Zu teuer: Belgien schaltet ARD und ZDF ab

Die Öffentlich-Rechtlichen haben für die Ausstrahlung ihres Programms in Belgien eine Million Euro verlangt. Das war den Belgiern zu viel. Sie entschieden sich stattdessen für deutsche Privatsender. Nun setzt sich sogar Angela Merkel dafür ein, dass man in Brüssel ARD und ZDF schauen kann.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Die Öffentlich-Rechtlichen verlangen eine Verdoppelung der Einspeisegebühr. Daher hat Belgiens größter Fernsehanbieter ARD und ZDF aus dem Programm genommen. An ihre Stelle treten nun RTL, SAT1 und Pro7.

Seit dem 14. Mai speist der größte belgische Fernsehanbieter Belgacom ARD und ZDF nicht mehr ins Netz ein. Stattdessen werden nun die privaten Sender RTL, SAT1 und Pro7 gesendet, berichtet Astel. Denn die Öffentlich-Rechtlichen verlangen die Verdoppelung der Einspeisegebühr auf eine Million Euro im Jahr. Das war Belgacom zu viel.

Von der Änderung der Programmauswahl sind neben den 75.000 deutschsprachigen Belgiern circa 40.000 deutsche Diplomaten und Lobbyisten in Brüssel betroffen. Dort befinden sich die EU-Institutionen und das Nato-Hauptquartier. Eine Onlinepetition gegen die Abschaltung von ARD und ZDF scheint im Hinblick auf diese Klientel eigentlich unnötig. Sie hat bereits über 3.700 Unterschriften gefunden.

Kanzlerin Merkel hat bereits versprochen, sich beim belgischen Premier Elio Di Rupo für eine Ausstrahlung von ARD und ZDF starkzumachen, berichtet der Tagesspiegel. Der FDP-Bundestagsabgeordnete Oliver Luksic schrieb an Di Rupo: „Für die engen freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Belgien wäre eine Einigung in dieser Sache ein positives Signal.