Politik

Börsen-Manipulation von ganz oben: Britischer Premier Cameron unter Verdacht

Lesezeit: 1 min
26.10.2012 12:08
Einen Tag vor der Veröffentlichung der positiven Wirtschaftsdaten zu Großbritannien kündigte der britische Premierminister „gute Nachrichten“ an. Dies ließ den britischen Aktienmarkt steigen. Die britische Statsitikbehörde kündigte nun ein Untersuchung dazu an. Cameron steht unter dem Verdacht der Börsen-Manipulation.
Börsen-Manipulation von ganz oben: Britischer Premier Cameron unter Verdacht

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Aktuell: Wegen Steuerbetrug: Gericht verurteilt Berlusconi zu 4 Jahren Haft

Während einer hitzigen Debatte am Mittwoch warf der Oppositionsführer Ed Miliband dem Premier unter anderem vor, eine „schlechte Woche“ hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung in Großbritannien gehabt zu haben. Daraufhin sagte David Cameron vor den britischen Abgeordneten: „Ich kann Ihnen sagen, die guten Nachrichten werden kommen“. Kurz nach diesen Äußerungen stieg das britische Pfund 0,46 Prozent gegenüber dem Dollar.

David Camerons machte diese Behauptungen einen Tag, bevor die britische Statistikbehörde ihre aktuellen BIP-Daten zum dritten Quartal veröffentlichte. Und tatsächlich wuchs die Wirtschaft im Vergleich zum Vorquartal um 1 Prozent und erzielte damit das beste Quartalsergebnis der vergangenen fünf Jahre. Die Ergebnisse waren sogar deutlich besser, als die Prognosen der Ökonomen (0,6 %). Nach Veröffentlichung der offiziellen Daten erreichte das britischen Pfund einen weiteren Gewinn von 0,63 Prozent gegenüber dem Dollar.

In Großbritannien, wie auch in einigen anderen Ländern, erhält der Premier die BIP-Statistiken etwa 24 Stunden vor Veröffentlichung. Insofern dürfte David Cameron bei seiner Bemerkung über „gute Nachrichten“, die kommen werden, die überraschend guten BIP-Daten bereits gekannt haben. Die britische Statistikbehörde hat nun angekündigt, eine Untersuchung gegen David Cameron einzuleiten und zu prüfen, ob er mit seinen Äußerungen Rechtsbruch begangen hat, so die CNBC. Er steht unter dem Verdacht der Börsenmanipulation.

Beamte aus dem Büro des Premiers wollten keine Angaben darüber machen, ob Cameron die BIP-Daten zuvor gesehen hatte, und bestritten, dass er die Gesetze gebrochen habe. Die Mitarbeiter drängen vielmehr darauf, dass er sich in seinen Äußerungen auf allgemeine Entwicklungen bezogen hätte, die auf die guten Ergebnisse bei der Beschäftigung und den Rückgang der Inflation Bezug nehmen.

Die Ereignisse in Großbritannien werfen allerdings grundsätzlich die Frage auf, ob es sinnvoll ist, Politiker im Vorhinein über sensible, wirtschaftliche Daten zu informieren. Kurz zuvor hatte der französische Premier im Gespräch mit Airbus-Fabrikarbeitern potenziell für den Finanzmarkt wichtige Informationen bezüglich des Luftfahrt-Riesen EADS preisgegeben. Er sagte unter anderem, EADS hätte „einen Auftrag über 15 Flugzeuge unterzeichnet“. Airbus selbst hatte zu diesem Zeitpunkt darüber noch keine Informationen öffentlich gemacht.


Mehr zum Thema:  

Anzeige
DWN
Panorama
Panorama Halbzeit Urlaub bei ROBINSON

Wie wäre es mit einem grandiosen Urlaub im Juni? Zur Halbzeit des Jahres einfach mal durchatmen und an einem Ort sein, wo dich ein...

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

DWN
Finanzen
Finanzen Genomsequenzierung: Investieren in die personalisierte Medizin der Zukunft
09.05.2024

Genomsequenzierung, Gentherapie, personalisierte Medizin: Die Medizin- und Pharma-Industrie steht vor einem Wendepunkt. Gleichzeitig sind...

DWN
Politik
Politik DWN-Interview zur Mafia in Deutschland: „Hier gehe ich von Strafvereitelung im Amt aus“
09.05.2024

Italienische Mafia-Organisationen gewinnen in Deutschland zunehmend an Einfluss – und können dabei teilweise auf das stillschweigende...

DWN
Technologie
Technologie Luftfahrt: Klimaneutralität bis 2050 wohl unrealistisch
09.05.2024

Der Luftverkehr gilt als ein starker Treiber zur Klimakrise. Mit technischen Lösungen klimaschonendes- oder gar klimaneutrales Fliegen zu...

DWN
Finanzen
Finanzen Aktien: Warum die Kapitalrendite eines Unternehmens wichtiger als die Bewertung ist
09.05.2024

Was bestimmt eigentlich den Wert einer Aktie? In der Berichterstattung stehen häufig Kennzahlen wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis im...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Hybrides Arbeiten liegt im Trend - nicht nur aus Umwelterwägungen
09.05.2024

Die klassische Büroarbeit hat es spätestens seit Corona schwer, sich gegen das geschätzte Homeoffice zu behaupten. Immer mehr...

DWN
Technologie
Technologie Erneuerbare Energien knacken wichtige Marke
09.05.2024

Erneuerbare Energien wachsen vor allem dank Wind- und Solarenergie. Der Anteil an der globalen Stromproduktion beträgt mittlerweile 30...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Sicherheitsalarm: Wie sich Unternehmen gegen Spionage und Cyberbedrohungen schützen können
09.05.2024

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik warnt davor, dass die Bedrohungslage im Cyberraum ernst ist, insbesondere in Bezug...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Die Ampel auf Rot: Warum die deutsche Wirtschaft abwandert
08.05.2024

Der Frust des deutschen Mittelstands ist gewaltig. Immer mehr Unternehmer denken über Verlagerung ihrer Produktionsbetriebe nach. Nach...