU ein durchaus reales Risiko.

Italiens Banken danken Draghi: Intesa Sanpaolo erwartet Bestnoten bei Stress-Test

Der EZB-Stresstest wird in Italien offenbar mit einem überraschenden Gefühl der Vorfreude erwartet: Die zweitgrößte Bank Italiens, die Intesa Sanpaolo, erwartet Bestnoten. Risikoreiche italienische Staatsanleihen, von denen die Bank ausreichend gebunkert haben dürfte, werden in der Überprüfung durch Mario Draghi nicht bewertet.

Der große Ausverkauf: G20-Staaten beschließen massive Privatisierung

Der G20-Gipfel förderte eine erstaunliche Tatsache zu Tage: Weil die meisten Staaten gegen die Überschuldung kämpfen, können sie keine Infrastruktur-Projekte mehr finanzieren. Nun wollen sich die Staatschefs an private Investoren wenden. Setzen sich die Staaten, die wie eine unter der Aufsicht des IWF stehende Weltregierung agieren, durch, wird dies zu einer beispiellosen, globalen Privatisierungswelle führen. Über den Umweg von Gebühren wird der Steuerzahler für diese Strategie zu bezahlen haben.